Heinsen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Heinsen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heinsen
Heinsen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heinsen hervorgehoben
51.8833333333339.436111111111190Koordinaten: 51° 53′ N, 9° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Bodenwerder-Polle
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 18,63 km²
Einwohner: 831 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37649
Vorwahl: 05535
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 019
Adresse der Verbandsverwaltung: Münchhausenplatz 1
37619 Bodenwerder
Webpräsenz: www.muenchhausenland.de
Bürgermeister: Reiner Wölk (SPD)
Lage der Gemeinde Heinsen im Landkreis Holzminden
Hessen Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Hildesheim Landkreis Northeim Arholzen Bevern (Landkreis Holzminden) Bevern (Landkreis Holzminden) Bodenwerder Boffzen Boffzen Derental Derental Derental Derental Boffzen (gemeindefreies Gebiet) Brevörde Deensen Deensen Deensen Grünenplan (gemeindefreies Gebiet) Grünenplan (gemeindefreies Gebiet) Grünenplan (gemeindefreies Gebiet) Delligsen Dielmissen Eimen Eimen (gemeindefreies Gebiet) Eschershausen Eschershausen (gemeindefreies Gebiet) Eschershausen (gemeindefreies Gebiet) Fürstenberg (Weser) Golmbach Halle (Weserbergland) Hehlen Hehlen Heinade Heinade Heinade Heinsen Heyen Holenberg Holzen (bei Eschershausen) Holzminden Holzminden Holzminden (gemeindefreies Gebiet) Kirchbrak Lauenförde Lenne (Niedersachsen) Lüerdissen Merxhausen (gemeindefreies Gebiet) Negenborn Ottenstein (Niedersachsen) Pegestorf Polle Stadtoldendorf Vahlbruch Wangelnstedt Wenzen (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild
Wappenfoto Heinsen.png

Die Gemeinde Heinsen ist eine Gemeinde im Landkreis Holzminden in Niedersachsen (Deutschland). Sie gehört zur Samtgemeinde Bodenwerder-Polle.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Heinsen liegt an der Oberweser an einer landschaftlich hervorragenden Stelle des Weserberglands. Vom zum Ortsgebiet gehörenden Stollenberg aus kann man mehrere Weserschlingen überblicken. Weitere kleinere Erhebungen in der Umgebung sind Waul, Wilmeröder Berg, Hopfenberg und das Bruchholz. Nicht weit entfernt ist der Köterberg, der höchste Berg des Weserberglands, den man vom Stollen aus gut sehen kann.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Zu Heinsen gehört ein recht großes Waldgebiet, das in 2 Jagdbereiche eingeteilt ist. Begrenzt wird das Gebiet durch die Wälder die zu Stahle, Bödexen, Polle und Hummersen gehören.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Heinsen grenzt an die Orte Höxter (Ortsteile Stahle und Bödexen), Polle, Bevern (Ortsteil Forst) und Lügde (Ortsteil Hummersen).

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Heinsen von "Jener Seite" (der rechten Weserseite). Aufnahme Sommer 1955

Heinsen wurde im Jahre 832 als Higenhusen erstmals urkundlich erwähnt, später als Heienhusen bezeichnet. Prägend für das Dorf waren über die Jahrhunderte, neben den alteingesessenen Bauernfamilien, Schifffahrt, Fischfang und Flößerei. Daraus leitet sich auch das Wappen ab, in dem ein Anker abgebildet ist.

1889 wird ein Schützenverein und 1919 ein Turn- und Sportverein (Tuspo) gegründet.

Im Zweiten Weltkrieg waren in Heinsen ein kleiner Militärflugplatz sowie ein Leuchtturm in Betrieb.

Im Zuge der Gebietsreform kam Heinsen am 1. Januar 1973 vom Landkreis Pyrmont zum Landkreis Holzminden.

Seit 2003 besteht ein Förderverein Personenfähre Heinsen e. V., der seit 2005 den Fährbetrieb in alter Tradition wiederaufleben ließ.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1885: 929 Einwohner
  • 1925: 987 Einwohner
  • 1933: 1.099 Einwohner
  • 1939: 964 Einwohner
  • 1996: 1.039 Einwohner
  • 2007: 942 Einwohner
  • 2010: 877 Einwohner
  • 2012: 831 Einwohner

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Heinsen - wie andere dörfliche Gemeinden auch - eine große Zahl von Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten aufnehmen. Die Einwohnerzahl erreichte damals eine Spitzenwert von etwa 2000.

Von 1968 bis 2004 nahm die Bevölkerungszahl in Heinsen um 13,9 Prozent ab. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung betrug 41,8 Jahre (Stand 2003).

Religionen[Bearbeiten]

Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Liborius

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
74,52 %
25,48 %

Wahlbeteiligung: 50,90 %

Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 11. September 2011 zusammen aus:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister von Heinsen ist seit 2011 Reiner Wölk (SPD).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Zwei Heinser Laienspielgruppen "Die Wittenburger" und "Simsalabim" führen seit Herbst 2004 jährlich Theaterstücke auf.

Museen[Bearbeiten]

Im Heimat- und Schifffahrtsmuseum wird eine Dokumentation der Geschichte des Ortes, der Entwicklung der bäuerlichen und handwerklichen Erwerbskultur, einer sehr frühen Kirchentradition und einer der damit verbundenen Schule sowie in einem Sonderteil eine Ausstellung zur Bedeutung der Schifffahrt für Heinsen gezeigt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Liboriuskirche wurde um 1300 erbaut. Ein neuer hölzerner Turm wurde Ende des 16. Jahrhunderts erstellt und weitere Umbauten folgten bis ins 20. Jahrhundert.

Der Kalkofen ist eines der bedeutenden Bauwerke des Ortes und wurde in der Zeit zwischen 1999 und 2002 von einer archäologischen Schülergruppe des Campe-Gymnasiums in Holzminden, unter Mithilfe des Heimat- und Kulturvereins, des Arbeitervereins, der Gemeinde Heinsen, der Kreisarchäologie sowie der Jugenwerkstatt Holzminden restauriert und ist heute als Industriedenkmal geschützt. Der Kalk, der in Heinsen gebrannt worden ist, fand u. a. in Stadtmauern Verwendung und wurde bis nach Bremen auf der Weser von Heinser Schiffern verschifft. Früher gab es in Heinsen noch mehr Kalköfen, diese sind aber heute nicht mehr erhalten.

Auch einige ältere Fachwerkhäuser stehen unter Denkmalschutz. Außerdem führte die Familie Söffge seit rund 1000 Jahren eine Mühle in Heinsen. Diese hat 2011 ihren Betrieb eingestellt und wurde 2014 verkauft.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Beliebtes Wanderziel ist die „Dicke Buche“ im Bereich des „Bürstenkempen“. Eine große Bank zur Rast ist direkt vor der Buche vorhanden, ein Pfad führt zu ihr, so dass man sie auch wirklich findet. Viele Heinser haben sich bereits in ihrer Rinde verewigt.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Grundlose: Teich im Ortsgebiet, der einer Sage nach grundlos ist. Versuche, sie auszuloten, sollen ein schlimmes Ende gefunden haben. An ihrem Zufluss trafen sich bis in die 1950er Jahre die Mädchen des Dorfes, um Wäsche zu waschen, Dorfklatsch auszutauschen und alte Geschichten weiterzugeben.

Findling am Ortsausgang in Richtung Wilmeröder Berg, aufgestellt anlässlich der 1150-Jahr-Feier von Heinsen.

Weserpromenade mit Brotbackofen, Café und Personenfähre

Sport[Bearbeiten]

Hier wäre an erster Stelle der TuSpo Heinsen 1919 e. V. zu nennen. Ein eigener Fußballbereich wurde vor einigen Jahren zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit aufgegeben und so bildete sich eine Spielgemeinschaft Wesertal heraus, die aus verschiedenen Orten der Gemeinden Heinsen, Polle und Brevörde zusammengesetzt ist. Der Fußballplatz in Heinsen wird vom Verein günstig gepachtet.

Der zweitgrößte Verein ist der Schützenverein von 1889 e. V. Heinsen. Statistisch gesehen ist hier jeder 10. Einwohner Mitglied. Traditionelle Veranstaltungen: Königsschießen, Anbringen der Königsscheiben und Königs- und Sommerball.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Osterfeuer jeweils am Karsamstag ab 18:00 Uhr
  • Weihnachtsmarkt jeweils am Tag vor dem 2. Advent Sonntag
  • jeweils am 1. Mai Wanderung des Sportvereins mit anschließendem Maibaum aufstellen am Sportgelände
  • Fährfest der Fährvereins Heinsen jeweils im Frühling zu wechselnden Terminen am Weserbackofen bei der Fähre

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Die Rathmann Elektrobau GmbH wurde 1925 gegründet. Das Unternehmen beschäftigt 35 Personen.

Die Dipl.-Ing. Helfried Busche Bauunternehmen mbH wurde 1984 gegründet.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 83 verbindet Heinsen mit Holzminden und Bodenwerder.

Der Radweg R99 verläuft durch Heinsen und wurde im Zuge der Dorferneuerung, an der Heinsen teilnimmt, ausgebaut.

An der Fährstelle der ehemaligen Personenfähre an der Weser gibt es seit 2005 eine motorbetriebene Fähre für acht Personen und Fahrräder. Der Fährbetrieb wird von April bis Oktober vom Förderverein sichergestellt.

Bildung[Bearbeiten]

Ein kirchlicher Visitationsbericht (Kontrollbesuch nach der Reformation) erwähnt 1588 eine Küsterschule mit 10 Knaben in Heinsen. Die alte Küsterei an der Weser musste 1796 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Im Jahr 1795 gingen noch 64 Jungen und 75 Mädchen zur Schule. An der gleichen Stelle wurde ein neues Gebäude errichtet, das heute das Gemeindebüro beherbergt. Ab 1869 kam ein weiteres Schulgebäude für das 5. bis 8. Schuljahr gegenüber der Kirche mit einer Lehrerwohnung hinzu. 1870 wurden 223 Schüler unterrichtet. 1912 bis 1913 wurde am westlichen Ortsausgang Heinsens ein neues Schulhaus gebaut und eine dritte Lehrerstelle eingerichtet. In diesem Gebäude befand sich zuletzt eine Grundschule, die jedoch aufgrund zu geringer Schülerzahlen im Sommer 2013 geschlossen wurde[2].

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Jakob Lampadius (auch: Jakob Lampe) (* 21. November 1593 in Heinsen; † 10. März 1649 in Osnabrück), Staatsrechtler, Hofrat und 1635 Vizekanzler Herzog Georgs von Braunschweig-Lüneburg
  • Walter Hansmann, ehemaliger Bürgermeister, Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Gerhard Hornemann, 1778-1790 Pastor in Heinsen, Autor verschiedener Aufsätze in der Zeitschrift Hannoverisches Magazin
  • Volkmar von Heinsen (Pseudonym und regionale Sagengestalt), fand im späten 18. Jahrhundert erstmals Erwähnung in der örtlichen Sagen- und Geschichtserzählung: aus Neid und Missgunst ihm gegenüber erzählten sich die Bürger von Heinsen Schauergeschichten über ihn. In Wahrheit war er jedoch einer der Person, welche das organisierte Postwesen in der damals noch rückständigen Region aufbaute und auch große Fortschritte bei der örtlichen Brandbekämpfung erzielen konnte, in dem er das Feuerwehrwesen umgliederte und in neue Strukturen ordnete.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Wittkopp: Heinsen - Die Geschichte eines Oberweserdorfes. Selbstverlag des Heimatbundes Niedersachsen

In und um Heinsen herum sind einige interessante Sagen entstanden, zu nennen wären da diese: Der Teufel auf der Wittenburg, der Klüngelhund, Grundlose, Der Schatz im Schäferskampe, Die weißen Frauen im Bruchholz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Dorfschule schließt für immer. HAZ, 11. Juni 2012, abgerufen am 13. Juni 2013.