Helfenberg

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Helfenberg in Oberösterreich, für weitere Bedeutungen siehe Helfenberg (Begriffsklärung).
Helfenberg
Wappen von Helfenberg
Helfenberg (Österreich)
Helfenberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Rohrbach
Kfz-Kennzeichen: RO
Fläche: 9,63 km²
Koordinaten: 48° 33′ N, 14° 9′ O48.54333333333314.1425567Koordinaten: 48° 32′ 36″ N, 14° 8′ 33″ O
Höhe: 567 m ü. A.
Einwohner: 950 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 99 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4184
Vorwahl: 0 72 16
Gemeindekennziffer: 4 13 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Leonfeldner Straße 15
4184 Helfenberg
Website: www.helfenberg.at
Politik
Bürgermeister: Stefan Hölzl (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(13 Mitglieder)
10 ÖVP, 3 SPÖ
Lage der Gemeinde Helfenberg im Bezirk Rohrbach
Afiesl Ahorn Aigen im Mühlkreis Altenfelden Arnreit Atzesberg Auberg Berg bei Rohrbach Haslach an der Mühl Helfenberg Hofkirchen im Mühlkreis Hörbich Julbach Kirchberg ob der Donau Klaffer am Hochficht Kleinzell im Mühlkreis Kollerschlag Lembach im Mühlkreis Lichtenau im Mühlkreis Nebelberg Neufelden Neustift im Mühlkreis Niederkappel Niederwaldkirchen Oberkappel Oepping Peilstein im Mühlviertel Pfarrkirchen im Mühlkreis Putzleinsdorf Rohrbach in Oberösterreich St. Johann am Wimberg St. Martin im Mühlkreis St. Peter am Wimberg St. Stefan am Walde St. Ulrich im Mühlkreis St. Veit im Mühlkreis Sarleinsbach Schlägl Schönegg Schwarzenberg am Böhmerwald Ulrichsberg OberösterreichLage der Gemeinde Helfenberg im Bezirk Rohrbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Die Gemeinde Helfenberg liegt im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel in Oberösterreich mit 950 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Rohrbach in Oberösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Helfenberg liegt auf einer Höhe von 567 m ü. A. im oberen Mühlviertel nahe an der tschechischen Grenze. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung gehört der Großteil des Gemeindegebietes zu den Südlichen Böhmerwaldausläufern sowie der Südosten des Gemeindegebietes zum Zentralmühlviertler Hochland. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 2,9 km, von West nach Ost 4,4 km. Die Gesamtfläche beträgt 9,61 km², womit Helfenberg die fünftkleinste Gemeinde des Bezirks Rohrbach ist. Jedoch weist die Gemeinde mit 99 Einwohnern pro km² die siebthöchste Bevölkerungsdichte der Gemeinde des Bezirks auf. 2001 war das Gemeindegebiet zu 36,1 mit Wald bedeckt, 54,6 Prozent der Fläche wurde landwirtschaftlich genutzt. Im Vergleich mit dem Bundesland Oberösterreich ist Helfenberg damit etwas weniger bewaldet als der Landesschnitt (Oberösterreich: 38,3 Prozent) bzw. besteht wesentlich etwas mehr landwirtschaftliche Nutzfläche (Oberösterreich: 49,3 Prozent). Der Anteil sonstiger Nutzungen (Bauflächen, Gärten, Gewässer und anderes) liegt mit rund 9,3 Prozent leicht hinter dem Oberösterreichischen Durchschnitt von 13,8 Prozent.[1] Nachbargemeinden sind Vorderweißenbach im Osten (Bezirk Urfahr-Umgebung), Ahorn im Südosten und Süden, St. Peter am Wimberg im Südwesten, St. Stefan am Walde im Westen sowie Schönegg und Afiesl im Norden.

Geologie und Böden[Bearbeiten]

Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse und gehört zum südöstlichen Teil des Granithochlandes. Die Landschaft fällt dabei von Norden nach Süden vom Böhmerwald bis zur Donau hin ab und ist durch tiefeingeschnittene Bäche geprägt. Die Böhmische Masse geht dabei auf ein sehr altes Gebirge zurück, dass durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand, wobei es zur Bildung von Graniten und Gneisen kam. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der Alpidischen Gebirgsbildung im, Tertiär zur Aufhebung der Böhmischen Masse um mehrere 100 Meter, wodurch Brüchen und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Als Bodenform herrschen Silikatbraunerden (saure Braun- und Bleicherdeböden) vor, die sich über mehr oder weniger starken Lehmdecken befinden. Die Böden weisen hierbei mit zunehmender Höhe eine zunehmende Podsolierung auf und erfahren bei Staunässe eine Umwandlung Gley, Anmoor oder Moor. Bei stärkerer Bodenabtragung kommt Fels bzw. Flinz, eine lehmig-grusige Verwitterungsschicht zu Tage.[1]

Landschaft und Vegetation[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Helfenberg ist von einer sanft kuppierte Hügellandschaft mit verschiedenen Hangneigungen und Expositionen geprägt. Zudem bestehen im Bereich der Flüsse und Bäche Taleinschnitte. Die Waldgebiete der Gemeinde werden von Fichten sowie artenarmem, Säureliebenden Unterwuchs dominiert. Diese südlichsten Ausläufer des Böhmerwaldes sind nach Süden zusehends aufgelockert und werden von zunehmend größeren landwirtschaftlichen Nutzflächen durchdrungen. Reine Laubwaldbestände spielen kaum eine Rolle, vielmehr ist der Laubholzanteil meist auf Waldränder beschränkt wobei Buchen dominieren aber auch Stieleiche und an feuchteren Standorten Eschen, Schwarzerlen und Bergahorne vorkommen. Der Schwerpunkt in der landwirtschaftlichen Nutzung liegt bei der intensiven Grünlandwirtschaft während Ackerbau wird nur noch vereinzelt vorkommt. Extensives Magergrünland besteht meist nur an Waldrändern und Wegböschungen. Strukturelemente sind reichlich vorhanden, wobei neben Streuobstwiesen und Ostbaumreihen vor allem Hecken im Bereich ehemaliger (Lese-)Steinmauern vorkommen.[1]

Gewässer[Bearbeiten]

Hauptgewässer der Gemeinde ist die Steinerne Mühl die auch die meisten Fließgewässer des Gemeindegebietes aufnimmt. Sie verläuft zunächst an der nördlichen Gemeindegrenze, durchfließt danach den Hauptort Helfenberg und bildet danach über weite Strecken die südwestliche Gemeindegrenze. Im Westen des Gemeindegebietes bestehen mit dem Holzmühlbach und seinem Zubringer, dem Rossdoppelbach zwei weitere Bäche, im östlichen Gemeindegebiet fließt der Altenschläger Bach. Abgesehen von der Steinernen Mühl handelt es sich bei den Bächen überwiegend um kleinere Wald- bzw. Wiesenbäche, welche abgesehen von einigen lokalen Verrohrungen oder Verbauungen großteils naturnah sind. Auch die Steinerne Mühl weist lediglich im Ortsbereich von Helfenberg starke anthropogene Eingriffe auf. Die Fließgewässer im Gemeindegebiet weisen überwiegend begleitende Ufergehölze mit naturnahem Aufbau auf, die teils durchgehend und beidufrig sind. Die stehenden Gewässer sind hingegen Teiche unterschiedlicher Größe und Ausbildung mit naturnahem bis naturfernem Charakter.[1]

Ortsteile der Gemeinde[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind Altenschlag, Auhäuser, Dobring, Helfenberg, Mühlholz, Neuling, Neuschlag, Preßleithen, Spanfeld, Thurnerschlag, Untereben und Waldhäuser.

Geschichte[Bearbeiten]

Begründet wurde Helfenberg um 1108 vom Bayer Helpho. Am Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, in dieser Zeit wurden sowohl das Schloss Helfenberg als auch die Burg Piberstein erbaut. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Von jeher war Helfenberg als Ort der Textilerzeugung und Weberei bekannt. Im Zuge der Industrialisierung errichteten die Gebrüder Simonetta aus Mailand 1843 eine Leinenweberfabrik, die zu Hochzeiten 1200 Personen beschäftigte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

2013 lebten in der Gemeinde Helfenberg 955 Menschen, womit Helfenberg im unteren Mittelfeld der 42 Gemeinden des Bezirks lag. Ende 2001 waren 96,8 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent[2]), bis zum Jahresbeginn 2013 sank der Wert leicht auf 95,6 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent[2]) an. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 42 Ausländer gezählt, die zu 98 Prozent aus Europa stammten. Der Anteil der EU-Ausländer war dabei mit 31 Prozent vergleichsweise gering, vielmehr kam mehr als die Hälfte der Ausländer aus der Türkei. Insgesamt lebten in Helfenberg 2013 57 Menschen mit einem ausländischen Geburtsland, davon waren 49 Prozent in der Türkei geboren. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 96,3 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 88,6 Prozent[3]), 1,4 Prozent waren ohne Bekenntnis, 1,9 Prozent islamischen Glaubens und 0,3 Prozent evangelisch.[4]

Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 weitgehend im Landesdurchschnitt. 19,8 Prozent der Einwohner von Helfenberg waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent[5]), 57,5 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent[5]). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 22,7 Prozent knapp über dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Helfenberg veränderte sich in der Folge vor allem in den ersten zwei Segmenten. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 massiv auf 12,8 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 64,6 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen stagnierte bei 22,6 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 47,2 Prozent der Einwohner von Helfenberg ledig, 45,3 Prozent verheiratet, 6,4 Prozent verwitwet und 1,1 Prozent geschieden.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Helfenberg schrumpfte zwischen 1869 und 2013 um 25 Prozent. Lebten 1869 noch 1.270 Menschen in Helfenberg, so waren es 2013 nur noch 955. Zunächst sank die Einwohnerzahl vom bisher verzeichneten Höchststand im Jahr 1869 bis 1923 nahezu kontinuierlich auf rund 1000 Einwohner ab, wobei der Bevölkerungsverlust in diesem halben Jahrhundert rund 20 Prozent betrug. Danach erholte sich der Bevölkerungsstand wieder und schwankte in der Folge bis 1971 zwischen 1.100 und 1.200 Einwohnern. In den 1970er Jahren setzte jedoch schließlich ein Schrumpfungsprozess ein, der bis zuletzt anhielt. Grund für die Bevölkerungsverluste seit den 1970er Jahren ist vor allem die hohe Abwanderung. So verlor die Gemeinde in der Zeit seit 1971 rund 100 Einwohner pro Jahrzehnt durch Abwanderung. Der Geburtenüberschuss konnte die Bevölkerungsverluste nur bremsen, da er teilweise nur halb so hoch ausfiel wie das Wanderungsminus. Seit dem Jahrtausendwechsel beschleunigte sich der Bevölkerungsverlust, da die Abwanderung ungemindert hoch blieb und die Geburtenbilanz nur mehr knapp positiv ausfiel.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat als oberstes Gremium der Gemeinde umfasst 13 Sitze und wird alle sechs Jahre im Zuge oberösterreichweiter Gemeinderatswahlen gewählt. Der Gemeindevorstand setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, wobei die Österreichische Volkspartei (ÖVP) nach der Gemeinderatswahl 2009 mit dem Bürgermeister, der Vizebürgermeisterin und zwei weiteren Mitgliedern im Gemeindevorstand vertreten ist und damit in diesem Gremium die absolute Mehrheit stellt. Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) entsendet ein weiteres Mitglied.

Stärkste Fraktion im Gemeinderat von Helfenberg ist seit jeher die ÖVP, die in der Zeit ab 1973 immer die absolute Stimmen- und Mandatsmehrheit erreichte und weitgehend sogar über eine Zweidrittelmehrheit verfügte. Die ÖVP erreichte dabei in diesem Zeitraum zwischen 55,5 und 78,1 Prozent, wobei sie ihr bestes Ergebnis seit 1973 bei der Wahl 1973 und ihr schlechtestes Ergebnis 1991 einfuhr. Zweitstärkste Partei im Gemeinderat von Helfenberg war bisher immer die SPÖ, die seit 1973 Wahlergebnisse zwischen 21,9 Prozent (1973) und 29,9 (1985) Prozent erreichen konnte. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) trat in der Zeit seit 1973 nur zwei Mal bei der Wahl an und erreichte 1991 17,7 Prozent bzw. 1997 11,2 Prozent. Danach kandidierte die FPÖ jedoch nicht mehr. Bei der letzten Gemeinderatswahl 2009 kam die ÖVP auf 73,6 Prozent bzw. 10 Mandate, die SPÖ erreichte 26,34 Prozent bzw. drei Mandate.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird seit 1997 in einer Direktwahl bestimmt, wobei es bei keiner absoluten Mehrheit für einen Kandidaten zu einer Stichwahl kommt. Die erste Bürgermeisterdirektwahl konnte der ÖVP Kandidat mit 68,8 Prozent gegen den Kandidaten der SPÖ für sich entscheiden. 2002 löste Stefan Hölzl (ÖVP) den bisherigen Bürgermeister ab. Er wurde 2003 mit 81,8 Prozent im Amt bestätigt, 2009 wurde er mit 79,9 Prozent im Amt bestätigt.[7]

Sonstige Wahlen[Bearbeiten]

Wie bei Gemeinderatswahlen dominiert die ÖVP auch bei Landtagswahlen in der Gemeinde, wenngleich die Dominanz der Volkspartei etwas zurückgegangen ist. Dennoch konnte die ÖVP im Zeitraum ab 1973 immer stimmenstärkste Partei werden, vor 1991 verfügte sie sogar über eine Zweidrittelmehrheit. Ihr bestes Ergebnis erreichte die ÖVP zwischen 1973 und 2009 im Jahr 1973 mit 76,4 Prozent, seitdem verlor sie nahezu sukzessive an Stimmenanteilen, wobei sie 2003 mit 60,1 Prozent ihr bisher niedrigstes Ergebnis einfuhr. Zweitstärkste Partei war bei Landtagswahlen immer die SPÖ, die Wahlergebnisse zwischen 16,8 und 27,6 Prozent für sich verbuchen konnte. Ihr bestes Ergebnis hatte die SPÖ dabei 2003, ihr schlechtestes 2009. Drittstärkste Partei war bis 1997 die FPÖ, die im Zeitraum ab 1973 zwischen 1,1 und 12,9 Prozent erzielte. Ihr bestes Ergebnis hatte die FPÖ dabei 1991. 2003 wurde die FPÖ jedoch kurzfristig von den Grünen als drittstärkste Partei bei Landtagswahlen abgelöst, wobei die Grünen 7,9 Prozent erreichten. Bei der letzten Landtagswahl 2009 kam die ÖVP mit 60,8 Prozent auf den ersten Platz, wobei dies jedoch das zweitschlechteste Ergebnis war. Die SPÖ kam nur noch auf 16,8 Prozent und musste damit mehr als 10 Prozent ihrer Stimmenanteile abgeben. Die FPÖ konnte die Grünen wieder überholen und kam auf 10,2 Prozent, die Grünen erreichten mit 9,0 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber ein roter Balken, darin ein goldenes Weberschiffchen mit aufgespultem, silbernem Faden; oben ein schwarzer, wachsender, rot bezungter und bewehrter Biber, unten eine blaue Kugel. Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Helfenberg
  • Die barocke Pfarrkirche wurde um 1712 von J. M. Prunner erbaut, in ihr finden sich noch gotische Reste: Sehenswert sind mehrere Skulpturen von Philipp Rambler (1714), weiters zwei Reliefgrabsteine und eine Glocke mit Madonnenrelief im Strahlenkranz von 1500.
  • Das Ortsbild wird maßgeblich beeinflusst von einer 1840 errichteten Textilfabrik.
  • Auf dem Ortsplatz befindet sich der Jahrhundertwebstuhl, der seit 2000 vollautomatisch über 100 Jahre einen Teppich fertigt, zum Zeugnis der alten Handwerkskunst.
  • Das Schloss Helfenberg wurde 1224 erstmals erwähnt und Anfang des 17. Jahrhunderts von Christian von Ödt neu erbaut. Ehemals Sitz der Gerichtsbarkeit, ist es seit 1893 im Besitz der Grafenfamilie Revertera und thront im Norden über Helfenberg.
  • Die Waldkreuzkapelle Maria Rast stammt von etwa 1700. Um ihre Entstehung ranken sich viele Legenden und Mythen. Schalensteine, Steinkreise aus der Vorzeit und der Sage nach heilendes Wasser ziehen jedes Jahr unzählige Pilger an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Mittelalter legte Flachsanbau neben der Landwirtschaft und Holznutzung den Grundstein zu einer Entwicklung des Ortes als Leinenweberort. Seit dem 19. Jahrhundert prägt die Textilindustrie maßgeblich das Ortsbild. In mehreren Fabriken hat man sich auf Erzeugnisse wie Leinen, Hosen oder Handtücher spezialisiert. Weitere Betriebe befassen sich mit dem Holzstiegenbau. Ein privates E-Werk (Gemeindegebiet Afiesl) deckt rund 70 % des Strombedarfs von Helfenberg.

Arbeitsstätten und Beschäftigte[Bearbeiten]

Helfenberg beherbergte 2001 einen Betrieb mit 20 oder mehr Beschäftigten. Insgesamt ergab die im Rahmen der Volkszählung durchgeführte Arbeitsstättenzählung 42 Arbeitsstätten mit 271 Beschäftigten (ohne Landwirtschaft), wobei 76 Prozent unselbständig Beschäftigte waren. Die Anzahl der Arbeitsstätten war dabei gegenüber dem Jahr 1991 praktisch gleich geblieben (plus 2 Prozent), die Anzahl der Beschäftigten hingegen um 42 Person (plus 13 Prozent) gesunken. Wichtigster Wirtschaftszweig war 2001 der Bereich der Sachgütererzeugung mit 10 Betrieben und 102 Beschäftigten (38 Prozent aller Beschäftigten) vor dem Unterrichtswesen mit drei Arbeitsstätten mit 43 Beschäftigten (16 Prozent) und dem Handel mit acht Arbeitsstätten und 28 Beschäftigten (10 Prozent). 45 Prozent der in Helfenberg Beschäftigten waren Angestellte oder Beamte, 36 Prozent Arbeiter und 12 Prozent Betriebsinhaber.[4]

Von den in Helfenberg 2010 lebenden 498 Erwerbspersonen waren nur 3,4 Prozent arbeitslos. Von den 481 Erwerbstätigen waren 87 in der Sachgütererzeugung (23 Prozent), 59 im Handel (12 Prozent) und 45 im Gesundheits- und Sozialwesen (9 Prozent) beschäftigt. Weitere wichtige Branchen waren die Öffentliche Verwaltung mit 9 Prozent, das Erziehungs- und Unterrichtswesen mit 8 Prozent und die Land- und Forstwirtschaft mit 6 Prozent. Von den 470 Erwerbstätigen aus Helfenberg (ohne temporär von der Arbeit abwesende Personen erwerbstätigen Einwohnern) gingen 2010 nur 135 Personen in Helfenberg ihrer Beschäftigung nach. 335 bzw. 71 Prozent mussten zur Arbeit auspendeln. Von den Auspendlern hatten 44 Prozent ihre Arbeitsstätte in der Landeshauptstadt Linz, 23 im Bezirk Rohrbach und 15 Prozent im Bezirk Urfahr-Umgebung. Wichtigste Auspendlergemeinde neben Linz war die Bezirkshauptstadt Rohrbach. Im Gegenzug pendelten 151 Menschen nach Helfenberg ein, wobei 70 Prozent aus dem Bezirk Rohrbach stammten.[4]

Tourismus[Bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde vor allem im Tourismusbereich viele neue Angebote geschaffen. Besonders bekannt wurde der Ort durch ein vielseitiges und gut ausgebautes Netz an Wanderwegen.

Bildung[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen sind die Volks- sowie die Hauptschule Helfenberg und ein Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Helfenberg. Endbericht. Kirchdorf an der Krems, Uttendorf 2008
  2. a b Land Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft
  3. Statistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)
  4. a b c d e Statistik Austria Gemeindedaten von Helfenberg
  5. a b Land Oberösterreich Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen
  6. Land Oberösterreich Gemeinderatswahlen in Helfenberg ab 1973
  7. Land Oberösterreich Wahlergebnisse bei Bürgermeisterwahlen in Helfenberg
  8. Land Oberösterreich Landtagswahlergebnisse in Helfenberg ab 1973

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helfenberg, Upper Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien