Heinz Melkus

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Heinz Melkus
Bundesarchiv Bild 183-82487-0007, Internationale Halle-Saale-Schleife.jpg
zur Person
Nation Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
Geburtstag 20. April 1928
Geburtsort Dresden
Sterbedatum 5. September 2005
Sterbeort Dresden
Karriere
wichtigste Erfolge
1954 Bester Privatfahrer der DDR
1958 DDR-Meister Formel 3 bis 500 cm3
1960 DDR-Meister Formel Junior bis 1000 cm3
1961 Sieger Pokal für „Frieden und Freundschaft“
1963 Sieger Pokal für „Frieden und Freundschaft“
1965 Sieger Pokal für „Frieden und Freundschaft“
1966 Sieger Pokal für „Frieden und Freundschaft“
1967, 1968 DDR-Meister Formel 3 bis 1300 cm3
1967 Sieger Pokal für „Frieden und Freundschaft“
1972 DDR-Meister Formel C9
1972 Sieger Pokal für „Frieden und Freundschaft“
Signatur
Heinz Melkus Signatur.jpg

Karl Heinz Melkus (* 20. April 1928 in Dresden; † 5. September 2005 ebenda) war ein deutscher Automobilrennfahrer und Konstrukteur von Rennwagen.

Die ersten Wettbewerbe bestritt Melkus 1951 mit Rennwagen auf VW- und Veritas-Basis. Später konstruierte er seine Monopostos selbst. Hierzu zählt insbesondere der Melkus 64. Der auch „Lotus des Ostens“ genannte Wagen beherrschte fast ein Jahrzehnt das Rennsportgeschehen in der DDR. In den 1970er-Jahren war Melkus Mitkonstrukteur der Spyderrennwagen PT 73 und SRG MT 77. Während seiner 289 Rennen, von denen er 80 gewann, wurde Melkus zwischen 1958 und 1972 fünfmal DDR-Meister.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde er erster BWM-Vertragshändler in den neuen Bundesländern.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Heinz Melkus wurde am 20. April 1928 als Sohn des Ehepaares Karl und Erna Melkus, gebürtige Flutschka in Dresden geboren. Die aus dem Sudetenland stammende Familie wohnte in einem Mehrfamilienhaus in der Ackermannstraße 14 unweit des Dresdner Hauptbahnhofs. Vom Vater, der Direktor der Dresdner Bier-Vertretungsgesellschaft war, erhielt Melkus die österreichische Staatsbürgerschaft, die er erst 1955 in eine deutsche umwandeln ließ. 1934 wurde Heinz Melkus eingeschult. In den Jahren 1936/1937 besuchte er die Volksschule am Pieschener Konkordienplatz und ab 1938 das Realgymnasium der Dreikönigschule. Im nationalsozialistischen Deutschen Jungvolk brachte es Melkus bis zum Jungzugführer.[1] 1942 wechselte er in die Hitlerjugend. Bei der Flieger-HJ erhielt Melkus in Schönfeld auf dem Triebenberg eine Segelflugausbildung. Zudem hielt er Vorträge über den Bau und die Wartung von Segelflugzeugen und absolvierte mehrere Reparaturlehrgänge. Ab 1943 wurde Melkus als Flakhelfer bei der Flak-Batterie 207 in Rochwitz eingesetzt. Nach der mittleren Reife 1944 bewarb er sich als Reserveoffizieranwärter beim Jagdgeschwader 1.[2] Bis Anfang 1945 erwarb Melkus den internationalen Luftfahrtschein für Segelflugzeugführer und beendete die Ausbildung zum Werkstatt- und Ausbildungsleiter für Segelflugzeugbau. Die im Februar 1945 folgenden Luftangriffe auf Dresden überstand die Familie körperlich unbeschadet, wenngleich die Melkus'sche Wohnung durch eine Fliegerbombe zerstört wurde. Die Familie kam daraufhin bei den Großeltern in Bühlau unter. In den letzten Kriegstagen floh Melkus zusammen mit seiner Mutter in das Erzgebirge.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs barg Melkus vom Betriebsfuhrpark des Vaters einen Lastkraftwagen, setzte ihn instand und erwarb nach einer Kurzprüfung mit siebzehn Jahren die Fahrerlaubnis.[3] Mit diesem LKW betätigte er sich als Transportfahrer für Lebensmittel und Brennstoff. Später fuhr er als Fahrer für die Autotransportgemeinschaft (ATG)[4] und danach für die Wernesgrüner Brauerei, die zwischenzeitlich den väterlichen Biervertrieb übernommen hatte.[5] Neben seinem Beruf bildete sich Melkus an der Volkshochschule zum Verkehrskaufmann weiter und schraubte in seiner Freizeit aus diversen Fahrzeugwracks Kraftfahrzeuge zusammen. 1950 stieg Melkus bei der Wernesgrüner Brauerei zum Fuhrparkleiter und Expedienten auf und betreute die Neueinrichtung der Brauereiniederlassungen in Leipzig und Berlin.[6]

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Formel 2 und Sportwagen 1951–1954[Bearbeiten]

Bevor Melkus zum professionellen Motorsport fand, fuhr er bereits seit Ende der 1940er-Jahre bei verschiedenen Motorradclubveranstaltungen. 1950 stieg er auf Personenkraftwagen um. Die ersten Leistungsprüfungsfahrten, so die damalige Bezeichnung für Straßenrennen, fuhr er auf einem von ihm umgebauten Wehrmachts-Kübelwagen mit der aufgesetzten Karosserie eines Steyr 50. Noch im gleichen Jahr tauschte er diesen Wagen bei Rudolf Krause gegen einen BMW 321 ein, mit dem er bis 1952 weitere Leistungsprüfungsfahrten bestritt.[7] Zwischenzeitlich hatte sich Melkus der Sektion Motorrennsport in der Betriebssportgemeinschaft Niedersedlitz angeschlossen, deren Vorsitzender er 1953 wurde.[8]

Seine „Aha“-Momente auf den Motorsport bezogen erlebte Melkus eher zufällig, als er Mitte Juni 1951 bei einem Rennen auf der Autobahnspinne in Dresden-Hellerau für den Getränkestand seiner Brauerei Nachschub lieferte und wegen des dichten Gedränges das Wettkampfgeschehen zwangsweise mit ansehen musste. Enttäuscht von den geringen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge beschloss Melkus, einen eigenen Rennwagen zu konstruieren, den er für das nächste Rennen auf dem Sachsenring anmeldete. Es war ein modifizierter VW-Schwimmwagen, der die Kriterien der Klasse G für Fahrzeuge bis 1100 cm3 erfüllte.[9] Nach technischen Problemen im Training qualifizierte sich Melkus auf den letzten Startplatz und erreichte im Rennen den dreizehnten Rang.[10]

Heinz Melkus mit seinem Veritas und Pantin-Flugmotor beim 6. Leipziger Stadtparkrennen im Mai 1954. Dieser Veritas wurde 1956 zum DEFA-Film Rivalen am Steuer genutzt. In diesem Film spielte Melkus eine Nebenrolle als Rennfahrer.[11] Die Ergebnisse von Melkus 1954 waren:
1954
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR LPZ Deutschland Demokratische Republik 1949DDR HSS Deutschland Demokratische Republik 1949DDR SAC Deutschland Demokratische Republik 1949DDR BRN DeutschlandDeutschland AVU
1 1 1 DNF 12
Das Rennen auf der Avus zählte nicht mehr zur DDR-Meisterschaft.

Für die Saison 1952 verkaufte Melkus seinen Volkswagen und erwarb einen Veritas mit Alfa-Romeo-Motor, dessen Vorbesitzer Arthur Rosenhammer war. Der Veritas entsprach sowohl dem Reglement der Klasse E für Rennwagen bis 2000 cm3 als auch dem der Formel II.[12] In der Klasse E erreichte Melkus auf Anhieb die DDR-Vizemeisterschaft und in der Formel II den sechsten Rang der Meisterschaftswertung.[13]

1953, mittlerweile war Melkus beruflich mit der Leitung der Brauerei-Niederlassung Dresden beauftragt worden, trat er mit dem gleichen Wagen nur noch in der Formel II an und erreichte den sechsten Platz in der Meisterschaftswertung. Im Verlauf des IX. Internationalen Avusrennens am 12. Juli 1953 fiel Melkus durch einen Pleuelabriss vorzeitig aus, wobei der Alfa-Romeo-Motor seines Wagens irreparabel beschädigt wurde. Als Ersatz hierfür baute er einen 80 PS leistenden französischen Pantin-Flugmotor ein, der ihm in der 1954er Saison zu drei Siegen in Folge und zum zweiten Platz der DDR-Bestenermittlung in der Klasse F bis 1500 cm3 verhalf. Einen DDR-Meistertitel gab es in diesem Jahr nicht, weil bei fast allen Rennen zu wenig DDR-Fahrer an den Start gegangen waren.[14] Zugleich errang Melkus in diesem Jahr den Titel „Bester Privatfahrer der DDR“. Beim vierten und letzten Rennen der Saison am 26. September auf der Bernauer Schleife fiel Melkus aus. Hier ereignete sich der schwerste Rennunfall des DDR-Automobilrennsports, als im Regen der Fahrer Richard Trenkel die Gewalt über seinen Wagen verlor und mit hoher Geschwindigkeit unmittelbar hinter dem Start- und Zielbereich den Rennleiter und zwei Sportfunktionäre erfasste. Alle drei waren sofort tot. Das Rennen wurde daraufhin kurz vor Ende abgebrochen.[15] Beim internationalen Avusrennen wurde Melkus Zwölfter. Doch der hohe Reparaturaufwand an seinem Veritas-Eigenbau zwang Melkus, sich nach der Saison von diesem Wagen zu trennen.[16] Neben den Sportwagenrennen bestritt Melkus von 1954 bis 1958 einige Rennen auf einem Rennmotorboot.[17]

Formel 3 1955–1958[Bearbeiten]

Streckengrafik der Bernauer Schleife. Die Formel III-Ergebnisse von Melkus in den Jahren 1955 bis 1958, die nicht zur Meisterschaft zählten:
1955 1956 1957 1958
DeutschlandDeutschland SC Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DD Deutschland Demokratische Republik 1949DDR BZ Deutschland Demokratische Republik 1949DDR WI Deutschland Demokratische Republik 1949DDR BZ Deutschland Demokratische Republik 1949DDR MB Deutschland Demokratische Republik 1949DDR BRN Deutschland Demokratische Republik 1949DDR MB
 ? 1 1  ? 1  ? 4 1

1955 wechselte Melkus zur Betriebssportgemeinschaft Post, wo er einen im Bau befindlichen Formel-3-Rennwagen in Monopostoausführung vollendete. Der Wagen mit der Bezeichnung „Eigenbau Post“, der von einem J.A.P.-Motor angetrieben wurde, markierte den Beginn des Konstrukteurs Heinz Melkus.[18] Er trat in der Klasse bis 500 cm3 an, war schnell, aber unzuverlässig, sodass Melkus in dieser Saison lediglich den vierten Rang in der DDR-Meisterschaft einfahren konnte. Neben der Formel 3 bestritt Melkus in diesem Jahr mit einem BMW 321 die Rallye Wartburg. Ebenfalls 1955 bestand Melkus die Fahrlehrerprüfung und wurde damit jüngster Fahrlehrer der DDR. Als solcher gründete er im selben Jahr seine eigene Fahrschule, die er über die Wiedervereinigung hinaus bis 1992 betrieb.[19] 1956 trat Melkus in der Meisterschaft erneut mit dem Eigenbau Post an, doch erwies sich der Wagen weiterhin als störanfällig. Höhepunkt der Saison war sein Sieg beim nicht zur Meisterschaft zählenden Rennen auf dem Bautzner Autobahnring. Da der Verkauf des Wagens nach der Saison scheiterte, fuhr Melkus auch 1957 mit dem Eigenbau Post und erreichte den 3. Platz in der DDR-Meisterschaftswertung. Ende 1957 wurde der Wagen ausgeschlachtet. Die Teile wurden zum Bau eines neuen Formel-3-Rennwagens verwendet.[20]

Für 1958 konstruierte Melkus einen neuen Formel-3-Wagen bis 500 cm3, ebenfalls mit J.A.P-Motor. Am Ende der Saison, in der Melkus keinen Meisterschaftslauf gewinnen konnte, war er punktgleich mit Willy Lehmann, wurde aber aufgrund seiner besseren Gesamtplatzierungen in den Läufen zum DDR-Meister erklärt. Inzwischen hatte der ADMV gemäß den Vorgaben der FIA beschlossen, die bisherige Formel 3 mit Jahresende auslaufen zu lassen und stattdessen ab 1959 die seriennähere und kleinere Formel Junior zu etablieren.

Formel Junior 1959–1963[Bearbeiten]

Eine 59er „Plättglocke“ beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring 1978. Die Rennergebnisse von Melkus waren:
1959
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR HSS Deutschland Demokratische Republik 1949DDR BRN Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DD Deutschland Demokratische Republik 1949DDR SAC Deutschland Demokratische Republik 1949DDR BZ DeutschlandDeutschland PF DeutschlandDeutschland  DeutschlandDeutschland SO
6 DNF 1 1  ? 4 5 7
Formel-Junior-Ergebnisse von Melkus 1960, die nicht zur Meisterschaft zählten:
1960
DeutschlandDeutschland PF DeutschlandDeutschland RO DeutschlandDeutschland NO DeutschlandDeutschland SO DeutschlandDeutschland  Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien OP Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien BEL
2 5 12 DNF 4 2 3

Gemäß dem technischen Reglement der neuen Formel Junior baute Melkus seinen Vorjahreswagen um und verkaufte den bisherigen Motor. Mit seinem achtköpfigen Team entwickelte er einen nahezu neuen Wagen mit einem 60 PS starken Wartburg-Motor. Der von Melkus Plättglocke genannte Wagen, angelehnt an die äußere Form eines Bügeleisens, wurde am 25. April 1959 fertig und anlässlich der Feierlichkeiten zum Ersten Mai in Dresden der Öffentlichkeit präsentiert. Da in diesem Jahr keine DDR-Meisterschaft in dieser Klasse stattfand, fuhr Melkus bei fünf Rennveranstaltungen in der DDR beziehungsweise bei dreien in Westdeutschland. Die größten Erfolge in diesem Jahr waren seine zwei Siege auf der Autobahnspinne Dresden und auf dem Sachsenring. Am Ende der Saison verkaufte Melkus den Rennwagen.[21]

1960 gliederte Melkus den Rennwagenbau, der in sein Fahrschulunternehmen integriert war, organisatorisch unter dem Namen Rennwagenbau-Kollektiv Dresden aus. 1960 war auch das Jahr, in dem in der DDR nach einjähriger Unterbrechung wieder eine Meisterschaft im Formel-Rennsport ausgetragen wurde. Zudem sollten innerhalb der RGW-Staaten ebenfalls die ersten Formel-Junior-Rennen stattfinden. Für die Rennsaison fertigte das Team um Melkus in Kleinserie drei Formel-Junior-Wagen, jeweils ein Fahrzeug für Melkus sowie für die Fahrer Siegmar Bunk und Frieder Rädlein. Äußerlich unterschied sich der Wagen kaum von der 1959er-„Plättglocke“. Doch war der Wagen eine deutliche aerodynamische Weiterentwicklung. Er bekam von Rädlein den Spitznamen „Entenarsch“ und erwies sich im Laufe der Saison als international konkurrenzfähig. Melkus siegte mit ihm beim Auftaktrennen in Halle und wurde Zweiter in Bautzen. Ein weiterer Sieg und ein Dreifacherfolg seiner Formel-Wagen folgten auf dem Sachsenring, wo er sich ein Rad-an-Rad-Duell mit Kurt Ahrens sen. lieferte. Mit einem vierten Platz in Dresden, dem auch noch ein dritter Platz in Staaken folgte, gewann Melkus die erste DDR-Meisterschaft der Formel Junior. 1960 begann er, noch eher verhalten, mit dem Vertrieb seiner Fahrzeuge. Dabei folgte er dem Prinzip, seine Rennwagen nach der Saison zu verkaufen, um so die Neuwagen für die kommende Saison zu finanzieren.[22]

Melkus über sein Blechauto #81 gebäugt im April 1961 bei der Vorbereitung zum Rennen auf der Halle-Saale-Schleife. Formel-Junior-Ergebnisse von Melkus 1961, die nicht zur Meisterschaft zählten:
1961
SowjetunionSowjetunion LEN DeutschlandDeutschland  DeutschlandDeutschland RO DeutschlandDeutschland NO DeutschlandDeutschland SO DeutschlandDeutschland FRB
7 9 5 4 DNF 6

Für die Saison 1961 erhielt der Melkus Ketten-Wartburg (Spitzname „Blechauto“) verkürzte Karosserieteile und eine schräg nach oben weisende Abgasanlage.[23] Mit den Rennen in Lückersdorf bei Zittau erhielt erstmalig auch ein Bergrennen das Prädikat eines Meisterschaftslaufes. Rennen in Westdeutschland hingegen fanden aufgrund des Berliner Mauerbaues im August 1961 nicht mehr statt. Das Blechauto verhalf Melkus hinter Willy Lehmann mit 22 Punkten zur DDR-Vizemeisterschaft und zum ersten Rang in der Einzelwertung beim Pokal für „Frieden und Freundschaft“. Den schwersten Unfall seiner Rennfahrerkarriere erlebte Melkus bei dem Rennen von der Belgrader Innenstadt hinauf zum Burgberg, als ihm bei der Überquerung einer Straßenbahnschiene ein Stoßdämpfer wegbrach und sich der Wagen daraufhin überschlug. Melkus erlitt dabei mehrere Rippenbrüche.[24]

Der Serienbau des 1962er Modells umfasste fünf Fahrzeuge, die im Gegensatz zum Vorjahresmodell eine konisch nach hinten verlaufende Haube hatten. Motortechnisch war das Team um Melkus an die Grenzen des machbaren gestoßen. Um ein Überhitzen des Motors zu verhindern, wurden die Rennen teilweise ohne Abdeckung gefahren. Mit seinem Wagen gewann Melkus hinter Lehmann erneut die DDR-Vizemeisterschaft. Neben den Rennen in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland startete Melkus 1962 in Jugoslawien, Polen, Bulgarien, Österreich und der Tschechoslowakei. Auf dem Leningrader Nevaring waren die Melkus-Wagen ihrer Konkurrenz haushoch überlegen. Melkus wurde Gesamtsieger vor seinen Stallgefährden Hans-Theo Tegeler. Nach der Saison veräußerte er die Fahrzeuge an die sowjetische Stelle für Rennwagenbau, um so den nächstjährigen Wagen finanzieren zu können. Überdies erhielt Melkus in diesem Jahr den Titel Meister des Sports verliehen.[25]

Start zum Formel-Junior-Rennen 1963 auf dem Sachsenring. Weitere Rennergebnisse ohne Meisterschaftswertung waren von 1962 bis 1963:
1962 1963
OsterreichÖsterreich ASP OsterreichÖsterreich ASP Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien OP OsterreichÖsterreich INS
7 15 1 9

Für die Rennsaison 1963 konstruierte Melkus einen völlig neuen Wagen. Die Serienfertigung umfasste zehn Fahrzeuge. Der Melkus 63 war im Vergleich zum Vorjahresmodell erheblich schmaler und flacher; der Wartburg-Motor leistete in der Saisonmitte etwa 90 PS. Obwohl die Melkus'schen Rennwagen in der letzten Saison der auslaufenden Formel-Junior-Meisteschaft jeweils acht erste und zweite sowie zwölf dritte Plätze einfuhren, reichte es für Melkus in der DDR-Meisterschaft nur für Rang sieben. Im internationalen Vergleich war der Melkus 63 gegenüber der westlichen Konkurrenz von Lotus oder Lola chancenlos. In den Ostblockstaaten dagegen holte sich Melkus nach 1961 erneut den ersten Platz in der Einzelwertung zum Pokal für „Frieden und Freundschaft“. Nach der Rennsaison verkaufte Melkus seine eigenen Wagen wieder an die Sowjetunion.[26]

Formel 3 1964–1971[Bearbeiten]

Heinz Melkus mit seiner „Zigarre“ auf der Halle-Saale-Schleife am 19. April 1964

Mit der Saison 1964 löste gemäß den FIA-Reglement die Formel 3 die bisherige Formel-Junior ab. Melkus konstruierte zu diesem Zweck einen neuen Formelwagen, der die Bezeichnung Melkus 64 und den Spitznamen „Zigarre“ erhielt. Dem Reglement entsprechend stieg das Fahrzeuggewicht an, wobei der Rahmen 40 kg wog. Neben zahlreichen technischen Anpassungen legte Melkus bei der Entwicklung des Wagens sein Augenmerk auf die Verbesserung der Aerodynamik. Der Wartburg-Motor leistete zunächst 72 PS, zuletzt bis zu 95 PS. Mit späteren Lada-Motoren waren sogar bis zu 100 PS möglich. Der Melkus 64 entwickelte sich in der Folge zum Verkaufs- und Exportschlager und war Ausstellungsstück auf dem IFA-Stand auf dem Automobilsalon in Brüssel. Allein die Sowjetunion erhielt zehn der zwanzig in diesem Jahr gebauten Wagen. Der Melkus 64 war von Beginn an allen anderen Wagen überlegen. Im Laufe der 1964er-Saison gab es zwischen Melkus und Willy Lehmann auf einem SEG-Rennwagen (Sozialistische Entwicklungsgesellschaft) zum Teil erbittert geführte Gefechte, an deren Ende schließlich Max Byczkowski DDR-Meister und Melkus Vizemeister wurde. Dabei belegte sein Melkus 64 die ersten vier Plätze in der Einzelwertung. Bei den internationalen Rennen in diesem Jahr wurden vier erste, fünf zweite und weitere gute Plätze von einem Melkus 64 belegt. Hierzu zählt auch der zweite Platz von Melkus im polnischen Krakau. Wie beim Vorjahreswagen gab es beim Melkus 64 verschiedene Experimente mit der Motorhaube. Die Öffnung der charakteristischen Hutze wurde dabei unterschiedlich ausgeführt.[27]

Für die Saison 1965 fiel am Rennwagen die Motorhaube vorübergehend weg. Änderungen gab es auch an den Fahrzeugachsen. In der nationalen Meisterschaft erreichte Melkus hinter Christian Pfeiffer und Willy Lehmann (beide SEG II-Wartburg) den dritten Rang in der Meisterschaftswertung und den ersten Rang der Einzelwertung zum „Pokal für Frieden und Freundschaft“.[28]

Am Melkus 64 der Serie 1966 fiel die verwendete Bauchverkleidung wegen Überhitzungsproblemen weg. In die DDR-Meisterschaft startete Melkus mit zwei Auftaktsiegen auf der Halle-Saale-Schleife und auf dem Bautzner Autobahnring. Am Ende belegte er mit 18 Punkten den vierten Rang in der Gesamtwertung. Der Melkus 64 der Baureihe 1967 mit insgesamt 10 Fahrzeugen wurde geschlossen an die Sowjetunion geliefert. In der diesjährigen DDR-Meisterschaft holte Melkus mit drei Siegen und weiteren guten Platzierungen mit 46 Punkten vor Rädlein und Peter Findeisen den Meistertitel. Damit belegte in ein Melkus 64 die ersten drei Plätze in der Wertung. Die Überlegenheit des Wagens setzte sich 1968 fort. Wenngleich die zehn Fahrzeuge des Melkus 64 der Serie 1968 wieder an die Sowjetunion geliefert wurden, gewann Melkus seine vierte DDR-Meisterschaft. Von 1969 bis 1971 folgten für ihn drei weitere Vizemeisterschaften in der Formel 3.[29]

Allerdings sah sich der Formelsport der DDR zu diesem Zeitpunkt erneut mit einem Beschluss der FIA konfrontiert, nach dem ab der Saison 1971 der Hubraum der Formel 3 auf 1600 cm3 erhöht werden sollte. Der Motor konnte gemäß den FIA-Anforderungen von beliebiger Bauart sein, musste jedoch innerhalb von zwölf Monaten eine Mindeststückzahl von 5000 vorweisen. Die Entscheidung setzte dem Formelrennsport der DDR das internationale Aus, da im gesamten RGW-Raum kein entsprechender Motor aufzutreiben war.[30] Daher erarbeitete der ADMV zusammen mit der Tschechoslowakei, Polen und der Sowjetunion das Konzept für eine neue Formel-Klasse, die Formel C9. Die Jahresmindeststückzahl von 5000 Motoren konnten dabei nur die Hersteller WAS (Shiguli, Lada), FSO (Polski Fiat) und der VEB AWE (Wartburg) vorweisen. So war dann die Saison 1971 für Melkus die letzte in der Formel 3.[31]

Formel C9 1972–1973[Bearbeiten]

In der neuen Formelklasse, die auf 60 PS reglementiert worden war, deutete sich das Ende der „klassischen“ Melkus-Zigarre an. Für Heinz und Ulli Melkus, der mittlerweile in die Fußstapfen seines Vaters getreten war, stellte die Anpassung der Motoren allerdings kein Problem dar. Heinz Melkus errang seine fünfte DDR-Meisterschaft, der auch noch ein dritter Rang in der DDR-Meisterschaft 1973 folgte. Danach verkündete der Senior, der mittlerweile Mitglied der Zentralen Kommission für Automobilsport im ADMV[32] geworden war, seinen Abschied aus der Formelklasse. In diesem Jahr verließen auch die letzten Melkus 64 der Bauserie 73 seine Werkstatt, die allesamt in die Hände von Fahrern der Leistungsklasse I gingen. 1973 vollzog sich in der Formel C9 auch der Wechsel von Zweitakt- auf Viertaktmotoren, vorzugsweise von Lada.[33]

Weitere Rennen 1974–1980[Bearbeiten]

Der Melkus RS 1000 war der Konstrukteurshöhepunkt von Heinz Melkus
Auf einem Melkus MT77 gewann Heinz Melkus das letzte Rennen seiner Karriere

Von 1974 bis 1980 bestritt Melkus Sportwagenrennen auf einem seiner Melkus RS 1000. Dieser Sportwagen, dessen Konzipierung bereits 1966 begonnen hatte, und der von 1970 bis 1980 mit 101 Exemplaren in Serie produziert wurde, stellt den Höhepunkt seiner Konstrukteursarbeit dar. Der Wagen genießt unter Autoliebhabern Kultstatus.[34]

Neben den Rennen engagierte sich Heinz Melkus weiterhin in seinem Fahrschulbetrieb und war Mitkonstrukteur des Rennwagens SRG MT 77 seines Sohnes Ulli. Mit dem SRG MT 77 fuhr Melkus 1977 zu reinen Testfahrten zwei Rennen in der Formel B8, die 1976 die Formel C9 abgelöst hatte und als Vorläufer der Formel Easter galt. 1980 stieg Melkus in Brünn zum letzten Mal in einen Monopostorennwagen und gewann.[35]

Geschäftsmann ab 1990[Bearbeiten]

Ende 1989 löste Melkus den Gesellschaftsanteil des Staates an seinem Fahrschulbetrieb für 84.000 DM aus, woraufhin er wieder Privatunternehmer wurde. Der Verfall seiner Fahrschule war jedoch durch den Weggang der Fahrlehrer nicht mehr aufzuhalten, sodass die Fahrschule 1992 an einen anderen Nutzer verkauft wurde.[36] Melkus' Werkstattbereich war bereits im Dezember 1989 in einen Autohandel mit KfZ-Werkstatt umgewandelt worden und es bestanden erste Kontakte BMW. Im Mai 1990 eröffnete Melkus als Mitgeschäftsführer und Vertragshändler auf der Leipziger Straße das erste BMW-Autohaus in der DDR. 1994 ließ das Unternehmen für 7,5 Millionen DM in Bühlau ein neues Autohaus errichten, dem auch ein Gebrauchtwagenhandel angeschlossen war. Seit Juni 2004 ist das Autohaus auch offizieller Vertragshändler der Lotus Cars Ltd.[37] 2006 ging das Autohaus unter dem Namen Melkus an einen neuen Gesellschafter über.[38]

Im Jahr 2005 verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Heinz Melkus. Er starb am 5. September 2005 im Alter von 78 Jahren und wurde auf dem Friedhof in Bühlau beigesetzt.[39]

Familie[Bearbeiten]

Heinz Melkus war seit 1949 mit der Lehrerin Johanna (Hanni) Lemke verheiratet.[6] Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ulli Melkus, geboren 1950, wurde wie sein Vater Rennfahrer. Er verunglückte 1990 bei einem Verkehrsunfall tödlich. Peter Melkus wurde 1954 geboren und stieg ebenfalls in die Fußstapfen des Vaters.

Formel-Statistik[Bearbeiten]

Pokal für Frieden und Freundschaft[Bearbeiten]

DDR-Meisterschaft[Bearbeiten]

Formel 2 1952–1954[Bearbeiten]

Formel 3 1955–1958[Bearbeiten]

Formel Junior 1959–1963[Bearbeiten]

1959 fanden keine Meisterschaftsläufe statt.

Formel 3 1964–1971[Bearbeiten]

Formel C9 1972–1973[Bearbeiten]

Formel-Gaststarts[Bearbeiten]

Formel B8 1977–1980[Bearbeiten]

In der Formel B8 bestritt Melkus drei Gaststarts.

Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung


Technischer Anhang[Bearbeiten]

Bauteil Eigenbau Post Melkus Formel III Ketten-Wartburg 1959 Ketten-Wartburg 1960 Ketten-Wartburg 1961 Ketten-Wartburg 1962 Melkus 63 Melkus 64
Aussehen Bundesarchiv Bild 183-82487-0009, Internationale Halle-Saale-Schleife.jpg Bundesarchiv Bild 183-93140-0001, Internationale Bernauer Schleife.jpg Melkus F3 racer no83 (retouched).jpg
Einsatzzeit 1955–1957 1958–1959 1959 1960 1961 1962 1963 1964–1975
Anzahl 1 1 1 3 6 8 8 80
Motor Einzylinder-Viertakt J.A.P. Dreizylinder-Zweitakt-Wartburg 311
Vierzylinder-Viertakt-Lada 1300 ab 1974
Hubraum 498 cm3 980 cm3 962–1050 cm3 Wartburg: 980–1118 cm3
Lada: 1294cm3
Getriebe 4-Gang J.A.P. 4-Gang-Getriebe Wartburg 311
5-Gang-Getriebe Wartburg 311 ab 1967
Fahrgestell U-Profil-Preßstahl
Radstand: 2000 mm
Spur vorn/hinten: 1110/1080 mm
Dreiecksverstrebter Stahlrohrrahmen
Radstand: 2150 mm
Spur vorn/hinten: 1280/1280 mm
geschweißter Rohrverband
Radstand: 2300 mm
Spur vorn/hinten: 1300/1350 mm
Aufhängung Vorn: Querblattfedern
Hinten: Pendelachse
Vorn: Querlenker/Querfeder
Hinten: Querblattfeder
vorn: Einzelradaufhängung, Querlenker oben/unten, schräge Motorrad-Federbeine, Querstabilisator vorn
hinten: DeDion-Achse, Einzelradaufhängung, Querlenker oben/unten, schräge Motorrad-Federbeine
vorn: Einzelradaufhängung, Querlenker oben/unten, schräge Motorrad-Federbeine, Querstabilisator vorn
hinten: Pendelachse, Längslenker unten, schräge Motorrad-Federbeine
vorn: Dreieckslenker oben/unten, schräge Federbeine
hinten: Pendelachse, Dreieckslenker oben/unten, schräge Federbeine
vorn: Blattfedern unten, Querlenker aus Elektronguß
hinten: innenliegend, Dreidckslenker, zwei Lenkslenker mit Querstabilisator
Bremsen Trommel
Leistung 45 PS 55–68 PS 68 PS 70 PS 73–80 PS 85–90 PS Wartburg: 60–95 PS
Lada: 85–100 PS
Geschwindigkeit ca. 175 km/h ca. 170 km/h ca. 220 km/h ca. 215 km/h 170–240 km/h
Leergewicht  ? 400 kg 360 kg 400 kg

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Ihrling: BMW (Ost), EMW, Wartburg. Autorennsport in der DDR. Delius Klasing, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-7688-5788-8
  • Wolfang Melenk, Mike Jordan: Rennsportlegende Heinz Melkus. Lebenswerk und Sportkarriere des Dresdner Automobilkonstrukteurs und Autorennfahrers. Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-5792-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinz Melkus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Melenk/Jordan S. 6.
  2. Melenk/Jordan S. 7.
  3. Melenk/Jordan S. 8.
  4. Melenk/Jordan S. 9.
  5. Melenk/Jordan S. 10.
  6. a b Melenk/Jordan S. 11.
  7. Melenk/Jordan S. 12.
  8. Melenk/Jordan S. 13.
  9. Melenk/Jordan S. 14–16.
  10. Melenk/Jordan S. 17.
  11. Ihling S. 141.
  12. Melenk/Jordan S. 20.
  13. Melenk/Jordan S. 126.
  14. Ihling S. 120.
  15. Ihling S. 119.
  16. Melenk/Jordan S. 21–24.
  17. Melenk/Jordan S. 17.
  18. Melenk/Jordan S. 25–26.
  19. Melenk/Jordan S. 28-32.
  20. Melenk/Jordan S. 27.
  21. Melenk/Jordan S. 32-38.
  22. Melenk/Jordan S. 39–41.
  23. Melenk/Jordan S. 42.
  24. Melenk/Jordan S. 44.
  25. Melenk/Jordan S. 45–46.
  26. Melenk/Jordan S. 49–51.
  27. Melenk/Jordan S. 52–55.
  28. Melenk/Jordan S. 56.
  29. Melenk/Jordan S. 56–59.
  30. Melenk/Jordan S. 61.
  31. Melenk/Jordan S. 62–63.
  32. Melenk/Jordan S. 14.
  33. Melenk/Jordan S. 63–64.
  34. Melenk/Jordan S. 66.
  35. Melenk/Jordan S. 88–90.
  36. Melenk/Jordan S. 31–32.
  37. Melenk/Jordan S. 100–102.
  38. Melenk/Jordan S. 105.
  39. Melenk/Jordan S. 104.
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Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Meisterschaftslauf wurde nicht gewertet, da zu wenig DDR-Lizenzfahrer am Start waren.
  2. Ausfall in der 9. Runde. Für welche Leistung Melkus bei diesem Rennen die 0,5 Punkte erhielt, ist unklar.
  3. Melkus und Willy Lehmann waren nach dem letzten Rennen punktgleich. Aufgrund der besserer Gesamtplatzierungen wurde Melkus zum Meister erklärt.
  4. Der erste Start wurde wegen Regens nach der 4. Runde abgebrochen. Der zweite Start über 10 Runden wurde nicht mehr als Meisterschaftslauf gewertet.