Heinrich Kirchner

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Dieser Artikel behandelt den Bildhauer, für den Paläontologen siehe Heinrich Kirchner (Paläontologe)

Heinrich Kirchner (* 12. Mai 1902 in Erlangen; † 3. März 1984 in Pavolding, Gemeinde Seeon-Seebruck, im Chiemgau) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich Kirchner wurde als 2.Sohn in einen Erlanger Zimmerei-Handwerksbetrieb geboren. Er sollte mit seinem älteren Bruder diese Zimmerei übernehmen und weigerte sich dagegen, schließlich erfolgreich. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in München bei Hermann Hahn, dessen Meisterschüler er zusammen mit dem 10 Jahre älteren Fritz Wrampe 1928 wurde. Sie teilten sich ein Atelier.

Zwischenzeitlich besuchte er die École nationale supérieure des beaux-arts und vor allem die Académie Julian in Paris. Die Technik des Bronzegusses im Wachsausschmelzverfahren, eine uralte Technik, die weitgehend in Vergessenheit geraten war, zumindest in ihren unmittelbaren handwerklichen Prozessen, erwarb er sich autodidaktisch.

1931 unternahm er zusammen mit Wrampe und dem Maler Max Schöfer (1895–1966) eine Studienreise nach Italien.[1] Nach Wrampes Tod besorgte er die Verwaltung dessen künstlerischen Nachlasses.[2]

1932 wurde Kirchner Leiter der Werkstätte für Bronzeguss an der Akademie der Bildenden Künste in München. Während der Nazizeit hatte er anfangs Erfolge. So bekam er den Auftrag, den über 3,5 m großen Adler für den neuen Frankfurter Flughafen zu gießen, eine große Ehre und Aufgabe für einen jungen Künstler. Er schloss sich dennoch nie der nationalsozialistischen Bewegung an und wurde nie Parteimitglied. Ab 1952 bekam er an der Münchner Akademie eine Professur.

Grab von Heinrich Kirchner

Im Jahr 1959 war Heinrich Kirchner Teilnehmer der documenta II in Kassel. Nach seiner Emeritierung 1970 zog er mit seiner langjährigen Assistentin Katharina Klampfleuthner-Kirchner, die er nach dem Tode seiner ersten Frau Margarethe 1975 heiratete, nach Pavolding, wo er sich einen alten Bauernhof, den sogenannten „Fischerhof“ des Klosters Seeon, ausgebaut hatte. Er starb am 3. März 1984 und wurde auf Frauenchiemsee begraben.[3]

Bekannt wurde er durch seine in der Form stark vereinfachten Menschen- und Tierplastiken aus Bronze. Besonders durch seine Werke aus der Nachkriegszeit wurde er als christlicher Künstler bekannt. Die Stadt Erlangen richtete zu Ehren Kirchner´s unter dem Oberbürgermeister D. Hahlweg einen Skulpturenpark im Burgberggarten ein. Dieser wurde von ihm selbst mitgestaltet und zu seinem 80.Geburtstag 1982 eingeweiht. Auch die Gemeinde Seeon-Seebruck hat, unter Bürgermeister Glück, mehrere Großplastiken angekauft und in Seebruck ein eigenes Museum eingerichtet.

Nach ihm ist die „Heinrich-Kirchner-Schule“ in Erlangen sowie die dortige „Heinrich-Kirchner-Straße“ im Stadtteil Büchenbach benannt.

siehe auch: Städtische Galerie Erlangen

Werke im öffentlichen Besitz (Auswahl)[Bearbeiten]

„Prometheus“ im Burgberggarten in Erlangen

Museen[Bearbeiten]

Öffentlicher Raum[Bearbeiten]

Teil einer Skulpturengruppe in Pavolding im Juni 2009
  • Greifenberg/Ammersee (Kirche)
  • Erding (Pfarrhaus)
  • München (Anton-Fingerle-Zentrum, Erzbischöfliches Ordinariat, St. Johann von Capistran, Cosimapark)
  • Rosenheim
  • St. Ottilien (Klosteranlage)
  • Traunstein (Altersheim)
  • Trostberg (Krankenhaus)
  • Ensdorf, Saarland
  • Erlangen (Skulpturengarten am Burgberg)
  • Büchenbach (Schulen, Kirche)
  • Kassel
  • Rattenbach (Niederbayern)
  • Regensburg
  • Rohrbach (Niederbayern)
  • Prien am Chiemsee (Fußgängerzone)
  • Seeon /Essbaum (Kreisverkehr)
  • Seebruck (Chiemseeradweg)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinrich Kirchner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der neu identifizierten Skulpturen – Zur Ausstellung „Der Berliner Skulpturenfund. ‚Entartete Kunst‘ im Bombenschutt“. Pressemitteilung vom 18. März 2012. Staatliche Museen zu Berlin, abgerufen am 21. Oktober 2013. S. 4f. (PDF-Datei, 74 KB.)
  2. Claudia Emmert: „Lebenszeichen.“ Heinrich Kirchner – Plastiken. Ausstellungsführer. Städtische Galerie Erlangen, 2009. S. 3. Online (PDF-Datei, 489 KB.)
  3. Gerd Otto-Rieke: Gräber in Bayern. München 2000. S. 19.