Helen Suzman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Helen Suzman (geborene Helen Gavronsky; * 7. November 1917 in Germiston, Südafrika; † 1. Januar 2009 in Johannesburg) war eine südafrikanische Politikerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Helen Suzman war Kind einer jüdischen Familie, die von Litauen nach Südafrika auswandert war. Ihr Vater, der Kaufmann Gavronsky, kam in Südafrika als Fleischgroßhändler zu Wohlstand. Nach dem Besuch einer Ordensschule studierte Helen Suzman Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witwatersrand. Mit 19 heiratete sie den Arzt Moses Meyer Suzman (1904–1994)[1] und hatte mit ihm zwei Töchter, Frances und Patricia. Sie schloss das Studium mit einem Bachelor of Commerce ab, arbeitete von 1941 bis 1944 beim südafrikanischen War Supplies Board und bis 1952 als Dozentin an der Universität Witwatersrand.

Helen Suzman wurde in eine Kommission berufen, die die Lebensbedingungen der Schwarzen in den Großstädten untersuchte. Die dabei gemachten Erfahrungen motivierten sie, sich zunehmend politisch zu engagieren. 1953 gehörte Suzman erstmals dem südafrikanischen Parlament in Kapstadt an, wobei sie 1961 zusammen mit elf anderen liberal eingestellten Abgeordneten die United Party verließ und unter der Leitung von Jan van A. Steytler die Progressive Party (PP) gründete.

Die nächsten 13 Jahre war Suzman die einzige Repräsentantin der PP, später PFP, und obendrein die einzige Frau unter 164 Abgeordneten im südafrikanischen Parlament.[2] Insgesamt war sie 36 Jahre Parlamentsmitglied. Sie trat für die Abschaffung der Apartheid und das Wahlrecht für Nicht-Weiße ein und kämpfte für und im ANC.[3]

Nach mehreren Fusionen im Parteiwesen gehörte Suzman seit 1977 zu den führenden Köpfen der Progressive Federal Party (PFP) neben Parteichef Colin Eglin. Obwohl die PFP die repressiven Gesetze gegen Nicht-Weiße nicht verhindern konnte, wurde Suzman zum Symbol der weißen Opposition Südafrikas und zum „Gewissen der Nation“. Sie besuchte Nelson Mandela mehrfach im Gefängnis.[4] Im August 1986 wurde sie vorübergehend inhaftiert, als sie sich mit Winnie Mandela in Soweto zu Gesprächen traf, bei denen es um eine Widerstandstaktik gegen die Regierungspolitik ging.

Nach der Abschaffung der Apartheid in den frühen 1990er Jahren galt Helen Suzman als „Grande Dame“ der Republik. Sie übte Kritik an Präsident Thabo Mbeki wegen dessen Aids-Politik und seiner Haltung gegenüber der Regierung in Simbabwe.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf auf M. M. Suzman in The Independent, 1994 (englisch), abgerufen am 13. September 2012
  2. [1]
  3. Brigitte Kirste, Susanne Zeller, «Garden Shul» am Kap der Guten Hoffnung, in: Jüdische Zeitung, August 2006 [2]
  4. a b http://www.guardian.co.uk/world/2009/jan/01/southafrica-race
  5. List of previous recipients. United Nations Human Rights, 2. April 2008, abgerufen am 29. Dezember 2008 (PDF; 43 kB, englisch).
  6. [3]