Heinrich Hiesinger

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Heinrich Hiesinger (* 25. Mai 1960 in Bopfingen) ist ein deutscher Industriemanager und seit 21. Januar 2011 Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG.

Leben[Bearbeiten]

Er wuchs auf einem Bauernhof auf,[1] besuchte das Gymnasium und machte Abitur, bevor er an die Technische Hochschule München ging, wo er 1986 das Diplom zum Elektroingenieur erlangte. 1991 promovierte er.

Nachdem er von 1986 bis 1991 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Hochschule München gearbeitet hatte, kam er 1992 zu Siemens. Vor seiner Berufung in den Zentralvorstand bekleidete er verschiedene Funktionen innerhalb des Konzerns. 1999 wurde er Leiter des Geschäftsgebietes Siemens Metering AG in Zug/Schweiz, welche heute unter dem Namen Landis+Gyr firmiert. Im Jahr 2000 wurde er in den Bereichsvorstand von Power Transmission and Distribution berufen. Drei Jahre später wurde er als „Sanierer“[2] wieder in die Schweiz geschickt – nämlich als Vorsitzender des Bereichsvorstands und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Siemens Building Technologies AG, die heute mit der Regionalgesellschaft Siemens Schweiz AG fusioniert ist.

Nach diversen Turbulenzen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre bei Siemens, in die der Konzern im Jahr 2007 verwickelt war, wurde er als Nachfolger von Johannes Feldmayer in den Zentralvorstand berufen, wo er für folgende Geschäftsbereiche verantwortlich war:

  • Siemens Building Technologies (SBT)
  • Siemens IT Solutions and Services (SIS)
  • Corporate Information Office (CIO)
  • Corporate Supply Chain and Procurement (CSP)
  • Global Shared Services (GSS)
  • Europa, einschließlich Regionalorganisation Deutschland (RD)

Ende 2007 sollte er zusätzlich das Corporate Personnel betreuen, das bis dahin Jürgen Radomski innehatte, dessen Vertrag aber per Jahresende 2007 vom Aufsichtsrat der Siemens AG nicht verlängert wurde. Zum 1. Januar 2008 übernahm er die Leitung des neu entstandenen Siemens Sector Industry.

Am 4. Mai 2010 gab die ThyssenKrupp AG bekannt, dass Hiesinger ab Januar 2011 die Nachfolge von Ekkehard Schulz als Vorstandsvorsitzender übernehmen sollte.[3] Dazu schied er am 30. September 2010 aus dem Vorstand der Siemens AG aus und fungierte ab 1. Oktober 2010 zunächst als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG. Mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2011 hat der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG Hiesinger zum Vorstandsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG bestellt.[4]

Gerhard Cromme musste als Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens und ThyssenKrupp bei dieser Personalie Interessenkonflikte vermeiden; dies gelang ihm nach Auffassung von Beobachtern unterschiedlich gut.[5] [6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weltwoche.ch – Germanisierung „Die Teutonenbombe“
  2. Weltwoche.ch – Germanisierung „Die Teutonenbombe“
  3. Pressemitteilung der ThyssenKrupp AG (Abgerufen am 4. Mai 2010)
  4. http://www.thyssenkrupp.com/de/konzern/hiesinger.html
  5. Rheinische Post vom 5. Mai 2010, Seite B3
  6. [1]