Heinz Gaedcke

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Ludwig Heinrich „Heinz“ Gaedcke (* 16. Januar 1905 in Guben; † 21. Dezember 1992 in Waldesch) war ein deutscher Generalmajor im Heer der Wehrmacht und später Generalleutnant[1] bei der Bundeswehr.

Werdegang[Bearbeiten]

Reichswehr[Bearbeiten]

Gaedcke wurde als Sohn eines Rechtsanwaltes und Notars geboren. Er besuchte zunächst ein Gymnasium in Guben und trat nach dem Abitur 1924 am Humanistischen Gymnasium in Luckau am 1. April 1924 in das 8. (Preußisches) Infanterie-Regiment der Reichswehr ein. Er besuchte die Infanterieschulen in Ohrdruf und Dresden. 1927/28 war er Rekrutenoffizier in Lübben, von 1928 bis 1933 Zugführer, 1933/34 Ordonnanzoffizier und 1934/35 Bataillonsadjutant in Frankfurt/Oder.

Wehrmacht[Bearbeiten]

Von 1935 bis 1937 absolvierte er den Generalstabslehrgang an der Kriegsakademie in Berlin. Nach einer Verwendung als Sachbearbeiter in der Operationsabteilung im Generalstab des Heeres war er von 1940 bis 1943 Erster Generalstabsoffizier (Ia) der 25. Infanterie-Division (mot.). 1943 gab er zunächst als Hörsaalleiter an der Kriegsakademie Taktikunterricht, ab Oktober 1943 wahrte er die Geschäfte des Generalstabschefs beim XXIV. Panzerkorps und des XI. Armeekorps, mit dem er unter anderem auch im Kessel von Tscherkassy eingeschlossen war.[2] Während seiner Verwendung als Chef des Stabes der 6. Armee war Gaedcke unter den Offizieren, die sich zusammen mit dem Oberbefehlshaber General der Artillerie Maximilian Fretter-Pico nach der Zerschlagung der Armee durch sowjetische Kräfte während der Operation Jassy-Kischinew in Sicherheit bringen konnten.[3]

Von Februar bis Juli 1944 wurde er in die Führerreserve versetzt. Im Juli 1944 wurde er Chef des Generalstabes des 4. Armeekommandos und im August 1944 des 6. Armeekommandos. Am 1. November 1944 erfolgte die Beförderung zum Generalmajor. Im Mai 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im November 1947 entlassen wurde.[4]

Bundeswehr[Bearbeiten]

Von 1948 bis 1956 war er Einkaufsleiter in der Fa. Bürkle in Stuttgart und der Fa. Bahlsen in Hannover.

1956 absolvierte er eine Eignungsübung und trat schließlich in die neuaufgestellte Bundeswehr ein. Nachdem er im Dienstgrad Brigadegeneral die Heeresoffizierschule I in Hannover führte[5], war er vom 1. August 1957 bis zum 30. September 1959 Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.[6] Bis zum 31. Dezember 1960 war Gaedcke Kommandeur der 11. Panzergrenadierdivision.[7] Vom 1. Januar 1961 bis zum 31. März 1965 war er in seiner letzten militärischen Verwendung Kommandierender General des III. Korps.[8]

Er war verheiratet und Vater von vier Kindern (1 Stieftochter).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Gaedcke, in Internationales Biographisches Archiv 16/1966 vom 11. April 1966, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model (Hrsg.): Die Generale und Admirale der Bundeswehr (1955–1999). Die militärischen Werdegänge (= Deutschlands Generale und Admirale, Teil 6b). Band 2, 1: Gaedcke – Hoff, Biblio Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 978-3-7648-2369-6, 3–5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ludwig Heinz Gaedcke, Der Spiegel 39/1962, 26. September 1962.
  2. Heinz Gaedcke im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. Überholt und eingekesselt, AG Friedensforschung.
  4. Historisches Kalendarium der Stadt Guben, Niederlausitzer Verlag.
  5. Die Bundeswehr 1955 bis 2005: Rückblenden, Einsichten, Perspektiven, Militärgeschichtliches Forschungsamt.
  6. Ehemalige Kommandeure der Führungsakademie, Führungsakademie der Bundeswehr.
  7. 11. Panzergrenadierdivision BH 8-11 1958-1994, Bundesarchiv.
  8. III. Korps BH 7-3 1957-1992, Bundesarchiv.