Heinz Lieven

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Heinz Lieven (* 18. April 1928 in Blankenese) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Lieven wurde als Sohn des Arztes Dr. Wilhelm Lieven und seiner Frau Mary Lieven, geb. Nather, geboren, die sich 1919, aus Riga kommend, in Hamburg niedergelassen hatten.[1] Bei Helmuth Gmelin und Bernhard Minetti begann er 1948 in Hamburg und Berlin seine Ausbildung als Schauspieler. 1966 heiratete er die Maskenbildnerin Hertha Lieven, geb. Gobrecht. Er hat zwei Söhne, Alexander Lieven (* 1959), ehemaliger stellvertretender Präsident der Casino Gesellschaft in Berlin von 1786, und Claudius Lieven (* 1968), ehemaliges Mitglied der Hamburger Bürgerschaft.

Er begann seine Bühnenlaufbahn in den 1950er Jahren am Hamburger Theater im Zimmer. Danach tourte er mit der „Morgenstern Bühne“ und anderen Tourneetheatern durch Deutschland. In den 1960er war er unter anderem in Karlsruhe, Bruchsal, Baden-Baden, Flensburg und Schleswig engagiert und wirkte in Film- und Fernsehproduktionen von Rolf Hädrich (Graf Öderland), Helmut Käutner und Peter Beauvais mit.

1971 holte ihn Boleslaw Barlog an das Schillertheater nach Berlin, wo er bis 1978 spielte. Später spielte er auch an der freien Volksbühne u. a. unter Kurt Hübner. In dieser Zeit entstanden weitere Filme, u. a. „Bauern Bonzen Bomben“ in der Regie von Egon Monk, „Ein Kapitel für sich“ in der Regie von Eberhard Fechner sowie „Reifezeit“, „Grabbes letzter Sommer“ und „Ordnung“ von Sohrab Shahid Saless.

1978 siedelte Lieven nach Bremen über, um am dortigen Niederdeutschen Theater als Regisseur zu wirken. Bereits 1981 zog es ihn in seine Heimatstadt Hamburg zurück, in der er seither lebt, seit 1995 wieder im Stadtteil Blankenese. Er spielte in den folgenden Jahren u. a. am Altonaer Theater, am Theater Lübeck und am damals noch existierenden „Piccolo Theater“ im Hamburger Schanzenviertel.

In den 1980er trat Lieven außerdem am Nationaltheater Mannheim in „Germania – Tod in Berlin“ von Heiner Müller und im „König Ubu“ am Staatstheater Stuttgart auf, beide in der Regie von Johann Kresnik. Daneben spielte er u. a. in „Die Pawlaks“ von Wolfgang Staudte, „Der Landarzt“ und „W. P. Anders“ von Christian Quadflieg, „Das Dorf“ von Claudia Laatz und „Marleneken“ von Karin Brandauer mit.

1990 wirkte er in dem aktuellen zeitkritischen Film „Wer zu spät kommt – Das Politbüro erlebt die deutsche Revolution“ von Jürgen Flimm mit, es folgten in den 1990er Jahren u. a. „Frauen morden leichter“, „Wut im Bauch“, „Meine beste Feindin“, „Doppelter Einsatz“ und „Die Helden“. Außerdem war Lieven in verschiedenen Fernsehserien zu sehen, u. a. in „Adelheid und ihre Mörder“, „Eine Frau wird gejagt“ von Vadim Glowna, „Großstadtrevier“, „OP ruft Dr. Bruckner“ sowie verschiedenen Folgen von „Tatort„“. Bei Kindern beliebt war er als der Opa in „Neues vom Süderhof“.

Seit Mitte der 1990er Jahre spielt Lieven am Altonaer Theater. Die Rolle des Lehrers Bömmel in dem Stück Die Feuerzangenbowle, das dort jährlich seit 1997 aufgeführt wird, gehört mittlerweile zu seinen erfolgreichsten Rollen. Daneben spielte er an den Hamburger Kammerspielen, bei Gerda Gmelin und auf Kampnagel.

Seit 2000 spielte Lieven neben verschiedenen Rollen am Altonaer Theater zuletzt den Patriarchen in Nathan der Weise am Ernst Deutsch Theater. Im Fernsehen war er u. a. in der Fernsehserie Notruf Hafenkante sowie in „Frauengeschichten“, „Broti und Pacek“ und den Kinoproduktionen „Doppelspiel“, in der Regie von Claus–Michael Rohne und „Dream, Dream, Dream“ in der Regie von Anne Klix zu sehen. Neben Theater- und Fernsehproduktionen gibt Lieven Lesungen „von Ringelnatz bis Rilke“ und fährt als Entertainer und Schauspiellehrer auf Kreuzfahrtschiffen wie der Deutschland.

Heinz Lieven gab mit dem Film „Gruppenbild mit Dame“ von Aleksandar Petrović 1977 sein internationales Filmdebüt.

Im Oktober 2010 drehte Heinz Lieven mit Sean Penn und Frances McDormand in den Vereinigten Staaten den Kinofilm Cheyenne – This Must Be the Place von Paolo Sorrentino, der 2011 im Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt wurde.[2] Er spielt den fiktiven KZ-Aufseher Alois Lange, der nach dem Krieg in die USA geflüchtet ist.[3]

Im Sommer 2014 wirkt Heinz Lieven 86-jährig in Atom Egoyans Film "Remember" mit.[4]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel über den Schauspieler Heinz Lieven im Hamburger Magazin „Klönschnack“
  2. Bericht auf Welt Kompakt zum Kinostart von Cheyenne – This Must Be The Place
  3. Bericht auf Welt Online über die Dreharbeiten von Heinz Lieven mit Sean Penn
  4. Bericht im Hollywood Reporter über die anstehenden Dreharbeiten von Heinz Lieven in Kanada