Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz

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Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz

BW

Schulform Gymnasium
Gründung 1604
Adresse

Neuhauser Straße 1

Ort Konstanz
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 40′ 10,6″ N, 9° 11′ 12,2″ O47.6696111111119.1867305555556Koordinaten: 47° 40′ 10,6″ N, 9° 11′ 12,2″ O
Schüler etwa 700 (Stand: 2009)
Leitung Reiner Kramer
Website www.suso.schulen.konstanz.de

Das Heinrich-Suso-Gymnasium ist ein humanistisches Gymnasium in Konstanz. Das Gymnasium wurde im Jahr 1604 als Jesuiten-Lyzeum gegründet und im selben Jahr durch Papst Clemens VIII. approbiert. Teilweise diente es als Vorstufe zur Universität.

Sprachenfolge[Bearbeiten]

Latein ab der 5. Klasse, Englisch ab der 5. Klasse, Altgriechisch, alternativ Französisch oder NWT (Natur, Wissenschaft & Technik) ab der 8. Klasse. Nach der 10. Klasse kann Latein ab- und dafür Spanisch als vierte Fremdsprache gewählt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Ab 1774 hieß es Collegium Josephinum, 1948 wurde es nach dem bedeutenden, aus Konstanz stammenden Mystiker Heinrich (von) Suso bzw. Heinrich Seuse benannt, um den Wert der „Herzensbildung“ im Nachkriegsdeutschland zu betonen. Ein anderes berühmtes Kind der Stadt Konstanz, der Rechtsgelehrte Ulrich Zasius, stand ebenfalls als Namensgeber zur Debatte.

Chronik (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 16. Januar 1604: Formale Gründung durch die Anerkennung durch Papst Clemens VIII., Start mit 250 Schülern
  • 17. Oktober 1607: Eintritt von 450 Schülern in das Lyceum, das von Jesuiten geführt wird.
  • 1686: Nach der Verlegung der Universität Freiburg im Breisgau nach Konstanz (1686-1698) Konflikt um die Lehrkanzeln für Philosophie, Kirchenrecht und Kontroverstheologie
  • 9. November 1773: Auflösung des Jesuitenordens im Wege der Säkularisierung. Die Einrichtungen der Schule bleiben unangetastet und werden zum Teil sogar der Schule übertragen.
  • 1774: nur mehr 81 Schüler; das Lyzeum wird als „Collegium Josephinum“ staatlich-österreichische Schule und 1784 Gymnasium
  • 1797: Besetzung der Stadt durch französische Truppen. Erweiterung des Gymnasiums zur Vorschule der Universität, 6 Fächer (Poetik, Rhetorik, Syntax, Grammatik und Rudimente I, II)
  • 1800: Theologie-Abschlüsse trotz andauerndem Krieg: beliebter, neutraler Studienplatz zwischen Österreichs und Frankreichs Einfluss
  • 1823: wieder 309 Schüler; Schulgeld ab 1828 (14 Gulden jährlich)
  • 1834: zusätzlich „Höhere Bürgerschule“ (neusprachlich-mathematisch), gemeinsame Lehrer beider Schulen. 1848 wird die Bürgerschule (heute Alexander-von-Humboldt-Gymnasium) selbstständig
  • 1849: Nicht wenige Lehrer ziehen zusammen mit älteren Schülern unter Friedrich Hecker in die badische Revolution. Die Schule verzichtet wegen der „unheilvollen Ereignisse“ auf Prüfungen.
  • 1864: Konradihaus als erzbischöfliches Konvikt, Ausbildung katholischer Priester. Einzugsbereich nun bis Schwarzwald und Hegau. Oft sind 30-50 % einer Klasse „Zöglinge“ des Konvikts
  • 1886: Wiedereröffnung des Konradihauses nach dem “badischen Kulturkampf“. 39 Abiturienten, davon 18 Theologie, 7 Medizin, 6 Militär, 3 Cameralwissenschaft
  • 1901: die erste Schülerin besteht die Aufnahme; 1905 bereits 6 Mädchen
  • 1903: etwa 370 Schüler, die Gymnasiumskirche St. Konrad (heute Christuskirche) wird den Altkatholiken übergeben
  • 1910/1911: Umzug in das jetzige Gebäude in der Neuhauser Straße 1
  • 1919: von insgesamt 182 Kriegsteilnehmern sind 47 Schüler und 3 Lehrer gefallen; Stützkurse für Heimkehrer
  • 1933 Hermann Venedey protestiert schriftlich gegen das Hissen der Hakenkreuzfahne und verlässt den Schuldienst
  • 1934: die Klassenlehrer müssen die HJ- bzw. BDM-Zugehörigkeit der Schüler überprüfen
  • 1940: Das Schulgebäude wird zu großen Teilen als Lazarett genutzt. Viele Lehrer und Schüler werden zum Kriegsdienst einberufen und an die Westfront versetzt. Der Einmarsch der Franzosen in Konstanz erfolgt 1945
  • 1948: Namensgebung nach Heinrich Seuse bzw. Suso
  • 1951: 400 Schüler, volles Schulgeld 200 DM. Doch erhalten 168 Geschwisterermäßigung, 143 eine Begabtenförderung. Von 51 bestehen nur 40 die Oberstufenprüfung, die 1952 abgeschafft wird
  • 1973: 567 Schüler (359:208), Oberstufe 3 Klassen naturwissenschaftlich, 4 Klassen sprachlich (Sprachlabors seit 1971)
  • 1985: Schulkonferenz beschließt Wahlmöglichkeit zwischen Griechisch und Französisch ab 9.Schulstufe. Hebräisch entfällt bis 1995
  • 2002: "Reform der Reform" der Oberstufe. Leistungskurse teilweise abgeschafft, dafür Neigungsfächer 4 Stunden pro Woche, weitere mündliche Abitur-Prüfungsfächer
  • 2004: 400-Jahr-Jubiläum, derzeit etwa 700 Schüler.
  • 2011: 100-jähriges Schulhausjubiläum

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Conrad Gröber: Geschichte des Jesuitenkollegs und -Gymnasiums in Konstanz. Konstanz: Verlag A. Streicher, 1904.
  • Jubiläums-Schrift zur Feier des dreihundertjährigen Bestehens des Lyzeums und Gymnasiums zu Konstanz. Cosmographia 1604–1904. 18. October (Beiträge zur Geschichte des Gymnasiums). Konstanz: Stadler Verlag, 1904.
  • Theodor Humpert (Hrsg.): Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz, Jubiläumsschrift zur Feier des 350-jährigen Bestehens – 16., 17. und 18. Oktober 1954. Konstanz: Direktion des Heinrich-Suso-Gymnasiums, 1954.
  • Andreas Beck: Des Seligen Suso unheilige Schüler: Konstanzer Geschichten aus der Schulzeit. Konstanz: Clio-Verlag, 2003. ISBN 3-00-011946-9.
  • Heinrich-Suso-Gymnasium, Konstanz (Hrsg.): 400 Jahre Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz 1604–2004. Konzeption, Text- und Bildredaktion: Wilfried Danner und Ulrich Zeller. Bad Buchau: Federsee-Verlag, 2004, 367 S., ISBN 3-925171-55-X.

Zur Bibliothek des Gymnasiums[Bearbeiten]

  • Otto Kunzer: Katalog der Grossherzoglichen Gymnasiumsbibliothek zu Konstanz. Konstanz: Stadler Verlag, 1893.
  • W. Martens: Erster Nachtrag zum Katalog der Grossherzoglichen Gymnasiumsbibliothek zu Konstanz (Zuwachs der Bibliothek von 1893 bis 1902). Konstanz: Stadler Verlag 1902.
  • Eugen Linden: Zweiter Nachtrag zum Katalog der Grossherzoglichen Gymnasiumsbibliothek zu Konstanz (Zuwachs der Bibliothek von 1903 bis 1925). Konstanz: Oberbadische Verlagsanstalt 1926.
  • Ulrich Zeller (Text- u. Bildredaktion): 400 Jahre Suso-Bibliothek: 1604–2004; hrsg. vom Heinrich-Suso-Gymnasium. Bad Buchau: Federsee-Verlag, 2004, ISBN 3-925171-59-2.

Weblinks[Bearbeiten]