Heinrich Müller (Anatom)

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Heinrich Müller (* 17. Dezember 1820 in Castell (Unterfranken); † 10. Mai 1864 in Würzburg) war ein deutscher Anatom, der sich besonders mit dem Aufbau des menschlichen Auges beschäftigte.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich Müller, der Sohn des Kanzleidirektors Gottlieb Müller und seiner Frau Philippine Meyer, studierte Medizin an den Universitäten zu München, Freiburg, Heidelberg, Würzburg und Wien. Am meisten beeinflussten ihn die Professoren Ignaz Döllinger (München), Friedrich Arnold (Freiburg), Jakob Henle (Heidelberg) und Carl von Rokitansky (Wien).

Müller habilitierte sich 1847 an der Universität Würzburg für Anatomie. Sein Schwerpunkt war zunächst die pathologische Anatomie. Als 1849 Rudolf Virchow an die Universität Würzburg kam, verlagerte Müller seine Arbeit auf das Gebiet der topografischen und vergleichenden Anatomie. 1852 wurde Müller zum außerordentlichen Professor in diesem Fach ernannt, 1858 zum ordentlichen Professor. Er gab auch Kurse zur systematischen Anatomie, zur Histologie und Mikroskopie. Er starb am 10. Mai 1864 im Alter von 43 Jahren an einer Gesichtsrose.

Als Forscher beschäftigte sich Müller besonders mit der Anatomie des Auges. Er nahm mikroskopische Untersuchungen am Tierauge vor, konzentrierte sich aber später auf das menschliche Auge. Er leistete entscheidende Beiträge zur Kenntnis der Anatomie des menschlichen Auges und der Sehnerven. Unter anderem entdeckte er die sogenannten Müllerzellen in der Netzhaut des Auges. Er gehört mit Albrecht von Graefe, Franciscus Cornelis Donders, William Bowman und Ferdinand von Arlt zu den weltweit führenden Ophthalmologen des 19. Jahrhunderts.

Literatur[Bearbeiten]