Heinrich Daniel Rühmkorff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Mechaniker und Forscher. Für den fast gleichnamigen deutschen Politiker siehe Heinrich-Daniel Rühmkorf.
Heinrich Daniel Rühmkorff
Grabstein von Heinrich Daniel Ruhmkorff auf dem Cimetière Montparnasse in Paris

Heinrich Daniel Rühmkorff (* 15. Januar 1803 in Hannover; † 19. Dezember 1877 in Paris) war ein deutsch-französischer Mechaniker und Forscher auf dem Gebiet der Elektrotechnik.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich Daniel Rühmkorff wurde als Sohn des Postschaffners Friedrich Gottlieb Römkorff und seiner Ehefrau Sophie Kuckuck geboren. Sein Vater entstammte dem alten Hottelner Bauerngeschlecht der Rühmkorfs, die sich um Hannover bis in das frühe 15. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Er verbrachte seine Lehrjahre in Hannover, arbeitete in Paris und London und ließ sich 1839 in Paris nieder, wobei er seinen Namen und dessen Aussprache nicht änderte, aber fortan Ruhmkorff schrieb. (Im Französischen wird ein "u" als "ü" ausgesprochen - das "deutsch ausgesprochene u" schreibt man "ou", daher kennt die französische Schreibweise/Schreibmaschine kein "ü").

1844 stellte er zuerst einen thermo-elektrischen Apparat mit wesentlichen Verbesserungen auf, 1849 folgte dann ein Apparat, um die magnetische Drehung der Polarisationsebene zu zeigen.

Sein allgemein bekannter Induktionsapparat erschien zuerst auf einer internationalen Industrieausstellung in Paris 1855. Über einen derartigen Induktionsapparat, auch Funkeninduktor genannt, erzeugte Rühmkorff aus einer Gleichspannung von 15 Volt eine pulsierende Spannung von rund 100.000 Volt. 1864 wurde er dafür von Napoléon III. mit dem Volta-Preis (50.000 Franc) für Elektrotechnik ausgezeichnet. 1867 erreichte er mit 6 Bunsenelementen kräftig knallende Funken von 40 cm Länge, die ungeheures Aufsehen erregten. In den USA wurde die Erfindung des Funkeninduktors von Charles Grafton Page beansprucht.[1]

Funkeninduktoren fanden Verwendung als Spannungserzeuger in der Apparatur von Wilhelm Conrad Röntgen und bei Guglielmo Marconis Funkanlagen sowie in dem von Carl Benz entwickelten Benz Patent-Motorwagen Nummer 1.

Rühmkorfflampe[Bearbeiten]

Auch Jules Verne wurde durch den rühmkorffschen Induktionsapparat inspiriert. In einigen seiner Romane wird eine portable Lichtquelle (die Rühmkorfflampe zum Beispiel in „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“) beschrieben, die auf einem Funkeninduktor basiert. Eine derartige von Jules Verne beschriebene Lampe wurde tatsächlich in der Zeit der Bucherscheinung von A. Dumas und Dr. Benoit entwickelt und vertrieben. Sie wurde bereits 1862 vorgestellt und ist als "Miners Lamp" in wenigen Technik-Museen zu finden. Weit verbreitet war sie jedoch nicht, da sie zu teuer und zu schwer war.

Ehrungen[Bearbeiten]

Die Rue Ruhmkorff in Paris und die Rühmkorffstraße in Berlin und Hannover sind nach ihm benannt, ebenso der von Eric Walter Elst entdeckte Asteroid (15273) Ruhmkorff.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. C. Post: Stray sparks from the induction coil: The Volta prize and the Page patent. In: Proceedings of the IEEE, 1976 (64), 9, 1279–1286 (Digitalisat).