Heinrich von Langenstein

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Heinrich von Langenstein (auch: Heinrich von Hessen der Ältere; eigentlich: Heinrich Heinbuche; * 1325 in Langenstein bei Marburg; † 11. Februar 1397 in Wien) war ein Theologe, Kirchenpolitiker und Astronom. Er war Reorganisator der Universität Wien.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich von Langenstein studierte 1358 in Paris. An der Sorbonne erhielt er 1363 den Lehrstuhl für Philosophie und stieg er zum Vizekanzler auf. Er stand im Großen Abendländischen Schisma (1378–1447) auf Seiten von Papst Urbans VI. und schlug die Einberufung eines Konzils vor. Daher musste er 1382 seine Stellung und schließlich Frankreich verlassen. Im folgenden Jahr hielt sich Heinrich längere Zeit im Kloster Eberbach auf, dessen Abt Jakob von Eltville war bis 1372 ebenfalls Professor der Sorbonne[1].

1384 wurde er Professor der Theologie an der (1365 gegründeten) Universität Wien, lehrte aber auch Astronomie. Georg Tannstetter fügte 1514 seiner Ausgabe astronomischer Tabellen auch eine Geschichte der Wiener Mathematiker und Astronomen bei: Viri Mathematici. Diese Geschichte beginnt mit Henricus de Hassia Germanus.[2]

1393/94 war er Rektor der Universität.

Siehe auch[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Contra astrologos coniunctionistas de eventibus futurorum, 1371
  • Quaestio de cometa, 1386;
  • De magnete;
  • De habitudine causarum et influxu naturae communis respectu inferiorum
  • De reductione effectuum specialium in virtutes communes
  • Epistola pacis, 1379
  • Epistola consilii pacis de unione ac reformatione Ecclesiae, 1381
  • Epistola de cathedra Petri, 1395 oder 1396
  • Epistola de futuris periculis ecclesiae, 1383
  • Liber adversus Telesphori eremitae vaticinia de ultimis temporibus, 1392
  • Ecclesiae planctus de schismate. Urbani et Clementis, 1393
  • Contra disceptationes et contrarias praedicationes fratrum mendicantium super conceptione beatissimae Mariae, 1390
  • De discretione spirituum, 1382 bis 1384
    • Thomas Hohmann, Heinrich von Langenstein "Unterscheidung der Geister" lateinisch und deutsch, Artemis, Zürich, München, 1977.
  • Speculum animae, 1382-84 (Digitalisat der dt. Ausgabe Der spiegel der sele, Nürnberg 1517)
  • De contemptu mundi, 1382 bis 1384

Literatur[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1.  Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992, ISBN 3-922244-90-4, S. 445.
  2. Hg. und übersetzt in Franz Graf-Stuhlhofer: Humanismus zwischen Hof und Universität. Georg Tannstetter (Collimitius) und sein wissenschaftliches Umfeld im Wien des frühen 16. Jahrhunderts. Wien 1996, S.156-171 (über Heinrich S.156f).

Weblinks[Bearbeiten]