Heiningen (Landkreis Göppingen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heiningen
Heiningen (Landkreis Göppingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heiningen hervorgehoben
48.6619444444449.6483333333333381Koordinaten: 48° 40′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 381 m ü. NHN
Fläche: 12,46 km²
Einwohner: 5022 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 403 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 73092,
73037 (Eitleshof),
73107 (Haagwiesen, Lotenberg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07161
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 030
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 30
73092 Heiningen
Webpräsenz: www.heiningen-online.de
Bürgermeister: Norbert Aufrecht
Lage der Gemeinde Heiningen im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild
Heiningen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
Heiningen. Federzeichnung von Margret Hofheinz-Döring von 1977.

Heiningen ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen, Baden-Württemberg am Fuße der Schwäbischen Alb.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Göppingen, Dürnau, Gammelshausen und Eschenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Heiningen gehören das Dorf Heiningen, der Weiler Lotenberg (auch zur Gemeinde Eschenbach) und das Gehöft Eitleshof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Heiningens stammt aus einer im Stiftsarchiv von St.Gallen aufbewahrten Urkunde aus dem Jahr 1228, damals trug es noch den Namen Huningen. Eine für Heiningen wichtige Urkunde wurde am 27. August 1284 in Heilbronn ausgefertigt. Auf Bitten des Herzogs Konrad von Teck, zu dessen Herrschaftsgebiet Heiningen gehörte, verlieh König Rudolf von Habsburg dem Ort in einem Freiheitsbrief das Recht der Stadt Freiburg. Mit dem Erhalt der Freiburger Stadtrechte besaß Heiningen alle Privilegien einer mittelalterlichen Stadt. Dazu gehörten die Bürgerfreiheit, das Marktrecht und die Gerichtsbarkeit, aber auch das Recht Wall und Graben zu bauen und Wappen und Siegel zu führen.

Als 1291 König Rudolf und 1292 auch Konrad von Teck starb, zerfiel die Herrschaft der Herzöge von Teck zusehends und Heiningen fehlte die nötige Förderung. Im Jahre 1321 mussten die verarmten Söhne Konrads Teile ihres Besitzes, zu dem Heiningen und Boll gehörte, an Eberhard von Württemberg verkaufen. Dieser gab der Ihm bereits gehörenden Stadt Göppingen den Vorzug und gliederte Heiningen in das Amt Göppingen ein. Heiningen sank damit wieder auf die Stufe eines Marktfleckens herab. Seit 1466 ist eine Schule im Ort nachweisbar. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Heinigen 1634 von kaiserlichen Truppen geplündert und zerstört. Dadurch und aufgrund der Pest sank die Einwohnerzahl von knapp 1000 auf etwa 200 Bewohner ab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich viele Heimatvertriebene in Heiningen an, was zu einem erheblichen Bevölkerungszuwachs führte.

Religionen[Bearbeiten]

Seit der Reformation ist Heiningen evangelisch geprägt. Der Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg führte aber auch zur Gründung einer römisch-katholischen Gemeinde, die auch für Eschenbach zuständig ist. Außerdem gab es in Heiningen bis 2008 eine neuapostolische Kirche.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerentwicklung der Gemeinde zwischen 1837 und 2010.

Datum Einwohner
1837 1130
1907 1185
17. Mai 1939 1309
13. September 1950 1980
27. Mai 1970 3422
31. Dezember 1983 4877
31. Dezember 2005 5480
31. Dezember 2010 5285

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde im Februar 2005 Norbert Aufrecht im ersten Wahlgang gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Heiningen hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[3]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
25,25 %
24,61 %
20,28 %
17,21 %
12,65 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+5,95 %p
+3,01 %p
-1,02 %p
-4,09 %p
-3,75 %p
FL Frauenliste 25,25 5 19,3 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,61 4 21,6 4
BL Freie Bürgerliste 20,28 4 21,3 4
FWL Freie Wählerliste 17,21 3 21,3 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,65 2 16,4 3
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 52,44 % 55,0 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau unter einer liegenden silbernen Hirschstange eine kreuzförmige silberne Schale mit Lappenrand, belegt mit einem getatzten roten Kreuz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Heiningen ist über die Landesstraße L 1217 mit dem Ort Gammelshausen und der fünf Kilometer entfernten Stadt Göppingen verbunden. Über die Kreisstraße K 1425 gelangt man zur Gemeinde Eschenbach. Die Anschlussstelle Aichelberg der Autobahn A 8 ist etwa zehn Kilometer entfernt, die Anschlussstelle Göppingen der Bundesstraße 10 etwa vier Kilometer. Über den öffentlichen Nahverkehr mit dem Bus (Linien 31–33) ist Heiningen von Göppingen aus leicht erreichbar.

Der Bahnhof Heiningen lag an der Voralbbahn, auf der bis 1989 Personenverkehr stattfand. Inzwischen steht ein Dienstleistungszentrum mit Supermarkt auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs. Die Gleise wurden teilweise entfernt oder überteert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Heiningen gibt es ein Industriegebiet mit mehreren mittelständischen Firmen. Außerdem ist Heiningen am Gewerbepark Voralb beteiligt, der sich auf der Gemarkung von Eschenbach befindet. Im Gewerbepark Voralb gibt es fast 1000 Arbeitsplätze.

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Ernst-Weichel-Schule verfügt Heiningen über eine Grundschule. Weiterführende Schulen werden in den Nachbarorten besucht. Außerdem gibt es drei Kindergärten in der Gemeinde.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Weit über die Gemeindegrenzen hinaus ist Heiningen für den alljährlich in der kleinen Turnhalle stattfindenden Altweiberfasching bekannt. Außerdem findet am Ostermontag traditionell der Heininger Ostermarkt mit Jungrinderschau statt. Einmal jährlich wird im Sommer das "Starenfest" genannte Dorffest veranstaltet. Ferner gibt es viele weitere jährlich stattfindende Feste von verschiedenen Heininger Vereinen (z. B. Tanz in den Mai), die aber nicht überregional bekannt sind.

Freizeit[Bearbeiten]

Die Gemeinde bietet verschiedene Freizeiteinrichtungen für Jung und Alt. Die bekanntesten sind hierbei:

  • Voralbbad Heiningen (Hallenbad mit Liegewiese, Sauna, Solarium, Kegelbahn)
  • Minigolfanlage
  • Nordic-Walking-Park

Sportstätten[Bearbeiten]

Heiningen verfügt über zwei Turnhallen, die TSV-Halle am alten Bahnübergang und die größere Voralbhalle am Ortsrand in Richtung Eschenbach. Außerdem gibt es zwei Sportplätze am Reuschwald, einen Kunstrasenplatz und eine Kleinfeldanlage neben der Voralbhalle.

Vereine[Bearbeiten]

„Starennest“; Vereinsgaststätte des TSV Heiningen 1892 e. V.
  • Turn- und Sportverein Heiningen (TSV); die Handballmannschaft der Herren spielte in den 1980er Jahren in der 2. Bundesliga. Außerdem wurde die männliche A-Jugend 1993 deutscher Meister.
  • DLRG Stützpunkt Heiningen-Eschenbach; die Damenmannschaft sowie verschiedene Jugendmannschaften wurden mehrmals Bezirksmeister im Rettungsschwimmen und nahmen dadurch schon an württembergischen und deutschen Meisterschaften teil.
  • 1. FC Heiningen; der 1957 gegründete Fußballverein hat aktuell etwa 460 Mitglieder in den Bereichen Aktivfußball, Jugendfußball, AH-Fußball, Frauenfußball und Frauenturnen. In der Saison 2009/2010 errang die 1. Mannschaft die Meisterschaft in der Kreisliga A3 und stieg in die Bezirksliga auf. In der Saison 2011/2012 gelang der 1. Mannschaft die Meisterschaft in der Bezirksliga Neckar/Fils, wodurch sie erstmals in die Landesliga 2 aufgestiegen ist.


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Hans-Joerg Schädler (seit 2007), langjähriger Bürgermeister von Heiningen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Ernst Weichel (* 1922; † 1993), Pionier der ökologischen Landwirtschaft
  • Helmut Friess (* 1962 in Göppingen), ehemaliger Leiter der Chirurgie des Universitätsklinikums München rechts der Isar, stammt aus einer alteingesessenen Heininger Bauernfamilie.
  • Bov Bjerg (* 1965), Schriftsteller und Kabarettist

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Der traditionelle regionale Spitzname der Heininger ist "Staren". So heißt es auf der Homepage der Gemeinde Heiningen, "Wir Heiningerinnen und Heininger tragen den Spitznamen „die Staren“, abgeleitet von dem intelligenten und gewitzten Vogel, der gerne auch als geselliges Multitalent bezeichnet wird." [4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heiningen (Landkreis Göppingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 334–335
  3. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  4. http://www.heiningen-online.de/index.php?id=13