Hejnice
| Hejnice | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Tschechien | |||
| Region: | Liberecký kraj | |||
| Bezirk: | Liberec | |||
| Fläche: | 3819 ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 53′ N, 15° 11′ O50.87916666666715.183333333333375Koordinaten: 50° 52′ 45″ N, 15° 11′ 0″ O | |||
| Höhe: | 375 m n.m. | |||
| Einwohner: | 2.813 (1. Jan. 2011) [1] | |||
| Postleitzahl: | 463 62 | |||
| Verkehr | ||||
| Bahnanschluss: | Raspenava–Bílý Potok pod Smrkem | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 2 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Jiří Horák (Stand: 2007) | |||
| Adresse: | Nádražní 521 463 62 Hejnice |
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| Gemeindenummer: | 564044 | |||
| Website: | www.mestohejnice.cz | |||
Hejnice (deutsch Haindorf) ist eine Kleinstadt am Oberlauf der Wittig im Isergebirge und ein katholischer Wallfahrtsort.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Der Legende nach wurde im Jahre 1311 nach einer Gnadenheilung, als sich ein armer, erschöpfter Siebmacher im Wald unter eine Linde legte, wie durch ein Wunder gesund wurde, im benachbarten Zittau eine Bild der Gottermutter Maria erwarb und an der Linde, wo er Heilung gefunden hatte, befestigte, eine Kapelle gebaut. Um diese Kapelle herum entstand der Ort Haindorf. Als weitere Wunderheilungen erfolgten, wurden 1352 die vergrößerte Johanniskapelle erbaut und 1472 zu einer gotischen Kirche ausgebaut. 1558 bis 1621 war der Ort Haindorf durch drei Generationen evangelisch-lutherisch und die Kirche wurde verschlossen.
In der Rekatholisierung Böhmens nach dem Dreissigjährigen Krieg wurde das Gnadenbild in der Johanniskirche in Haindorf wieder aufgestellt und verehrt. 1690 erfolgte die Übergabe der Kirche und der Wallfahrtsseelsorge an den Orden der Franziskaner und der Aufenthalt der zahlreich werdenden Pilger machte Haindorf zu einem wohlhabenden Ort; 1721 wurden 64.000 Kommunikaten gezählt. 1761 brannte die Kirche ab, das Gnadenbild der Jungfrau Maria wurde gerettet. Durch Bemühungen der Einheimischen und Spenden von Auswärtigen wurde die Wallfahrtskirche wieder eindrucksvoll aufgebaut. Nach Plänen des österreichischen Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach wurde in den Jahren 1722 bis 1729 die Basilika Maria Heimsuchung unter Leitung des Prager Baumeisters Thomas Haffenecker errichtet, deren Innenraum 7000 Menschen Platz bot. Der Zustrom von Pilgern setzte wieder ein. 1692 ließ der Inhaber der Herrschaft Friedland in Nordböhmen, zu welcher u.a. auch der Ort Haindorf gehörte, Franz Ferdinand Graf Gallas (1635 - 1729) ein Franziskanerkloster errichten, das 1696 fertig gestellt wurde. In der Josephinischen Reform von 1780 bis 1790 waren die Prozessionen verboten und die kostbaren Weihegeschenke entfernt. 1810 lebten die Prozessionen der Pilger in der nachnapoleonischen Zeit wieder auf. Eine Statistik vor dem ersten Weltkrieg nennt eine jährliche Besucherzahl von mehr als 100.000, mit 60.000 bis 70.000 Kommunikaten jährlich. Heute wird vom Bistum Leitmeritz in Hejnice ein internationales Begegnungszentrum betrieben.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich in Haindorf und in dem im 18. Jahrhundert gegründeten Ortsteil Ferdinandstal (tschechisch Ferdinandov), gefördert durch die Familien Gallas und Clam-Gallas Betriebe der Textilindustrie an. Zudem waren Haindorf und Ferdinandstal im Isergebirge bereits seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als „Sommerfrische“ bei Ausflüglern und Urlaubern beliebt.
Vom wirtschaftlichen Niedergang der Region nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung auf Grund der Benesch-Dekrete war auch Haindorf, welches den amtlichen Namen Hejnice erhielt, stark betroffen. Heute ist das Städtchen wieder ein beliebtes Ausflugsziel, nicht zuletzt durch die Besucher der Wallfahrts-Basilika und durch Wander- und Fahrradwege.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Zur Stadt Hejnice gehört der Ortsteil Ferdinandov.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Franz Karl Auersperg (1935–2008), Politiker und Gewerkschafter
- Jürgen Kocka (* 1941), Sozialhistoriker
- Katharina Matz (* 1935), Schauspielerin
[Bearbeiten] Literatur
- Oppitz: Fruchtbarer und schattenreicher Lindenbaum, Haindorf 1731.
- Julis Helbig: Geschichte der Kirche in Haindorf, Friedland 1894.
- Josef Bennesch: Ortsgeschichte von Haindorf. Friedland in Böhmen 1924.
- Rudolf Sitka: Die Gnadenorte der Sudetenländer. Der Allerheiligsten Jungfrau Maria im Marianischen Jahr 1954 in frommer Ehrfurcht gewidmet, Heimatverlag M. Renner, Kempten im Allgäu, 1954, Seite 22 bis 25.
- Rudolf Anděl, Roman Karpaš: Frýdlantsko, Minulost a současnost kraje na upatí Jizerských hor. Liberec 2002.
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der Stadt (tschechisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)
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