Heldenbergen

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50.2352777777788.8625130Koordinaten: 50° 14′ 7″ N, 8° 51′ 45″ O

Heldenbergen
Stadt Nidderau
Wappen von Heldenbergen
Höhe: 118–132 m
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 61130
Vorwahl: 06187

Heldenbergen ist ein Stadtteil von Nidderau im Main-Kinzig-Kreis in Hessen.

Heldenbergen liegt am Rande der Wetterau am rechten Ufer der Nidder an der Niddertalbahn. Nordwestlich von Heldenbergen treffen sich die Bundesstraße 521 und die Bundesstraße 45.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Römerzeit befand sich in Heldenbergen zunächst ein römisches Kastell, später eine Siedlung (Vicus).[1]

Heldenbergen wird erstmals im Jahr 839 als Helidiberga erwähnt.[2] Der Ort gehörte zum Freigericht Kaichen, das im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft der Burggrafschaft Friedberg kam. Mit diesem fiel Heldenbergen 1806 an Hessen-Darmstadt.

In Heldenbergen befanden sich seit dem späten Mittelalter zwei Burgen, die Oberburg und die Nassburg. Letztere ist im 19. Jahrhundert abgetragen worden, übrig ist noch die Oberburg (Privatbesitz).

Vom 16./17. Jahrhundert bis 1938 gab es im Ort eine größere jüdische Gemeinde, die eine eigene Synagoge hatte.[3]

Im Südteil des Ortes befand sich ein Schlossbau aus dem 17./18. Jahrhundert an der Stelle einer früheren Burg. Am 1. Januar 1970 entstand durch den Zusammenschluss von Heldenbergen und Windecken die Stadt Nidderau.[4]

Kirche[Bearbeiten]

Die evangelische Brückenkirche wurde 1965-68 als Zeltkirche mit umlaufendem Fensterband, nebenstehendem Glockenturm sowie anschließendem Gemeinde- und Pfarrhaus erbaut. Im Rahmen der letzten Sanierung wurde für 24 Oberlichter und zwei neu eingebrochene Fenster eine künstlerische Verglasung von Raphael Seitz geschaffen.[5]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 30. Dezember 1968 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In von Rot und Gold gespaltenem Schild, der einköpfige schwarze Reichsadler mit nach links gewendetem Kopf.“[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ernst Schneider (1900–1977), Unternehmer und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), geboren in Heldenbergen
  • Karl Seifried (* 15. Oktober 1914 in Heldenbergen), gründete 1948 das Reisebüro Ameropa. Sein Erfolg machte es ihm möglich, die Karl und Else Seifried-Stiftung zu gründen, die sich die Erforschung unheilbarer Krankheiten, den Bau eines Kinderhauses sowie die Unterstützung von Alten, Kranken, Misshandelten u.a. in Nidderau zum Ziel gesetzt hat.

Sonstiges[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Czysz: Heldenbergen in der Wetterau. Feldlager, Kastell, Vicus. von Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-2834-6, S. 182–193 (Limesforschungen. 27).
  2. Heinrich Reimer: Hessisches Urkundenbuch. Abt. 2, Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Bd. 1. 767-1300. Publikationen aus den königlich-preußischen Staatsarchiven, Hirzel, Leipzig 1891 Nr. 27.
  3. Monica Kingreen: Jüdisches Landleben in Windecken, Ostheim, Heldenbergen. CoCon-Verlag, Hanau 1995, ISBN 3-928100-27-0.
  4. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 17. Dezember 1969 — IV A 22 — 3 k 08/05 — 3/69 — Betrifft: Zusammenschluß der Gemeinde Heldenbergen im Landkreis Friedberg und der Stadt Windecken im Landkreis Hanau zur Stadt „Nidderau“ im Landkreis Hanau (StAnz. 1/1970 S. 5)
  5. GJP (Götz J. Pfeiffer): Fenster von Raphael Seitz, in: Mut zum Gestalten. Kunstförderung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel, 2013, S. 60-61.
  6. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 30. Dezember 1968 (StAnz. 3/1969 S. 99) Seite 3 der tif-Datei 4,8 MB
  7. Brigitte Schwenzer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 139 Frankfurt. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1967. → Online-Karte (PDF, 4 MB)
  8. Karte und Legende zu den Naturräumen Hessens (Online-Kopie von Die Naturräume Hessens, Otto Klausing 1988) im Umweltatlas Hessen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie

Weblinks[Bearbeiten]