Heino Falcke (Astronom)

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Heino Falcke (* 1966 in Köln) ist ein deutscher Radioastronom. Er ist Professor an der Radboud-Universität Nijmegen.

Falcke absolvierte nach dem Abitur am Gymnasium Frechen ein Physikstudium an den Universitäten Köln und Bonn, das er 1992 abschloss. 1994 wurde er mit summa cum laude an der Universität Bonn promoviert (Hungernde Löcher und aktive Kerne: die zentrale Maschine in galaktischen Zentren).[1] Er arbeitete als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR). Danach war er an deren optischer Interferometergruppe und als Post-Doktorand an der University of Maryland. Ab 1999 war er festangestellter Wissenschaftler am MPIfR und Gastprofessor am Steward Observatory in Tucson. 2001 wurde er habilitiert und Privatdozent an der Universität Bonn und 2002 Assistenzprofessor und 2007 Professor an der Universität Nijmegen. Seit 2003 ist er leitender Wissenschaftler am Low Frequency Array-Projekt (LOFAR).

Er arbeitet auch mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) an Projekten zusammen, das Lofar Projekt auch auf den Mond auszudehnen. Er interessiert sich für das SETI-Projekt und befasst sich mit Radiowellen von Schauern kosmischer Strahlung, Schwarzen Löchern (zum Beispiel dem im Zentrum der Milchstraße im Bereich Sagittarius A), aktiven Galaxienkernen, Seyfert-Galaxien und LINER-Galaxien[2] .

2000 erhielt er den Ludwig-Biermann-Förderpreis. 2006 erhielt er den Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.[1] und 2008 einen Advanced Grant des European Research Council. 2011 gewann er den Spinoza-Preis, den höchsten niederländischen Wissenschaftspreis. Ende 2013 erhielt er zusammen mit drei Kollegen seines Forschungsverbundes eine EU-Synergy Grant von 14 Millionen €, die höchstdotierte und begehrteste vom Europäischer Forschungsrat vergebene Förderung, zum Bau einer virtuellen Kamera zur erstmaligen Visualisierung eines Schwarzen Loches bei Sagittarius A. [3]

Falcke ist Mitglied des nationalen niederländischen Instituts für Kern- und Teilchenphysik (NIKHEF) und Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Radioastronomie.

Er wohnt in Frechen, ist verheiratet und hat drei Kinder[1].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Deutscher Wissenschaftler Heino Falcke erhält höchsten Wissenschaftspreis in den Niederlanden ru.nl, abgerufen am 29. Dezember 2012.
  2. Low ionization nuclear emission line region, Bereiche niedriger Ionisation im Zentrum von Galaxien, sie neben eine Zwischenstellung zwischen aktiven und nichtaktiven Galaxien, wobei die Ursache der Ionisation zum Beispiel ein Schwarzes Loch sein könnte oder eine Region hoher Sternentstehung.
  3. Mitteilung MPI vom 17. Dezember 2013 (Eingesehen 23. Januar 2014)