Berka von Dubá

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Adelsgeschlecht Berka von Dubá und Lipa. Für andere Bedeutungen von Berka siehe Berka.

Das Geschlecht Berka von Dubá und Lipa (Birke von Dauba und Leipa, auch Berken von der Duba; tschechisch: Berkové z Dubé) ist ein altes, bedeutendes Adelsgeschlecht in Böhmen und Mähren, ein Zweig der Herren von Dauba.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Berka von Dubá und Lipa auf der Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz

Das Wappen der Birken von der Duba (Wappen aus zwei kreuzweise übereinandergelegten Eichenästen) ist erstmals auf einem Siegel des Hinko Berka von der Duba belegt, das dieser 1279 an eine Urkunde heftete.[1]

Legende der Namensentstehung[Bearbeiten]

Ein Ahnherr des stammverwandten Hauses Howora war Jägermeister des Herzogs Jaromir. Einst kam dieser auf einer Jagd von seinem Gefolge ab und fiel in die Hände der Werschowoczer, die das Räuberhandwerk trieben. Schon band man den Herzog und seinen Diener nackend an eine Eiche, um sie mit Pfeilen zu erschießen, da bat sich der Howora von dem feindlichen Anführer als Gnade aus, noch dreimal sein Leibstückchen auf dem Horn blasen zu dürfen. Allein diese Töne zeigten dem zerstreuten Gefolge nicht bloß den Ort, wo ihr Herr weilte, sondern auch, dass er in Gefahr sei; es eilte herbei und so wurden beide vom gewissen Tode gerettet.

Aus Dankbarkeit hat nun der Herzog seinen treuen Diener mit Belohnungen überhäuft und ihm den Beinamen Duba (aus dem Slawischen: Eiche) gegeben, welchen Friedrich Berke, als er 1440 das Schloß Eiche oder Duba baute, der Verwandtschaft wegen annahm. Das Benediktinerkloster, welches Jaromir an der Stelle, wo sich diese Begebenheit zugetragen hatte, erbaute, bestand noch bis auf die Zeit des Königs Wenzel, wo es zerstört ward. Die Duba aber waren lange Zeit Besitzer der Herrschaft Hohnstein-Wildenstein in der Sächsischen Schweiz.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Berka sind eine Linie der in Böhmens Geschichte genannten altböhmischen Adelsfamilie der Ronowitzer (tschechisch Ronovci oder Hronovici), die vor dem 14. Jahrhundert ausgestorben ist und von der Smil 1180 erstmals nachweisbar ist. Peter Berka war 1235 Oberster Meister der Tempelherren in Böhmen.

Gründer des Geschlechts der Berka von Dubá war Hynek (1249–1306), der Anfang des 14. Jahrhunderts Prager Burggraf wurde.

Die Berka besaßen 1353 Hohnstein und erwarben später im nördlichen Böhmen und der damals noch zu Böhmen gehörenden heutigen Sächsischen Schweiz mit den Herrschaften Hohnstein und Wildenstein einen umfangreichen Besitz. Das ursprüngliche Geschlecht verzweigte sich in die Schwarzberger (Šopkové, Červenohorští) und Adersbacher (Adršpachové) Linien. Zu deren Eigentum gehörten Hauska (Burg Houska), Weißwasser (Bělá pod Bezdězem), Bösig (Bezděz), Lämberg (Lemberk), Dauba (Dubá), Reichstadt (Zákupy), Mühlstein (Milštejn), Tollenstein (Burg Tolštejn), Kokorin (Burg Kokořín), Hühnerwasser (Kuřívody), Perstein (Starý Berštejn) und weitere Ländereien. Im 15. Jahrhundert verloren die Berka allerdings den größten Teil ihres sächsischen Besitzes, der durch die Wettiner Schritt für Schritt der Markgrafschaft Meißen zugeschlagen wurde, nachdem die Berka wiederholt als Raubritter aktiv geworden waren. Vor allem die Felsenburgen der Sächsischen Schweiz wie Wildenstein oder Neurathen gingen den Berka bis 1451 verlustig. Die Burgen wurden belagert und zerstört.

Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde ein Teil des Vermögens konfisziert. Der größte Teil des Geschlechts blieb jedoch dem Kaiser treu. Einer der Zweige wurde 1637 in den Stand der Reichsgrafen erhoben. Diese böhmische Linie erlosch jedoch schon 1706 mit dem Ableben des kaiserlichen Rats Franz Anton Hovora Grafen Berka von Duba und Lipa.

Die Berka starben im 19. Jahrhundert in Schweden und Sachsen aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch. Band 4, Abth. 9: Der Böhmische Adel. Neue vollständig geordnete und reich vermehrte Auflage. Bauer & Raspe, Nürnberg 1886.
  • Hermann Knothe: Die Berka von der Duba auf Hohnstein, Wildenstein, Tollenstein und ihre Beziehungen zu den meissnischen Fürsten. in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte Band 2, Dresden 1881, S. 193-236 (Digitalisat)

Quellen[Bearbeiten]

  1. Manfred Schober (Hrsg.): Sagen der Sächsischen Schweiz. Heimatmuseum, Sebnitz 1983.
  2. Alfred Meiche (Hrsg.): Die Burgen und vorgeschichtlichen Wohnstätten der Sächsischen Schweiz (= Jahrbuch des Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz 4, ZDB-ID 554100-1). Baensch, Dresden 1906.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berkové z Dubé family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien