Heinrich von Rustige

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Heinrich Franz Gaudens von Rustige

Heinrich Franz Gaudenz von Rustige (* 12. April 1810[1] in Werl; † 15. Januar 1900 in Stuttgart) war ein deutscher Maler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Heinrich von Rustige: Der Liebesroman, 1843
Heinrich von Rustige: Die Eau de Cologne-Familie Farina vor ihrem Landsitz Hagerhof bei Bad Honnef, 1837
Werl, Stadtansicht von 1860

Rustige war ein Schüler von Wilhelm von Schadow in Düsseldorf und Direktor der Königlichen Staatsgalerie in Stuttgart. Ab 1845 war er Professor an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1865–1866 ließ sich Rustige von Christian Friedrich von Leins in Stuttgart ein Haus in der Neckarstraße 53 erbauen, das 1951 abgebrochen wurde.[2]

Rustige bezog 1828 die Kunstakademie Düsseldorf, siedelte 1836 nach Frankfurt am Main über und unternahm von dort aus Studienreisen nach Wien und Ungarn, später nach Dresden, Berlin, Frankreich und England. 1845 wurde er Professor an der Kunstschule in Stuttgart und Inspektor der württembergischen Staatsgalerie. 1887 gab er seine Lehrtätigkeit auf. Rustige hat Historien- und Genrebilder, Landschaften und Porträts gemalt und darin eine Geschicklichkeit in der Anordnung und Ausführung, fleißiges Studium und lebendigen Sinn für Charakteristik gezeigt.

Von seinen Gemälden sind das Gebet beim Gewitter (Verlust im Zweiten Weltkrieg) und die Überschwemmung (Nationalgalerie Berlin), Herzog Alba im Schloss zu Rudolstadt (Galerie zu Stuttgart), Überführung der Leiche Kaiser Ottos III. nach Deutschland und Friedrich II. und sein Hof in Palermo sowie „Zwei Italienerinnen“ (Städtisches Museum Werl) hervorzuheben. Im Werler Museum befindet sich auch die größte ausgestellte Sammlung des Künstlers.

Rustige ist auch als Dichter bekannt geworden. Einem Band lyrischer Gedichte (1845) folgten die historischen Dramen „Filippo Lippi“ (1851),[3] „Attila“ (1853), „Konrad Widerhold“ (1856), „Kaiser Ludwig der Bayer“ (1860) und „Eberhard im Bart“ (1863) sowie die zum Teil humoristischen „Reime und Träume im Dunkelarrest“ (Stuttgart 1876).

Ehrungen, Nobilitierung, Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Heinrich von Rustige wurde 1867 mit dem Ehrenritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone ausgezeichnet[4], welches mit dem persönlichen Adelstitel verbunden war.

Für seine Verdienste um Kunst und Wissenschaft wurde er 1890 zum Ehrenbürger der Stadt Werl ernannt.

Rustige war seit der Gründung 1850 Mitglied in der Stuttgarter Künstlergesellschaft Das Strahlende Bergwerk.[5]

Dichterisches Werk[Bearbeiten]

  • Gedichte, Frankfurt am Main: Sauerländer 1845.
  • Filippo Lippi. Drama in 5 Akten, Erstaufführung 19. September 1851 im Hoftheater Stuttgart, Druck: Stuttgart: Zu Guttenberg 1851, [6] Stuttgart: Köhler 1852.
  • Attila [Drama in 5 Akten], Stuttgart 1853.
  • Konrad Widerhold. Dramatisches Charakterbild in 5 Akten, Stuttgart: Bach 1856.
  • Toast der Stadt Bingen bei Gelegenheit der Künstlerversammlung am 30. September, Bingen: Gunst 1856.
  • Kaiser Ludwig der Bayer. Historisches Schauspiel in 5 Akten, Stuttgart: Schweizerbarth 1860.
  • Eberhard im Bart. Historisches Schauspiel in 5 Akten, Stuttgart: Schweizerbarth 1863.
  • Reime und Träume im Dunkelarrest, Stuttgart: Lerg und Müller [1876].
  • Das Poetische in der bildenden Kunst, Stuttgart: Langenmüller 1876 (= Neue illustrierte Volksbibliothek II,1).
  • Der Maler in Uniform. Erinnerungen an das Soldatenleben [Roman]. Illustr. von E. Rumpf, Stuttgart: Krabbe 1890.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gisela Hengstenberg: Rübezahl im Königsbau. Die Stuttgarter Künstlergesellschaft „Das Strahlende Bergwerk“, Stuttgart 2003, Seite 148, 318, 330, u. a.
  • Ingeborg Krekler: Katalog der handschriftlichen Theaterbücher des ehemaligen württembergischen Hoftheaters : (codices theatrales) , Wiesbaden 1979, S. 47, 205 und 335 (Digitalisat)
  • Manfred Schmid; Jutta Ronke: Städtisches Lapidarium, Museumsführer, Stuttgart [2006].
  • Stuttgart, in: Deutsches Kunstblatt. Zeitschrift für bildende Kunst, Baukunst und Kunstgewerbe 2.1851, Nr. 43 vom 25. Oktober, S. 348 (Digitalisat)
  • Gustav Wais: Stuttgarts Kunst- und Kulturdenkmale : 25 Bilder mit stadtgeschichtlichen, baugeschichtlichen und kunstgeschichtlichen Erläuterungen, Stuttgart [1954].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Taufregister, St. Walburga Werl, Jg. 1810, S. 217
  2. Die Rundreliefs der Vier Jahreszeiten nach Bertel Thorvaldsen von Rustiges Haus befinden sich im Städtischen Lapidarium Stuttgart, Inventarnummer 152–155. Siehe: Schmid 2006, Seite 74–75; Wais 1954, Seite 120–121.
  3. Siehe hierzu: Albert Güldenstein, Todt des Philippo Lippi.
  4. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1894, Seite 33
  5. Hengstenberg 2003.
  6. Siehe Krekler 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinrich von Rustige – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Liste westfälischer Autorinnen und Autoren 1750 bis 1950: [1] (mit Literaturangaben)