Heinz G. Konsalik

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Heinz G. Konsalik, eigentlich Heinz Günther (* 28. Mai 1921 in Köln; † 2. Oktober 1999 in Salzburg), war einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Seine Werke veröffentlichte er teils unter mehreren Pseudonymen; „Konsalik“ war der Geburtsname seiner Mutter. Weitere Pseudonyme von Konsalik waren Benno von Marroth und Jens Bekker.

Leben[Bearbeiten]

Grab von Heinz G. Konsalik auf dem Melaten-Friedhof in Köln

Heinz G. Konsalik entstammt, nach eigenen unbestätigten Aussagen, einem alten sächsischen Adelsgeschlecht (Freiherren von Günther, Ritter zu Augustusberg), das seinen Titel in der wilhelminischen Zeit ablegte. Sein Vater war Versicherungsdirektor. Konsalik schrieb bereits mit zehn Jahren einen ersten Wildwestroman. Mit 16 verfasste er Feuilletons für die Kölner Zeitungen.

Leben und Wirken im Dritten Reich[Bearbeiten]

Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium Köln studierte er zunächst Medizin, später wechselte er zu Theaterwissenschaften, Literaturgeschichte und Germanistik. Ab 1939 war er bei der Gestapo tätig.[1] 1938 veröffentlichte Günther sein „erstes brauchbares“ Gedicht.[2] Am 31. August 1939 hatte er als Obersekundaner die heroische Tragödie Der Geuse fertiggestellt. Danach trat er der Hitlerjugend, Gebiet 11 Mittelrhein,[2] bei. Im Dezember 1939 nahm er eine Tätigkeit bei der Gestapo[2] auf. Sein nächstes Drama war Gutenberg, welches er im März 1940 beenden konnte. Günther bemühte sich im gleichen Jahr um Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer, um bei der „Erzeugung von Kulturgut“[2] mitzuwirken, was zunächst abgelehnt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde er Kriegsberichterstatter in Frankreich und kam als Soldat später an die Ostfront, wo er in Russland schwer verwundet wurde (Armverletzung bei Smolensk).[3]

Erfolg als Schriftsteller nach dem Krieg[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg zog er zu seiner Mutter, die von Köln in Attendorn evakuiert war, und arbeitete zunächst als Verlagslektor, dann als Redakteur und schließlich als stellvertretender Chefredakteur der Lustigen Illustrierten sowie als Dramaturg. Seinen ersten Roman veröffentlichte er noch als „Heinz Günther Konsalik“, bevor er seinen Familiennamen abkürzte.

Seit 1951 war Konsalik freier Schriftsteller und gehörte spätestens nach dem Erscheinen von Der Arzt von Stalingrad (1956) zu den erfolgreichsten Autoren der Unterhaltungsliteratur. Konsalik selbst durfte nach der Veröffentlichung erst im Jahr 1987 in die UdSSR einreisen.[4] Der Arzt von Stalingrad verwendet Textpassagen wie „Glauben Sie, Herr Oberarzt‘, fragte ich leise und erschrocken, ‚dass der Appendix durchgebrochen ist?“ oder „Wie gut ist die Nacht. Wie still, wie sanft, wie willig die Gedanken eines schmutzigen deutschen Kriegsgefangenen. Ich glaube, daß Gott auch über Russland blickt.“, welche schon früh den typischen pathetischen Schreibstil von Konsalik ausmachten.[3] Er lebte in den Nachkriegsjahren zunächst noch in Attendorn im Sauerland, wo er den Roman Liebesspiel mit Jubilalar schrieb, der später als Der Gentleman auf den Markt kam. Seine Ehefrau Elsbeth,[5] mit der er die Töchter Almut (1951) und Dagmar (1955) hatte, war Lehrerin in Attendorn. Später lebte er mit seiner Familie in Aegidienberg, einem Stadtteil von Bad Honnef, im Volksmund auch „Konsalik-Hügel“[3] genannt. Zu seinen Besitztümern gehörten drei Bungalows mit Rosengarten, Schwimm- und Grillhalle sowie Pferdeställe, die von seinen beiden Töchtern genutzt wurden.[3] Konsalik war ein Musikliebhaber, hörte gerne Wagner und Tschaikowski und besuchte regelmäßig die Wagner-Festspiele in Bayreuth.[3] Die letzten sieben Jahre seines Lebens lebte er von seiner Ehefrau Elsbeth getrennt in Salzburg mit der 44 Jahre jüngeren Chinesin Ke Gao zusammen. Bis zu seinem Tode 1999 veröffentlichte er – teils unter anderem Namen – um die 160 Romane mit einer Gesamtauflage von über 80 Millionen Exemplaren.

Einige seiner Romane wurden verfilmt, etwa Der Arzt von Stalingrad (1958, mit Mario Adorf und Michael Ande), Strafbataillon 999 (1959) oder Liebesnächte in der Taiga (1967). Nach der Vorlage des Taschenbuches Strafbataillon 999, welche die Erlebnisse von Todeskandidaten zeigt, und in der 29. Auflage verlegt wurde, wurde 1959 ein Film gedreht, der 1985 im westdeutschen Fernsehen gezeigt wurde.[6] Strafbataillon 999 wurde vom Verlag als „hart“ und „realistisch“ angepriesen. Die Textpassage „Diese Menschen haben keine Vergangenheit mehr. Sie sind Schützen in einem Strafbataillon. Schützen ohne Gewehre. Die Ehre, Waffen zu tragen, haben sie sich verscherzt. Es bleibt ihnen nur noch die Ehre, sterben zu dürfen.“ zeigt dies auf.[6] 1985 wurde Liebe läßt alle Blumen blühen verfilmt. Der Film wurde wegen seiner dilettantischen Durchführung nach seiner Aufführung mit heftiger Kritik belegt. So berichtet das Magazin DER SPIEGEL, das Drehteam sei dabei von „Wer Konsalik liest, glaubt alles“ ausgegangen.[7]

1984 veröffentlichte Konsalik mit Die strahlenden Hände seinen hundertsten Roman. Sein eigener Verlag Hestia dokumentierte den Erfolg wie folgt: „Jede 10. Sekunde – ob am Tag oder in der Nacht – erwirbt irgendwo auf der Welt jemand ein Konsalik-Buch. Jährlich werden rund um den Erdball mindestens 3,2 Millionen Konsalik-Romane verkauft.“[8] Viele seiner Bücher erschienen im Heyne oder Goldmann-Verlag.[4] An dem Geschäft mit Konsalik-Romanen waren insgesamt mehrere Verlage beteiligt: sein eigener Hestia-Verlag in Bayreuth, der Bertelsmann-Verlag in München. Der Heyne Verlag bei Taschenbuchausgaben, des Weiteren der Goldmann Verlag, Lichtenberg, Lübbe und Schneekluth.[3] In Südafrika wurde Konsalik der populärste deutsche Autor.[3] Die Zielgruppe seiner publikumsfreundlichen Romane umfasst alle soziale Schichten, von der Putzfrau bis zum Akademiker.[3] Der 75-jährige Konsalik wurde von seinem Anlageberater betrogen, verlor ein Vermögen von neun Millionen DM in bar, inklusive sämtlicher Rechte an seinen Büchern. Davon erholte sich der Autor jedoch wieder durch die Einnahmen seiner neuen Werke.[9] Konsalik, der an einem Schlaganfall verstarb, hatte mit seinem Lebenswerk von 155 Romanen, die von „Kriegsalltag, Gewalt, Sex und andere Trivialitäten“ handeln, und in 43 Jahren Schaffens entstanden, eine Weltauflage von 83 Millionen erreicht.[10]

Es wird vermutet, dass Konsalik in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr selbst schrieb, sondern Ghostwriter einen Teil der Recherche übernahmen oder das Projekt im Anbetracht des zeitlich eng termininerten Abgabetermins bei den Verlagen selbst übernahmen. Dies wurde von seiner Tochter Dagmar Stecher-Konsalik dementiert und als „Bearbeitung, Zuarbeitung und Ausarbeitung“ relativiert.[11]

Ein befreundeter Autor, Peter Heim,[12] der auf Mallorca lebte, soll einen Teil dieser Aufgaben übernommen haben. Die beiden hatten in den 1960er Jahren für die Illustrierte Quick zusammen Serien geschrieben. Das Werk Im Auftrag des Tigers, welches als 150. Konsalik-Buch vermarktet wurde und das für Konsalikm sehr typische Textstellen wie „Ihr anfänglicher Widerstand wandelte sich in Ergebung und Demut, als er durch die enge Jade-Pforte eindrang in ihre Rosengrotte. Da war kein Schrei mehr. Da war nur noch ein unhörbares Schluchzen...“ enthält, war tatsächlich von Peter Heim verfasst.[11]

Die Hamburger Morgenpost meldete im November 1999, dass vom im Oktober verstorbenen Autor Konsalik bereits 45 neue Titel in Bearbeitung waren, die in seinem Nachlass entdeckt wurden. Sein Agent Reinhold Stecher relativierte den Fund, indem er angab, dass es sich nur um zwei unvollendete Manuskripte und diverse stichwortartige Ideensammlungen handeln würde.[13]

Belletristisches Schaffen[Bearbeiten]

Konsaliks Werk besteht fast ausschließlich aus Romanen im Umkreis der Genres des Liebesromans und Arztromans.

In vielen seiner Romane befasst er sich mit den von deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetunion begangenen Kriegsverbrechen sowie den Verbrechen alliierter Soldaten in Deutschland. Hauptthema vieler seiner Bücher war die Sinnlosigkeit des Krieges. Seine Zugehörigkeit zur Gestapo während des Dritten Reiches und die immer wieder erwähnte Frage, ob Konsalik seine Romane wirklich selbst verfasste oder ob er einen oder mehrere Ghostwriter heimlich für sich arbeiten ließ, beschäftigte die Öffentlichkeit erst nach seinem Tod; seine Fans und Leser interessieren solche Fragen kaum.

Über seine zur Trivialliteratur zählenden Werke, die von einigen Kritikern als „Herz-Schmerz-Schmalz mit teutonischer Landser-Rhetorik“ bezeichnet wurden,[14] sagte er selbst: „Ich schreibe nur für meine Leser, ich bin Volksschriftsteller“. In Spanien wurde sein Roman Gefährliches Paradies mit dem Slogan „Während Ihre Waschmaschine wäscht, lassen Sie sich von Konsalik ins Paradies entführen." beworben.

Arbeitsweise und Schreibstil[Bearbeiten]

In einem Interview aus dem Jahr 1982 behauptete Konsalik, dass er außer seiner Schreibarbeit keine weiteren Hobbys hätte und sich in der Zurückgezogenheit seines Hauses in Attendorn ausschließlich seinem Werk widmete, so dass er jährlich auf zwei bis vier fertige Romane kam.[15] Um das Alltagsleben, das Schreiben von Autogrammen, die Leserpost kümmerte sich seine Ehefrau Elsbeth, welche als Teil des „Schreibunternehmens Konsalik“ fungierte. Den Durchbruch erzielte er mit dem Roman Der Arzt von Stalingrad aus dem Jahr 1956, als sich die Auflage nach der erfolgreichen Verfilmung von 8.000 auf 80.000 Exemplare erhöhte.

Konsalik schrieb seine Werke auf seiner Schreibmaschine, die er „Monika“ nannte.[16] Er arbeitete überwiegend in seinem Arbeitszimmer, in Abwesenheit von Telefon oder anderen Störungen, eine Art isolierten Schaffensprozess. Konsalik schrieb die Szenen so auf, wie sie vor seinem geistigen Auge entstanden. Die Phase des „Schreibflusses“ wurde von ihm als eine Art „Trance“ beschrieben. Der Autor gab an, die Rohfassung seiner Manuskripte über seine Frau an den Verleger abgeliefert zu haben. An seinen Manuskripten habe er keinerlei Änderungen, Streichungen, etc. vorgenommen. Das Exposé umfasste häufig nur eine Seite mit einem rohen Inhaltsaufriss. Der Rest entstand während des Schreibens, so ergäben sich nach Meinung des Verfassers, aus dem Dialog der Figuren heraus, neue Handlungsstränge, die so vorher noch nicht eingeplant waren. Konsaliks Figuren würden sich nach einiger Zeit „verselbstständigen“ und ein Eigenleben entwickeln. Am Schluss des Buches laufen dann wieder alle Handlungsstränge zusammen.[4]

Konsalik, dem häufig mangelnde Recherche vorgeworfen wurde, achtete später in einigen seiner Werke verstärkt auf den Background und den Wirklichkeitsgehalt seiner Erzählungen. Damit reagierte er auf die Forderung, dass die sachlichen Hintergründe seiner Romane stimmig sein müssen. Die Stationen aus dem Buch Transsibirien Express wurden beispielsweise vom Reiseschriftsteller Hans-Otto Meissner nachbereist und auf Realitätstreue geprüft.[4] Die Themen, die in seinen Erzählungen behandelt werden, stammten überwiegend aus dem selbst erlebten Kriegsalltag an der Ostfront: Essen, Alkohol und Sex.[15] Auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 1981 wurde Konsalik von der Fachgruppe Buchhandel der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) der „Kriegspreis“ verliehen, da er in seinen Romanen Frauenbataillon und Sie waren zehn den Krieg verherrlicht hätte.[17]

Als Grundlage für den Erfolg als Schriftsteller, nennt Konsalik seine Selbstdisziplin, die ihm von seinem Vater beigebracht wurde. Zu seinem Lebensmotto gehört der Ausspruch: „Nichts ist so hart, daß man es nicht ertragen könnte.“ Abgabetermine, die ihn von den Verlagen verbindlich vorgegeben wurden, hielt Konsalik mit großer Termintreue ein. Als Kriegsberichtserstatter ging er mit seinem Artikel Hinter den Fronten stehen die Herzen anstatt vom Vormarsch der Wehrmacht zu berichten, vielmehr auf die psychologische Seite der Kriegsführung ein.[15] Zu seiner Intention des Schreibens gibt Konsalik an, sein Ziel sei es, den Leser zu unterhalten und ihn mit Liebesromanen wie Wer stirbt schon gern unter Palmen? in eine exotische Wunschwelt zu entführen oder ihn mit Kriegsromanen Abenteuer erleben zu lassen.[15]

Ja, aber ich liebe die Russen. Sie werden es nicht glauben, jedes dieser Bücher ist eine Liebeserklärung an Rußland. Der russische Mensch ist seinem Wesen nach grausam. Ein Boris Godunow oder ein Iwan der Schreckliche wären im westlichen Kulturkreis gar nicht möglich gewesen. Der Russe ist geprägt durch die Landschaft, das weite asiatische Land. Die asiatische Grausamkeit ist ein Begriff. Der Asiate ist im Erfinden von Grausamkeiten unschlagbar. Wer wäre denn bei uns auf die Idee gekommen, einem Gefangenen Bambusstäbchen in die Finger zu treiben und anzuzünden als Foltermaßnahme? Gut, in den deutschen Konzentrationslagern gab es auch wunderbare Foltermethoden. Aber das war noch harmlos. Als der Russe in Ostpreußen einmarschierte, hat er die Pastoren an den Türen ihrer Kirchen lebendig festgenagelt. Der russische Mensch ist von der Mentalität her ein gespaltenes Wesen, einerseits der Weiche, Sentimentale, andererseits der Unbeherrschte, Brutale. Das macht auch seine Vitalität aus. Der Westen ist in höchstem Maße degeneriert und verfault. Der Russe ist eine so unbändige Kraft, der rechnet über Generationen. Der braucht nur zu warten, bis sich der Westen von selbst zerstört.“

Heinz G. Konsalik über seine Beziehung zu Russland[15]

Es gab eine Situation, als ich verwundet wurde, in der ich vollkommen allein war und nicht wußte, bleibt dieses Nichts oder kommt noch jemand. Ich hatte noch Glück gehabt. Der Schuß hatte nur meinen Arm zertrümmert. Hätte ich eine andere Bewegung gemacht, wäre er direkt ins Herz gegangen. Ich bin dann auf einem Schlitten von der Front zum Gefechtsstand geschoben worden. Da lag ich nun, blutverschmiert, auf diesem Schlitten, eingewickelt in Decken. Man hatte mich einfach da abgestellt, aber der Krieg ging weiter. Ich lag da, konnte mich nicht bewegen und wußte nicht, bleibt das so? Krepierst du jetzt? Dann kam eine gewisse Gleichgültigkeit. Man wird irgendwie wurstig. Ich habe die Augen zugemacht und gedacht, was soll's, schreien hilft nichts, wegkriechen kannst du nicht. Wohin mitten in Rußland? Was willst du machen? Entweder sie holen dich, dann bist du gerettet, oder du stirbst hier. Sie haben mich dann geholt und zum Verbandsplatz gebracht. Von da an war alles wieder wie vorher. Ich lebte.“

Heinz G. Konsalik über seine Verwundung an der Ostfront[15]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Weite Russlands ist eines seiner bevorzugten Motive, welches er in den Romanen Himmel über Kasakstan, Ninotschka, Natascha, Verdammten der Taiga, Liebesnächten in der Taiga, Liebe in St. Petersburg, Liebe am Don, Kosakenliebe und Die Tochter des Teufels behandelt, wobei letzterer von der Tochter Rasputins erzählt.[3] Für Konsalik wurde die Tatsache, nicht Arzt geworden zu sein, ein Trauma, was sich auch durchgehend durch sein literarisches Werk wie z. B. in Titeln wie Privatklinik, Diagnose Krebs, Das geschenkte Gesicht oder Engel der Vergessenen zieht.[3] Vorabdrucke seiner Werke erschienen regelmäßig in Zeitschriften wie der Quick, der Bunten und der Neuen.[3] Konsalik bevorzugte eine volksnahe und allgemeinverständliche Sprache und schuf Figuren, in die sich der Leser schnell hineindenken kann. In Leserbriefen las er häufig den Satz: „Ich hätte genauso gehandelt und genauso gesprochen.“ Die weltgewandten und liebeserfahrenen Protagonisten seiner Erzählungen entsprechen häufig dem idealisierten Typus eines Menschen.[4] In seinem Roman Frauenbataillon benutzt Konsalik eine derbe Sprache. So ist davon die Rede, dass „russische Scharfschützinnen dt. Soldaten abknipsen“, „todbringende Jägerinnen“ und zugleich „geile Amazonen“. Mit „Mandelaugen“ und „kleinen harten Brüsten“.[4]

Konsalik sieht sein schriftstellerisches Werk als eine Möglichkeit für den Leser, dem Alltag zu entfliehen. Seiner Meinung nach sind die Menschen an dem Schicksal von Personen interessiert, die eine höhere soziale Stellung als sie selbst einnehmen. „Ich will nicht wissen, wie die Putzfrau, sondern wie der Chefredakteur lebt.“[4] Seine Romane werden dem Genre nach auch als eine Mischung aus Arztroman und Landserheft bezeichnet.[4] Konsaliks Kriegserinnerungen beschränken sich auf Alltagsereignisse an der Front, auf Männer von „saumäßigem Charme“, die auf gut deutsch „den Arsch zusammenkneifen“ und sich schnüffelnd erinnern, wenn es „gegen den Wind stinkt wie eine Kompanie voller Schweißfüße“.[3]

Der Berliner Literaturwissenschaftler Matthias Harder wies zahlreiche nationalsozialistische Tendenzen in Konsaliks Schaffen und Gedankenwelt nach. So habe er gegen das „semitisch-marxistische Theater“ der Weimarer Republik protestiert, das „Weltbild des germanischen Blutes“ vom bösen „jüdischen Willen“ bedroht gesehen und 1940 ein pathetisches Theaterstück über die Hitlerjugend verfasst.[18] Konsalik äußerte sich wiederholt negativ gegen die dr. Presselandschaft: „Einen Brückenkopf in Russland zu halten, ist einfacher, als der Infamie eines deutschen Magazins zu widerstehen.“[8] Der ebenfalls in Köln ansässige Autor Wolfgang Bittner warf Konsalik „faschistoide Tendenzen“ vor.[14] Kritiker wie Lew Kopelew hielten Konsalik für ein Symbol des Revanchismus in Westdeutschland und der Germanist Karl Otto Conrady hielt ihn für einen „neofaschistischen Propagandisten des Kalten Krieges“.[2]

In einer Umfrage über den bekanntesten deutschen Schriftsteller der 1990er Jahre gelangte Konsalik, von 70% der Befragten gewählt, nach Günter Grass und Johannes Mario Simmel auf Platz Drei.[19]

Werke[Bearbeiten]

Romane (Auswahl)[Bearbeiten]

Die ersten 15 Romane
  • Liebesspiel mit Jubilalar. Roman einer frühlingsbunten Liebe. Renaissance Verlag, Düsseldorf 1948.
    • neu herausgegeben als: Der Gentleman. München 1981.
  • Der Träumer. 1949.
  • Ein Mann ohne Namen. Ein abenteuerlicher Kriminalroman. Lehning, Hannover 1951.
  • Molly fährt nach USA. (= Zweigroschen-Roman. 16). Rhenania, Koblenz 1952.
  • Inge und der Doppelgänger. (unter dem Pseudonym „Benno von Marroth“ veröffentlicht). (= Zweigroschen-Roman. 19). Rhenania, Koblenz 1952.
  • Warum hast du das getan, Manon? Sittenroman. Drewes, Tauberbischofsheim 1952.
  • Der Mann, der sein Leben vergaß. Roman eines seltsamen Abenteuers. Drewes, Tauberbischofsheim 1952.
  • Tänzerinnen für Algier. 1952.
    • neu herausgegeben als: Die Straße ohne Ende. Roman eines algerischen Abenteuers. Zimmermann, Balve 1956.
  • Wir sind nur Menschen. Drewes, Regensburg 1953.
  • Morgen ist auch noch ein Tag. Roman eines großen Schicksals. Royal, Regensburg 1953.
  • Die Sterne sollen weiterleuchten. Ein Roman eines Schicksals zwischen uns. Royal, Regensburg 1954.
  • Schwarzfahrt aus Liebe. Frauen-Roman. Hönne, Balve 1954.
  • Ich suche Dr. Klaring. Frauen-Roman. Hönne, Balve 1954.
  • Die verliebten Abenteuer des Mr. Flip. Frauen-Roman. Hönne, Balve 1954.
  • Viele Mütter heißen Anita. Roman eines wundersamen Lebens. Zimmermann, Balve 1956.
Später verfilmte Romane
  • Der Arzt von Stalingrad. Kindler, München 1956.
  • Strafbataillon 999. Kindler, München 1959.
  • Dr. med. Erika Werner. Lingen, Köln 1962.
  • Entmündigt. Lichtenberg, München 1963.
  • Liebesnächte in der Taiga. Lichtenberg, München 1966.
  • Das Schloß der blauen Vögel. Lichtenberg, München 1968.
  • Ein toter Taucher nimmt kein Gold. Heyne (Heyne-Bücher 5053), München 1973.
  • Der schwarze Mandarin. Hestia, Rastatt 1994.
  • Eine Sünde zuviel (unter dem Pseudonym „Jens Bekker“ veröffentlicht). Lingen, Köln 1970.
  • Mayday... Mayday... Eastern Wings 610. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 1995.

Dramen, Drehbücher[Bearbeiten]

  • Duell um einen Mann. Komödie in drei Akten, 1943.
  • Das Florentiner Ei. 1946.
  • Der Alchemist. 1948.
  • Der Geheimnisträger. Film-Drehbuch 1975.

Siehe auch Liste der Werke Heinz G. Konsaliks

Roman-Verfilmungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Puknus, Reinhold G. Steener (Redaktion): Heinz G. Konsalik. Leben und Werk eines Bestseller-Autors. (= Allgemeine Reihe 5848). 5. aktualisierte Auflage. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-01353-0.
  • Alexander U. Martens: Heinz G. Konsalik. Portrait eines Bestseller-Autors. (= Allgemeine Reihe 8218). Heyne, München 1991, ISBN 3-453-04829-6.
  • Matthias Harder: Erfahrung Krieg. Zur Darstellung des Zweiten Weltkrieges in den Romanen von Heinz G. Konsalik. Mit einer Bibliographie der deutschsprachigen Veröffentlichungen des Autors (1953–1996). (= Epistemata, Reihe Literaturwissenschaft 232). Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1565-7.
  • Wlodzimierz Bialik: Die gewöhnliche Trivialität. Zu Sekundär-Botschaften und zur Ideologie der En-passant-Aussagen in Heinz Günther Konsaliks später Romanproduktion. (= Posener Beiträge zur Germanistik 5). Lang, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-631-53649-6.

Weiteres[Bearbeiten]

Die Figur des schriftstellernden ehemaligen SS-Offiziers „Heinz“ in dem Erfolgsroman Populärmusik aus Vittula (2000, deutsch 2002) des schwedischen Autors Mikael Niemi greift in vielen Details auf Konsalik als reales Vorbild zurück.[20]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Harder: Erfahrung Krieg: Zur Darstellung des Zweiten Weltkrieges in den Romanen von Heinz G. Konsalik. Königshausen & Neumann, S. 41.
  2. a b c d e Gestapomann Konsalik, von Otto Koehler, ZEIT-Online, Kultur, 2. August 1996
  3. a b c d e f g h i j k l Urwaldgöttin darf nicht weinen, SPIEGEL-Redakteur Gunar Ortlepp über den Erfolgsautor Heinz G. Konsalik, DER SPIEGEL 50/1976
  4. a b c d e f g h Heinz G. Konsalik, DER SPIEGEL 1/1991
  5. Elsbeth Günther-Konsalik verstarb am 2. Februar 2007 und wurde in Aegidienberg beigesetzt
  6. a b Zweiter Weltkrieg: Bedingt würdig. DER SPIEGEL, 20/1988
  7. TV-Film: Schotten dicht, DER SPIEGEL 3/1985
  8. a b Bücher: Ins Ordinäre. Heinz G. Konsalik, Weltauflage 65 Millionen Bücher in 22 Sprachen, hat seinen hundertsten Roman veröffentlicht. DER SPIEGEL 50/1984
  9. Poeten arm und reich, Wolfram Bickerich über das Aus- und Einkommen von Autoren, SPIEGEL Special
  10. Gestorben: Heinz G. Konsalik, DER SPIEGEL, 41/1999
  11. a b Bestseller: Konsaliks Geist lebt, FOCUS Magazin Nr. 19, 2000
  12. Heim ist der Verfasser von Drehbüchern der TV-Serien „Die Schwarzwaldklinik“ oder „Trauminsel“
  13. Autoren: Einsatz an der Schreibfront, DER SPIEGEL, 46/1999
  14. a b Autoren: Gegen den Bolschewismus. Der Schriftsteller Heinz Günther Konsalik, 75, antwortet dem Kölner Autor Wolfgang Bittner, der die finanzielle Förderung der Verfilmung von sechs Konsalik-Romanen in Höhe von vier Millionen Mark durch die NRW-Filmstiftung kritisiert. In: Der Spiegel. 31/1996.
  15. a b c d e f Interview mit Heinz Günther Konsalik 1982
  16. 2. Oktober 2009 - Vor 10 Jahren: Bestseller-Autor Heinz G. Konsalik stirbt, Die Ein-Mann-Schreibfabrik, WDR
  17. Matthias Harder: Erfahrung Krieg. Zur Darstellung des Zweiten Weltkrieges in den Romanen von Heinz G. Konsalik. Mit einer Bibliographie der deutschsprachigen Veröffentlichungen des Autors 1943–1996. Königshausen & Neumann, 1999, ISBN 3-8260-1565-7, S. 196.
  18. Autoren: Konsequent germanisch, DER SPIEGEL, 9/1999
  19. Wer ist der Beste im ganzen Land? Die Dichter der Nation. In: Spiegel Magazin.
  20. Mikael Niemi: Populärmusik aus Vittula