Heinrich Schenck

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Johann Heinrich Rudolf Schenck (* 31. Januar 1860 in Siegen; † 25. Juni 1927 in Darmstadt) war ein deutscher Botaniker und Hochschulprofessor. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Schenck“.

Biografie[Bearbeiten]

Heinrich Schenck wurde 1860 als Sohn des Dr. med. Martin Schenck und seiner Ehefrau Johanna Dressler in Siegen geboren. Er studierte von 1879 bis 1880 Naturwissenschaften an der Universität Bonn und von 1881 bis 1882 an der Universität Berlin. In Berlin waren seine Lehrer insbesondere August Wilhelm Eichler und Simon Schwendener. Von 1882 bis 1883 war er wieder in Bonn und wurde dort 1884 bei Eduard Strasburger zum Dr. phil. promoviert.

1886/1887 unternahm er zusammen mit Andreas Franz Wilhelm Schimper eine Forschungsreise nach Brasilien, wo sie unter anderem bei Johann Friedrich Theodor Müller in Blumenau waren. 1889 wurde Schenck Privatdozent an der Universität Bonn und erhielt 1896 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Botanik an der Polytechnischen Hochschule Darmstadt. Gleichzeitig wurde er zum Direktor des Botanischen Gartens in Darmstadt ernannt. Als Schenck am 1. Oktober 1896 seinen Dienst an der TH Darmstadt antrat, war der bisher eigenständige Botanische Garten der Universität angegliedert worden.

Schencks Forschungsinteresse galt den Wasserpflanzen, bei denen er vor allem den histologischen Bau sowie die Lebensbedingungen erforschte. Seine Ergebnisse auf diesem Gebiet fasste er in der ersten ökologischen Monographie über diese Gruppe zusammen. Weiter erforschte er die Morphologie, Histologie und Ökologie der Lianen.

Er war Mitbegründer und bis zur 16. Auflage Mitherausgeber des Strasburger. Sein Bruder Adolf hat sich als Geograph, Mineraloge und Botaniker einen Namen gemacht.

Heinrich Schenck war von 1901 bis 1904 Dekan der Abteilung Chemie und von 1909 bis 1911 Rektor der TH Darmstadt.

Heinrich Schenck war seit 1890 mit Marie Schwarz verheiratet. Aus der Ehe sind mehrere Kinder hervorgegangen. Die Tochter Erna, verheiratete Erna Walter (1893–1992) war ebenfalls Botanikerin.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1905: Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen
  • 1909: Geheimer Hofrat

Werke[Bearbeiten]

  • Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Jena : G. Fischer. bis 16. Bearb. von Hans Fitting; Ludwig Jost; Heinrich Schenck; George Karsten
  • Vegetationsbilder aus der Sierra de Mixteca Mexiko. Jena : Fischer, 1922.
  • Martin Schongauer's Drachenbaum. Jena : Fischer, 1920
  • Flechtenbestände. Jena : Fischer, 1914
  • Beiträge zur Kenntnis der Vegetation der Canarischen Inseln : mit Einfügung hinterlassener Schriften A. F. W. Schimpers. Jena : Fischer, 1922
  • Über Flora und Vegetation von St. Paul und Neu-Amsterdam : mit Einfügung hinterlassener Berichte. A. F. W. Schimpers. Jena : Fischer, 1922
  • Vergleichende Darstellung der Pflanzengeographie der subantarktischen Inseln, insbesondere über Flora und Vegetation von Kerguelen : mit Einfügung hinterlassener Schriften A. F. W. Schimpers. Jena : Fischer, 1922
  • Beiträge zur Kenntnis der Vegetation und Flora der Seychellen : mit Einfügung hinterlassener Schriften von A. F. W. Schimper u. nach d. Vorarbeiten von H. Schenk. Hrsg. Ludwig Diels. - Jena : Fischer, 1922
  • Alpine Vegetation. Jena : Fischer, 1908
  • Mittelmeerbäume. Jena : Fischer, 1905
  • Strandvegetation Brasiliens. Jena : Fischer, 1903
  • Vegetationsbilder aus Südbrasilien. Jena : Fischer, 1903
  • Tropische Nutzpflanzen. Jena : Fischer, 1903
  • Vergleichende Anatomie der submersen Gewächse : mit 10 Tafeln. Cassel : Fischer, 1886
  • Beiträge zur Biologie und Anatomie der Lianen : im Besonderen der in Brasilien einheimischen Arten. Jena : Fischer, 1892

Literatur[Bearbeiten]

  • Christa Wolf und Marianne Viefhaus: Verzeichnis der Hochschullehrer der TH Darmstadt, Darmstadt 1977, S. 178.
  • Ulrich Lüttge, Elke Fischer-Schliers, Stefan Schneckenburger (Hrsg.): Botanik an der Technischen Universität Darmstadt 1814 - 1970, Darmstadt 2005.

Weblinks[Bearbeiten]