Heinz Ziegler

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Heinz Ziegler (* 19. Mai 1894 in Darkehmen; † 21. August 1972 in Göttingen) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Artillerie im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Ziegler wurde noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges Offizier und diente im Krieg als Leutnant verschiedener Artillerie-Regimenter. Er wurde später in die Reichswehr übernommen. Ab Mitte der 1920er Jahre wurde er auch abwechselnd mit dem Truppendienst auch im Reichswehrministerium eingesetzt, wo er sich um organisatorische Angelegenheiten kümmerte.

Inzwischen zum Oberst aufgestiegen wurde Ziegler zum Chef des Stabes im Allgemeinen Heeresamt, welches das Ersatzwesen der Wehrmacht koordinierte. In dieser Funktion wurde er ein wichtiger Vertrauter des damaligen Amtschefs General Friedrich Fromm.[1] Als dieser am 1. September 1939 zu Befehlshaber des Ersatzheeres ernannt wurde, blieb Ziegler dessen Stabschef bis er am 13. September zum Chef des Stabes im Wehrkreis IV ernannt wurde. Am 1. Februar 1940 übernahm er die Funktion des Chefs des Stabes des XXXXII. Armeekorps, welches am Westfeldzug teilnahm, ohne jedoch größere Einsätze zu sehen. Nach einer Zeit als Besatzungstruppe an der Kanalküste wurde das Korps im August 1941 an die Ostfront verlegt, wo es an der Leningrader Blockade mitwirkte. Im Winter 1941/42 wurde es auf die Krim verlegt. Im Zuge der heftige Kämpfe dort übernahm Ziegler kurzzeitig das Kommando über eine motorisierte Brigade.[2]

Im Frühjahr 1942 wurde Ziegler, inzwischen Generalmajor zurück nach Berlin versetzt, wo er wieder bei Chef des Ersatzheeres Dienst tat. Ende des Jahres erfolgte eine weitere Wendung in Zieglers Karriere. Im Dezember 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert und zum stellvertretenden Oberbefehlshaber der 5. Panzerarmee in Tunis ernannt. Das war insofern ungewöhnlich als die Stammbesetzung in der deutschen Armee keine Stellvertreter kannte. Der neue Oberbefehlshaber Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim hatte keine hohe Meinung von seinem Stellvertreter, der bisher noch nichts größeres als eine Brigade geführt hatte. Am 20. Februar 1943 übernahm Ziegler für den verwundeten General Gustav Fehn die Führung des Deutschen Afrikakorps bevor er Anfang März 1943 in den Stab des Heeresgruppe Afrika versetzt wurde.[2] Obwohl kein überragender Truppenführer gelang ihm mit der Zerstörung von 98 Panzern der 1st Armored Division ein Erfolg, der ihm die Verleihung des Ritterkreuzes verschaffte.[3]

Ziegler wurde vor dem Fall des Brückenkopfes Tunis evakuiert und leitete ab dem 24. Mai 1943 die Reorganisation der 334. Infanterie-Division. Vom 20. Oktober bis zum 25. November 1943 vertrat er General Hermann Breith als Kommandeur des III. Panzerkorps an der Ostfront. Am 1. Januar 1944 erreichte Ziegler mit der Beförderung zum General der Artillerie den Höhepunkt seiner Karriere.[4] Im Februar 1944 wurde er Chef einer Auskämm-Kommission (»Sonderbeauftragten für die Vereinheitlichung der Wehrwirtschafts-Organisationen«), welche die Unruh-Kommission ablösen sollte. Zum Chef des Stabes wurde Oberst i.G. Curt Pollex ernannt.[5]Auch weiterhin stand er Generaloberst Fromm sehr nahe. Nachdem dieser nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet worden war wurde Ziegler beim SD vorstellig, um zugunsten Fromms auszusagen, was jedoch vergeblich war.[6] Vom 24. Oktober bis zum 22. November 1944 fungierte Ziegler als Oberbefehlshaber der 14. Armee in Italien. Anschließend wurde er in die Führerreserve versetzt und nicht mehr verwendet.[4]

Ziegler geriet in alliierte Gefangenschaft. Nachdem er zurückgekehrt war ließ er sich in Göttingen nieder, wo er am 21. August 1972 verstarb.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernhard R. Kroener: Friedrich Fromm - Eine Biographie, Paderborn/ München/ Wien/ Zürich 2005, S.453, 480
  2. a b Samuel W. Mitcham: Rommel's Desert Commanders - The Men who Served the Desert Fox, Westport 2007, S.168
  3. a b c  Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 805.
  4. a b Samuel W. Mitcham: Rommel's Desert Commanders - The Men who Served the Desert Fox, Westport 2007, S.170
  5. Bernhard R. Kroener: Friedrich Fromm - Eine Biographie, Paderborn/ München/ Wien/ Zürich 2005, S.642
  6. Bernhard R. Kroener: Friedrich Fromm - Eine Biographie, Paderborn/ München/ Wien/ Zürich 2005, S.722
  7.  Walther-Peer Fellgiebel: Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939–1945 - Die Inhaber der höchsten Auszeichnung des Zweiten Weltkrieges aller Wehrmachtteile. Dörfler Verlag, Eggolsheim 2004, ISBN 3-7909-0284-5, S. 370.