Heinrich Merz

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Kaspar[1] Heinrich Merz (* 1. Mai 1806 in St. Gallen; † 29. Juli 1875 am Wilden Kaiser bei Kufstein) war ein Schweizer Zeichner sowie Kupfer-[2] und Stahlstecher.[3]

Leben[Bearbeiten]

Der Lehrer: Samuel Amsler;
Stich von Merz nach Wilhelm von Kaulbach
Das Jüngste Gericht, Ludwigskirche, zweitgrößtes Altarfresko weltweit;
Stich bis 1840 von Merz nach Cornelius Fresko
Der Maler Gustav König;
Stich nach einer Fotografie
Priesterseminar und Bibliothek in Fulda, Stahlstich um 1850
Stadt und Burg Homberg nach einer Zeichnung von Merz, um 1850, gedruckt bei Lange

Heinrich Merz kam als Sohn eines armen Webers zur Welt. Nach dem Tod des Vaters wurde er als Halbwaise von seinem sechsten Lebensjahr bis 15. Lebensjahr im Waisenhaus erzogen, wo er unter anderem im Zeichnen mit einigem Erfolg unterrichtet wurde. Daher wurde er mit 15 Jahren ab 1821 für vier Jahre „in die Lehre gegeben“ bei dem Kupferstecher Johann Jakob Lips in Zürich.[2]

Nach der Lehre schaffte es Merz mit Hilfe „einiger Gönner“, zunächst für ein Jahr in München im Antikensaal zu arbeiten, konnte seinen Aufenthalt in München jedoch durch kleinere Arbeiten noch etwas verlängern. 1828 verbrachte Merz wieder in der Schweiz.[2]

Nachdem jedoch der Schweizer Kupferstecher Samuel Amsler 1829 zum Professor für Kupferstecherkunst an die Kunstakademie München berufen wurde, folgte ihm Merz und wurde dort „Amsler’s treuester Schüler“.[2]

Nachdem sich Merz auch einen Ruf für seine in teils jahrelanger Einzelarbeit geschaffenen Farbstiche erworben hatte, verunglückte der „rüstige Mann […] wahrscheinlich in Folge eines Herzschlages, am 29. Juli 1875 auf einer Bergpartie am sogenannten Wilden Kaiser nächst Kufstein“.[2]

Bekannte Werke[Bearbeiten]

  • Frühe Werke:
  • um 1833: Stich nach der „Madonna“ (aus der „Anbetung der Könige“ in der Allerheiligenkirche) von Heß für den Frankfurter Kunstverein, erschienen 1833 in München bei Reichardt[2]
  • 1834: „Jakob, Laban und Rahel“ nach einer Federzeichuung von Julius Schnorr[2]
  • um 1835 nach Wilhelm von Kaulbach, für den Frankfurter Kunstverein:[2]
  • nach Cornelius
    • 1836–1838: Vollendung der von Professor E. Schäffer begonnenen Platte mit der „Nacht“[2]
    • bis 1840: Reproduktion von Cornelius „Jüngstem Gericht“ in der Ludwigskirche[2]
    • „Geburt“, und „Kreuzigung Christi“ (Originale beide in der Ludwigskirche)[2]
  • Barbarossa“ nach Kaulbach, abgedruckt im sogenannten Hermann-Kalender für 1843, nach der von J. Minsinger galvanisch vervielfältigten Platte[2]
  • Das Leben einer Hexe in Zeichnungen von Bonaventura Genelli, gest. von Heinrich Merz und C[arl Arnold] Gonzenbach, mit erläuternden Bemerkungen von Hermann Ulrici, Düsseldorf: Julius Buddeus; Leipzig: Rudolph Weigel, o.J. (1847), 2 Blatt mit 10 Radierungen,[1] davon 5 Stücke von Merz[2]
  • 1848–1852, „in achtjähriger Arbeit“ im Auftrag von Carl Waagen: großer Farbenstich nach Kaulbach’s in der Neuen Pinakothek befindlichem Oelbilde „Die Zerstörung Jerusalems“[2]
    • daraus die Gruppe mit dem „Auszuge der Christen“[2]
  • um 1853: Capitalblatt „die Zerstörung Troja’s“ nach dem Wandgemälde von Cornelius in der Glyptothek, erschienen 1853–55 in Leipzig, im Verlag des Bibliographischen Instituts und für den Kölner Kunstverein[2]
  • „Der reuige Sünder oder die Freude der Engel“ nach G. König nebst zwei Randzeichnungen zu den „Psalmen“ desselben[2]
  • 10 Blätter zu Genelli’s „Leben eines Künstlers“, erschienen in Leipzig bei Alphons Dürr[2]
  • „Schultheiß Wengi von Solothurn stellt sich vor die Kanonen der Aufrührer“ nach Casp. Boshart, erschienen in Basel bei Lang[2]
  • 3 Stahlstiche nach Friedrich Pecht in dessen 1859 erschienener Schiller-Galerie[3]
  • 25 Platten zu E. Försters „Denkmale italienischer Malerei“, erschienen in Leipzig ab 1870 bei T. O. Weigel[2]
  • Umrisse nach Peter Cornelius „Entwürfe zu den kunstgeschichtlichen Fresken in den Loggien der königlichen Pinatothek“, mit Text von E. Förster, Leipzig 1875, bei Alphons Dürr, 48 Blätter
  • sieben Blätter zu Führichs „Buch Ruth“, erschienen in Leipzig 1875[2]
  • 2 Blätter zu Schwinds „Fidelio“, Leipzig 1875 (die beiden anderen schuf Gonzenbach)[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinrich Merz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c PND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad Hyacinth Holland: Merz, Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 21, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 482 f.
  3. a b Schiller-Galerie. Charaktere aus Schillers Werken. Gezeichnet von Friedrich Pecht und Arthur von Ramberg, Fünfzig Blätter in Stahlstich mit erläuterndem Texte von Friedrich Pecht F. A. Brockhaus, Leipzig 1859; online über Google-Bücher
  4. Angaben der Deutschen Nationalbibliothek