Heinrich-Hertz-Gymnasium (Berlin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich-Hertz-Gymnasium
HH OS.JPG
Schulform Gymnasium
Gründung 1961
Adresse

Rigaer Straße 81/82

Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 31′ 1″ N, 13° 27′ 46″ O52.51694444444413.462777777778Koordinaten: 52° 31′ 1″ N, 13° 27′ 46″ O
Träger Bezirksamt Friedrichshain-
Kreuzberg von Berlin
Schüler ca. 520
Leitung Bärbel Cohaus
Website www.hhgym.de

Das Heinrich-Hertz-Gymnasium ist ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium in der Rigaer Straße im Berliner Ortsteil Friedrichshain.

Architektur des heutigen Gebäudes[Bearbeiten]

Das heutige Gebäude des Heinrich-Hertz-Gymnasiums wurde 1901/1902 nach Entwürfen des Berliner Stadtbaurates Ludwig Hoffmann gebaut. Es handelt sich dabei um einen verputzten dreiflügeligen Bau, der über überdachte Mauern und Hofzugänge mit zwei Nebengebäuden verbunden ist. Im linken Nebengebäude befand sich das Lehrerwohnhaus, im rechten eine Turnhalle sowie eine Lesehalle. Der mittlere Flügel des Hauptgebäudes ist von der Straßenfront leicht zurückgesetzt und enthält den in Doppelsäulen eingebetteten Portalbereich mit einer Giebelverdachung, über der in einem Ornament von Otto Lessing zwei Bären dargestellt werden, die ein Wappen tragen. Auf dem Mittelbau befindet sich außerdem ein kleiner Dachturm. 1985 erfolgten umfangreiche Um- und Anbauten sowie eine Erneuerung der Gebäudefront. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1961 wurde der damals in Adlershof befindlichen Erweiterten Oberschule (EOS) der Name des Physikers Heinrich Hertz verliehen. Die Profilierung in Richtung Mathematik entstand erst allmählich durch Eigeninitiativen einzelner Lehrer. 1963 wurde die erste mathematisch orientierte 9. Klasse eingerichtet. Ab 1965 wurde die Heinrich-Hertz-Oberschule eine Schule mit mathematischem Schwerpunkt, 1969 waren dann alle Klassen der Schule mathematisch orientierte Spezialklassen. Unter mathematisch-naturwissenschaftlich interessierten Schülern wurde die Schule berlinweit und darüber hinaus bekannt.

Die Schule zog 1969 in einen Schulneubau am Frankfurter Tor in Friedrichshain. Über die Jahre erfolgte so eine immer stärkere Hervorhebung der Mathematik und auch Informatik zum Beispiel durch spezielle Lehrpläne zur Förderung logischen Denkens und Mathematikvorlesungen für Schüler der Oberstufe. 1985 wurde die EOS „Heinrich Hertz“ dann zur Spezialschule mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Richtung mit eigenen Lehrplänen und Abituraufgaben.

Mit den Wendeereignissen 1990 mussten sich alle Spezialschulen in der DDR umorientieren, und 1991 wurde der Antrag auf Errichtung eines Gymnasiums mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Profilierung genehmigt. Seitdem existiert die Schule in der jetzigen Form als Schule besonderer pädagogischer Prägung. Der schulinterne Heinrich-Hertz-Wettbewerb wurde in viele andere Wettbewerbe wie „Jugend forscht“, den Bundeswettbewerb Mathematik oder die Chemie-Olympiade überführt. 1993 zog die Schule aus der Frankfurter Allee in den jetzigen Bau in der Rigaer Straße.

Viele Schüler der Schule erreichten vorderste Plätze in den nationalen Runden verschiedener Wettbewerbe, und es gelang mehreren sich unter den ersten drei bei internationalen Olympiaden der Mathematik und der Naturwissenschaften zu platzieren. Außerdem erhielt das Gymnasium jährlich die Auszeichnung des Bundesministers für Bildung und Forschung für die Beteiligung am Wettbewerb „Jugend forscht“.

Seit dem 1. Oktober 2010 ist das Heinrich-Hertz-Gymnasium Mitglied des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Der Pate des Projektes ist Cherno Jobatey.

Ab dem Schuljahr 2012/2013 wird eine zusätzliche 5. Klasse eingerichtet, dafür fällt eine neue 7. Klasse weg. Die Schule passt sich somit den aktuellen Bewerberzahlen an.[1]

Profil[Bearbeiten]

Die Schule setzt sich das Ziel, in allen Fächern eine solide Bildung zu vermitteln und die Schüler darüber hinaus mit speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten in Mathematik und den Naturwissenschaften auszurüsten. Die Grundlage dafür bietet eine gegenüber allgemeinen Gymnasien veränderte Stundentafel. So werden beispielsweise in den Klassen 7 bis 10 Mathematik fünfstündig und von Anfang an Physik (nicht ab Klasse 8 wie an anderen Berliner Schulen) unterrichtet. Wahlpflichtunterricht gibt es in den Klassen 9 bis 10 mit den Fächern Informatik, Latein und Geschichte/Geografie, jeweils zweistündig.[2] Zusätzlich werden statt der üblichen zwei nur eineinhalb Stunden Kunst beziehungsweise Musik und nur zwei statt drei Stunden Sport erteilt, was bedeutet, dass die ersteren beiden Fächer ab Klasse 8 epochal unterrichtet werden.

In der Abiturphase wird zusätzlich zu einem umfangreichen Angebot an Mathematik-Leistungskursen ein spezieller Mathematik-Leistungskurs für mathematisch besonders begabte Schüler eingerichtet, der bereits studiumsrelevanten Stoff behandelt und bei sehr guten Leistungen den Erhalt von universitär gültigen Leistungsnachweisen beinhaltet. Für alle Schüler wählbare Erweiterungskurse in Mathematik und Physik mit Themen wie Einführung in die Theorie gewöhnlicher Differentialgleichungen, metrische Räume, Astronomie und Spezielle Relativitätstheorie ergänzen das Profilangebot der Oberstufe. Außerdem sind die Schüler verpflichtet, Mathematik, Chemie oder Physik als einen der beiden Leistungskurse zu wählen. Zusätzlich muss ein weiteres Prüfungsfach ebenfalls naturwissenschaftlich sein (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik).

Besonders die zahlreich angebotenen Arbeitsgemeinschaften im Profilbereich für alle Jahrgänge werden von den Schülern gut besucht und tragen durch gezielte Vorbereitung maßgeblich zu den Erfolgen der Schüler in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Wettbewerben bei.

Auswahlverfahren[Bearbeiten]

Das Heinrich-Hertz-Gymnasium nimmt mathematisch-naturwissenschaftlich interessierte Schüler mit der 5. und 7. Klasse aus Grundschulen und auch anderen Gymnasien aus allen Berliner Bezirken sowie aus Brandenburg nach einem leistungsorientierten Auswahlmodus auf. Dabei gehen die letzten Zeugnisnoten der Fächer Englisch, Deutsch, Naturwissenschaften und Mathematik ein, letzteres wird auf Grund des Schulprofils doppelt gewichtet.

Bis vor wenigen Jahren war der Andrang noch so hoch, dass die Plätze ausgelost werden mussten. Die Bewerberzahlen gingen jedoch stetig zurück, sodass künftig mit zwei Klassen statt der bisherigen drei pro Jahrgang hätte unterrichtet werden müssen. Der Rückgang war nicht zuletzt Folge der Einrichtung 5. Klassen an anderen Gymnasien. Als logische Konsequenz und nach Bemühungen der Schule richtete man ab dem Schuljahr 2005/2006 eine 5. Klasse ein, 2012/2013 folgte eine zweite 5. Klasse.

Wenn die Schüler nach der 4. Klasse auf das Gymnasium wollen, müssen die Eltern zunächst einen formlosen schriftlichen Aufnahmeantrag stellen.Um die Fähigkeit der Kinder zu beurteilen, werden zuerst die Zeugnisse des 1. Schulhalbjahres der Jahrgangsstufe 4 benötigt. Aus den Noten der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachkunde wird eine Punktzahl errechnet. Dafür wird diese Formel verwendet:
Note Sachkunde + ( 2 * Note Deutsch ) + ( 3 * Note Mathematik ).
Wenn das Ergebnis kleiner als zwölf ist und das Kind in Mathematik mindestens mit „gut“ bewertet wurde, darf das Kind an einer Eignungsprüfung teilnehmen. Die besten 30 Schüler werden schließlich nach folgenden Kriterien gewählt:
zu 50 % aus den Ergebnissen des Eignungstest,
zu 25 % aus der Bildungsempfehlung der Schule und weiteren Kriterien und
zu 25 % aus der errechneten Punktsumme (s. o.).

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Nach Abiturjahrgang:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinrich-Hertz-Oberschule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufnahme Klasse 5. Heinrich-Hertz-Gymnasium Berlin, abgerufen am 23. Februar 2012.
  2. [1]