Heinrich IV. von Absberg

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Darstellung mit Heinrich IV.
Burg Rumburg, Sitz der Familienlinie Absberg-Rumburg, zu der auch Heinrich gehört

Heinrich IV. von Absberg (* 19. März 1409 in Dornhausen; † 26. Juli 1492) war Bischof von Regensburg von 1465 bis 1492.

Heinrich im Familienkontext[Bearbeiten]

Heinrich von Absberg (zu Rumberg, Reicheneck und Dornhausen) entstammte dem fränkischen Adelsgeschlecht der von Absberg. Er war ein Familienmitglied der Seitenlinie Absberg-Rumburg. Nach Johann Gottfried Biedermann war er der Sohn des Heinrich von Absberg zu Rumberg, Reicheneck und Dornhausen und der Magdalena, eine geborene von Seiboldsdorf. Seine Geschwister waren Anna, Magaretha, Magdalena und Ulrich. Ulrich, Mitglied im Schwanenorden, setzte die Linie fort.

Die Burg Rumburg gehört heute zu Enkering, einem Ortsteil von Kinding im Landkreis Eichstätt in Oberbayern. Das ursprünglich katholische Geschlecht wechselte 1533 zum Protestantismus. 1488 errichtete Heinrich von Absberg eine Kapelle an der Stelle, wo heute in Absberg die Pfarrkirche St. Odilia steht.

Bischof von Regensburg[Bearbeiten]

Bereits 1457 war Heinrich zum Bischof gewählt worden, die Wahl wurde aber für ungültig erklärt und Ruprecht I. von der Pfalz-Mosbach zum Bischof ernannt. Ruprecht I. starb im Alter von nur 32 Jahren und erneut stand Heinrich als Kandidat bereit.

Nachdem der bayerische Herzog Albrecht IV. alte Pfandschaften, darunter Burggrafenrechte, das Schultheißenamt, das Kammeramt und Friedensgericht, den Zoll und die Vorstadt Stadtamhof, auslöste, unterstellte sich die Reichsstadt dem bayerischen Herzog. Dieser nutzte seine Position, die Rechte des Bischofs zu beschneiden, die bayerischen Beamten verübten diverse Rechtsverletzungen gegenüber dem Klerus. Heinrich IV. hatte dies vorausgesehen und hatte vergeblich versucht, die Stadt mit finanziellen Anreizen von der Verbindung zum bayerischen Herzogtum abzuhalten. Durch Eingriff von Kaiser Friedrich III. musste der Herzog 1492 wieder von der Stadt ablassen.

Heinrich IV. kämpfte gegen die sogenannten "Irrlehren", die durch Lewin und Janko von Wirsberg im Bistum verbreitet wurden. Es gab Übergriffe gegenüber der jüdischen Bevölkerung.

Der Buchdruck erlaubte in Regensburg erstmals die Herstellung verschiedener religiöser Schriften. Es existiert eine Holzschnitzerei von Michael Wolgemut, die den knienden Bischof Heinrich IV. von Absberg im Motiv enthält.

Nach dem Tod Heinrichs IV. übernahm sein Koadjutor Ruprecht die Nachfolge.

Epitaph des Heinrich[Bearbeiten]

Das Grabmal des Heinrich aus rötlichem Marmor findet sich im Seitenschiff des Regensburger Doms St. Peter. Es zeigt als zentrales Motiv den Bischof mit entsprechendem Gewand, Mitra und Bischofsstab. In den Ecken befinden sich vier Familienwappen und ein umlaufender Text.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Gottfried Biedermann: Geschlechtsregister Der Reichsfrey unmittelbaren Ritterschaft Landes zu Franken Löblichen Orts an der Altmühl.... Bayreuth 1748. Tafel CLXVIII.
  • Michael Buchberger (Hrsg.): 1200 Jahre Bistum Regensburg. Regensburg 1939, S.44 f.
  • Josef Staber: Kirchengeschichte des Bistums Regensburg. Regensburg 1966, S. 88-94.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Ruprecht I. von der Pfalz-Mosbach Bischof von Regensburg
14651492
Ruprecht II. von der Pfalz-Simmern