Heinrichsthal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Heinrichsthal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heinrichsthal
Heinrichsthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heinrichsthal hervorgehoben
50.0708333333339.3441666666667436Koordinaten: 50° 4′ N, 9° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Heigenbrücken
Höhe: 436 m ü. NHN
Fläche: 4,52 km²
Einwohner: 842 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63871
Vorwahl: 06020
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 128
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 9
63871 Heinrichsthal
Webpräsenz: www.heinrichsthal.de
Bürgermeister: Guido Schramm (Unabhängige Bürger)
Lage der Gemeinde Heinrichsthal im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild

Heinrichsthal ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Heigenbrücken. Sie ist die höchstgelegene Gemeinde im gesamten Spessart und die kleinste selbständige Gemeinde im Landkreis Aschaffenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Heinrichsthal liegt in der Region Bayerischer Untermain am oberen Ende des Lohrbachtals.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Heinrichsthal hat drei amtlich benannte Ortsteile[2] auf einer Gemarkung:

Ortsbild[Bearbeiten]

Heinrichsthal hat dank seiner Hochplateaulage ein für Spessartorte ungewöhnliches Ortsbild und liegt nicht - wie der Name vermuten lässt - in einem typischen Spessarttal. Die Straßen gehen sternförmig vom Dorfplatz aus in die vergleichsweise sanften Höhenlagen des Ortes. Da der Fremdenverkehr in Heinrichsthal noch nie eine Rolle spielte, ist das Ortsbild überwiegend von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schöllkrippener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Wiesener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Heinrichsthaler Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Heinrichsthaler Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Heigenbrücken

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Heinrichsthal geht auf den Personenname Heinrich Fleckenstein, dem ersten Glasmacher im Ort, zurück. Die Grundwörter im Ortsnamen sind sowohl die Landschaftsbezeichnung Tal als auch gelegentlich die Hütte.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1669 Heinrichshütte
  • 1679 Heinrichstal
  • 1683 Heinrichsthal
  • 1694 Henricushütt
  • 1792 Heinrichsthal

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1636 tauchte erstmals der Name des Meisters einer Glashütte auf, die in dieser Region stand. Heinrich Fleckenstein von der Glashütte im Wollersbuch. Ebenfalls wird 1639 ein weiterer Hüttenmeister genannt, Jacob Fleckenstein. 1647 stand Heinrich Fleckensteins Glashütte im Lohrgrund, brannte aber keine 34 Wochen durch. Aus einem Rechnungsbuch von 1652 geht hervor, dass Heinrich und Jacob Brüder waren. Im Jahre 1664 tauchten zum ersten Mal die beiden Ortsnamen "Heinrichs grundt undt Jacobs thael" als Lagebezeichnung auf. Letzteres wurde zur heutigen Ortschaft Jakobsthal. Mit dem Jahre 1678 tritt ein neues Stadium der Ortsgeschichte ein, denn in diesem Jahr ist Heinrichsthal zum ersten Mal als Ortschaft genannt. Für 7 Häuser und 10 Rinder mussten die ersten Steuern bezahlt werden. [4]

Die Pfarrkirche St. Georg wurde 1834 erbaut

Als Teil des Erzstifts Mainz fiel Heinrichsthal bei der Säkularisation 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg, mit welchem es 1814 (jetzt ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) zu Bayern kam. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Heinrichsthal lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Heinrichsthal war nun eine der 42 Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken (Kfz-Kennzeichen ALZ). Mit Auflösung des Landkreises Alzenau im Jahre 1972 kam Heinrichsthal in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg (Kfz-Kennzeichen AB).

Heute findet man noch die Initialen von Heinrich Fleckenstein im Heinrichsthaler Wappen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1686: 049 Einwohner[4]
  • 1900: 548 Einwohner
  • 1970: 848 Einwohner
  • 1987: 892 Einwohner
  • 2000: 952 Einwohner
  • 2009: 886 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat acht Mitglieder, die alle auf einer gemeinsamen Liste kandidierten. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,9 %. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der direkt gewählte Bürgermeister. Amtsinhaber Guido Schramm kandidierte 2008 erneut auf der Liste der "Unabhängigen Bürger" und wurde wiedergewählt. Er hatte keinen Gegenkandidaten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Heinrichsthal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2009 692.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 270.000 € und der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 323.000 €. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer betrug 13.000 €.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2009 nach der amtlichen Statistik 87 Beschäftigte am Arbeitsort. Darunter im produzierenden Gewerbe 56, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 5 und bei Unternehmensdienstleistern 10 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 318. Das ergibt einen negativen Pendlersaldo, d. h. 231 mehr Aus- als Einpendler. In Heinrichsthal gab es 2009 keine Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten.

Zudem bestanden im Jahr 2009 8 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 267 ha, davon waren 186 ha Ackerfläche und 81 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010):

  • Kindergarten: 28 Kindergartenplätze mit 19 Kindern

Telekommunikation[Bearbeiten]

108 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG vom Typ FMT 5 Welt-Icon50.0855555555569.34.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/233747&attr=OBJ&val=1539
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 98.
  4. a b  Unser Kahlgrund 1974. Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises. ISSN 0933-1328.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinrichsthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien