Heinkel He 343

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Risszeichnung
Modellphoto He 343

Die Heinkel He 343 war ein projektierter deutscher Schnellbomber mit Strahlantrieb im Zweiten Weltkrieg der Ernst Heinkel Flugzeugwerke. Als Iljuschin Il-22 wurde das Projekt ab 1946 in einem Exemplar verwirklicht, nachdem die Sowjets erbeutete Baupläne studiert hatten.

Die Arbeiten an der Heinkel He 343 begannen Anfang 1944. Um die Entwicklungszeit gering zu halten, orientierte man sich stark an der schon erprobten Arado Ar 234. Man vergrößerte die Zelle jedoch, um eine Zwei-Mann-Besatzung sowie eine höhere Bombenlast aufnehmen zu können. Vorgesehen waren vier Strahltriebwerke, wobei die Schubkraft von 900 kp (Jumo 004) und 1300 kp (Heinkel HeS 011) variierte, je nach Ausführung bzw. Verfügbarkeit der Triebwerke. Die Bombenlast wurde von geforderten 2000 kg später auf 3000 kg erhöht. Die hohe Dienstgipfelhöhe von 15.000 m machte feindliche Jägerangriffe eher unwahrscheinlich.

In der frühen Planungsphase wurde die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) von den überlasteten Ernst Heinkel Flugzeugwerke damit beauftragt, Vorentwürfe für einen vier bis sechsstrahligen Bomber zu entwickeln. Unter dem Projektnamen He P.1068 nahm das Flugzeug schon bald die typischen Konturen mit der großen verglasten Bugkanzel an. Die DFS entwickelte für dieses Projekt eine geeignete Flügelform und schuf dazu ein Holzmodell. Später wurde der Entwurf jedoch abgeändert und alle Arbeiten an die Ernst Heinkel Flugzeugwerke zurückgegeben. Man gab nun einer vergrößerten Ausführung der Arado Ar 234 den Vorzug, welche Heinkel He 343 genannt wurde. Die Arbeiten an den Plänen zu dieser großen Maschine waren bei Kriegsende weitgehend abgeschlossen.

Das Projekt wurde 1944 mit einsetzendem Jägernotprogramm gestrichen.

Baureihen[Bearbeiten]

  • He 343 A-1: Bomber mit 3000 kg Bombenlast, zwei starre MG 151 als Abwehrbewaffnung
  • He 343 A-2: Aufklärer
  • He 343 A-3: Zerstörer mit einer Vielzahl an schweren Schusswaffen im Kaliber bis 5 cm

Technische Daten[Bearbeiten]

Heinkel He 343

  • Spannweite: 18,0 m
  • Länge: 16,5 m
  • Höhe: 5,35 m
  • Leergewicht: 10770 kg
  • max. Startgewicht: 19550 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 910 km/h
  • Dienstgipfelhöhe: 14800 m
  • Reichweite: 1620 km

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Lommel: Vom Höhenaufklärer bis zum Raumgleiter 1935–1945, Geheimprojekte der DFS, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3613020726