Heimenkirch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Heimenkirch
Heimenkirch
Deutschlandkarte, Position des Marktes Heimenkirch hervorgehoben
47.62959.9036668Koordinaten: 47° 38′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Höhe: 668 m ü. NHN
Fläche: 21,23 km²
Einwohner: 3628 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88178
Vorwahlen: 08381; teilweise auch 07566, 08384, 08385Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 114
Adresse der
Marktverwaltung:
Lindauer Str. 2
88178 Heimenkirch
Webpräsenz: www.heimenkirch.de
Bürgermeister: Markus Reichart (Freie Wähler)
Lage des Marktes Heimenkirch im Landkreis Lindau (Bodensee)
Baden-Württemberg Österreich Schweiz Landkreis Oberallgäu Bodolz Gestratz Grünenbach Heimenkirch Hergatz Hergensweiler Lindau (Bodensee) Lindenberg im Allgäu Maierhöfen Nonnenhorn Oberreute Opfenbach Röthenbach (Allgäu) Scheidegg Sigmarszell Stiefenhofen Wasserburg (Bodensee) Weiler-Simmerberg Weißensberg BodenseeKarte
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Heimenkirch

Heimenkirch ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).

Geografie[Bearbeiten]

Heimenkirch liegt im Westallgäu.

Auf dem Gemeindegebiet gibt es folgende Ortsteile:

  • Aspach
  • Berg
  • Biesenberg
  • Dreiheiligen
  • Engenberg
  • Geigersthal
  • Heimenkirch
  • Hofs
  • Kappen
  • Mapprechts
  • Meckatz
  • Menzen
  • Mothen
  • Oberhäuser
  • Oberried
  • Riedhirsch
  • Syrgenstein
  • Unterried
  • Wolfertshofen
  • Zwiesele

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Heimenkirch, Meckatz, Dreiheiligen und Kappen fanden sich Reste von römischen burgi, turmartigen Gebäuden, die zur Verstärkung der Grenzbefestigung zwischen den Kastellen im Abstand von etwa 1,5 bis 2 Kilometer mit einer fast quadratischen Grundfläche von 10 bis 12 Metern Seitenlänge errichtet worden waren. Die Mauern in Meckatz standen zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch. Der Fund des Burgus in der Nähe von Dreiheiligen wurde beim Eisenbahnbau gemacht.[2]

Heimenkirch soll seinen Namen einem Germanenfürsten namens Heimo verdanken.

Der Markt Heimenkirch gehörte zunächst zu Vorderösterreich als ein Teil der Herrschaft Bregenz-Hohenegg. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1970 2.845
1987 3.093
2000 3.586

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Markus Reichart (FW). Seine Stellvertreter sind Paul Müller und Gerhard Kempter.

Sitzverteilung im 16köpfigen Marktgemeinderat:

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.345.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.761.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau auf grünem Schildfuß eine rotbedachte silberne Kirche in perspektivischer Ansicht mit drei schwarzen Fenstern an der Längst- und schwarzem Portal an der Stirnseite, mit hinter dem Langhaus seitlichem faltrautenbedachtem Glockenturm mit aufgesteckter silberner Turmkugel mit Kreuz, über dem Langhaus schwebend ein spitzer silberner Stulphut, die Hutkrone belegt mit einem schwarzen Schrägbalken und besteckt mit drei silbernen Reiherfedern.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Heimenkirch

Pfarrkirche St. Margareta
Katholische Pfarrkirche St. Margareta

mit vollständig erhaltener historistischer Ausstattung[3]

Paul-Bäck-Haus

Das denkmalgeschützte Paul-Bäck-Haus war Weinwirtschaft und Bäckerei, Nagelschmiede sowie Gesinde- und Handwerkerunterkunft. Das Baudenkmal gehört zu den ältesten Gebäuden des Ortes und prägt mit seiner charakteristischen Gestalt das Erscheinungsbild von Heimenkirch.

Gebäude: Ein kleines fast quadratisches, mit Holzschindeln verkleidetes Haus in Ortsmitte an einer platzartigen Erweiterung mit einem Brunnen (siehe Ortsplan47.62895129.9031663) bestehend aus zwei Etagen, 5-achsig gegliedert, mit Dachgeschoss im schindelgedeckten, geschweiften Walmdach. Zwei Ziegelsteinschornsteine, die mit Aufsätzen aus kleinen Ziegelsteinhäuschen verziert sind. Der innere Grundriss ist praktisch unverändert. Auch die Wand- und Deckenverkleidungen, der Dielenbelag und der Steinboden im Hausgang des Erdgeschosses zeigen zum größten Teil noch den ursprünglichen Zustand.

Paul-Bäck-Haus

Geschichte: Das heute sichtbare Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde 1633 zum ersten Mal in einer Heiratsurkunde erwähnt. Das mittelalterliche Lehen der Adelsfamilie der Humpis von Waltrams ging Ende des 17. Jahrhunderts auf die Familie Milz über, die es über 100 Jahre bewirtschaftete. Nach kurzem Zwischenbesitz gelangte das Anwesen durch verganten [4] an die als Bauern, Weinwirte und Bäcker tätige Familie Zwisler. Der nachfolgende Bäcker Schweinsberger übergab das Gut in einem Tauschgeschäft an den nebenan tätigen Brauereibesitzer Salomon Karg. Dieser verpachtete 1890 die Landwirtschaft mit Bäckerei und Weinstube an Colestin Paul, der darin 26 Jahre wirtschaftete und dessen Name in der heutigen Bezeichnung Paul-Bäck-Haus weiterlebt. Anschließend diente das Gebäude den Stallschweizern, Knechten und Mägden, die auf dem Gutshof der Familie Salomon Karg arbeiteten, als Wohnung.[5] Im Dachgeschoss befand sich lange Zeit eine sogenannte Störstube. Hier wohnten Handwerker, die ihre Arbeit direkt beim Kunden verrichteten und − wenn im Ort keine Arbeit mehr vorhanden war − in den nächsten weiterzogen.[6]

In der langen Geschichte des Hauses wurden etwa fünf größere Umbauten bzw. Erweiterungen vorgenommen: vom ursprünglichen kleineren hölzernen Blockhaus zum Steinhaus, dem westlichen Anbau, dem Einbau der beiden Kamine, der teilweisen Rokoko-Ausmalung und der großen Fundamentsanierung in den 50er Jahren einschließlich der erst damals angebrachten Schindelverkleidung.

Restaurierung: Die Marktgemeinde erwarb das als Kleinod bezeichnete ortsbildprägendes Gebäude im Winter 2005/2006 und restaurierte es mit Zuschüssen der Regierung von Schwaben, Städtebauförderung und Landesdenkmalamt in den Jahren 2009/2010 auf dem letzten Entwicklungsstand der Baugeschichte des Hauses. So blieb zum Beispiel die heute die Außenansicht bestimmende Allgäuer Schindelverkleidung erhalten. Der völlig zu erneuernde Dachstuhl bot die Gelegenheit, aus der ehemaligen Störstube im Dachgeschoss einen balkendurchzogenen, historischer Raum für kleinere Veranstaltungen wie Vorträge, Konzerte, auch Trauungen zu gestalten. Für die unveränderten Grundrisse der unteren beiden statisch gesicherten Geschosse erstellte eine Heimenkirchner Arbeitsgruppe ein Nutzungskonzept. Danach eignete sich das niedrige Erdgeschoss für wechselnde Märkte, etwa Oster- oder Weihnachtsmärkte. Im ersten Stock sollten Heimatstube und Musikraum ihren Platz finden. Um den neuzeitlichen Zugangsanforderungen zu entsprechen und gleichzeitig den gesamten Innenraum des Paul-Bäck-Hauses original erhalten und optimal nutzen zu können, entstand auf der Rückseite des historischen Gebäudes ein Glasanbau mit Treppe und Aufzug. Das restaurierte Haus wurde Anfang Oktober 2010 nach einem Richt- und Helferfest eingeweiht.

Schloss Syrgenstein
Schloss Syrgenstein

Nördlich von Heimenkirch befindet sich das einzige erhaltene Schloss des Landkreises Lindau, welches jedoch nicht besichtigt werden kann. In einer angrenzenden Waldung liegen ca. 15 Gehminuten vom Schloss entfernt die „Englischen Gräber“. Hier wurden ehemalige Bewohner des Schlosses bestattet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 1.456 und im Bereich Handel und Verkehr 31 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.328. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei und im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 80 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.428 ha, davon waren 29 ha Ackerfläche und 1.399 ha Dauergrünfläche.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Heimenkirch hat seit Dezember 2010 wieder einen Haltepunkt und damit Anschluss an den Bahnreiseverkehr der Allgäubahn (Bayern) von München/Augsburg über Kempten und Immenstadt nach Lindau (Bodensee). Zwischen 1985 und 2010 hielten keine Züge, der Bahnhof war 1990 geschlossen worden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Cunrat Segenschmid (* in Heimenkirch; † 1489), humanistischer Schriftsteller und Seelsorger in Heimenkirch; verfasste 1464 die Handschrift „Geschichte von Jason und Troja“.
  • Günter Bentele (* 1948 in Heimenkirch), Kommunikations- und Medienwissenschaftler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heimenkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Die Römer an Bodensee und Allgäu. S. 13–16, hier S. 14. In: Werner Dobras: Chronologie des Landkreises Lindau. Verlag W. Eppe, 1985. ISBN 3890890040
  3.  Commons: Pfarrkirche St. Margareta (Heimenkirch) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  4. Vergantung bezeichnete nach dem Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm in der alten Sprache eine öffentliche Versteigerung
  5. Informationen aus einem Zeitungsartikel im Westallgäuer Seit 370 Jahren prägender Teil des Ortes
  6. Die Stör bezeichnete nach dem Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm die Arbeit eines Handwerkers (außerhalb seiner eigentlichen Werkstätte) im Kundenhaus. Der Ausdruck ist abgeleitet von 'Störung der Zunft', denn ein Handwerker, der solche Arbeit übernahm, verging sich gegen die Handwerksordnung, er störte sie, deshalb schon mhd. stœrære [1]