Einsatzersthelfer

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Armbinde für Helfer im Sanitätsdienst

Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer, englisch Combat First Responder (CFR), ist die grundlegende Erste-Hilfe- und Sanitätsausbildung der Bundeswehr. Sie richtet sich nach den Richtlinien zur Tactical Combat Casualty Care (TCCC). Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer ist in die Stufen A bis C gegliedert. Alle drei neuen Ausbildungsstufen sind zeitgebunden und verfallen nach festgelegten Zeiträumen. Sie müssen durch jährliche Wiederholungsausbildungen erhalten werden.

Einsatzersthelfer A[Bearbeiten]

Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer A erfolgt für alle Bundeswehrsoldaten verpflichtend während der Grundausbildung und ersetzt seit 2010 den bis 2009 für alle Soldaten obligatorischen, nicht verfallenden Kurs „Helfer im Sanitätsdienst“ (Hlf SanDst) bei der Bundeswehr.[1] Lediglich für das Leistungsabzeichen durfte die Ausbildung zum „Helfer im Sanitätsdienst“ nicht älter als drei, früher sogar nicht älter als fünf Jahre sein. Gemäß der Weisung Individuelle Grundfertigkeiten muss nunmehr jedes Jahr eine Fortbildung durchgeführt werden. Absolventen des Lehrgangs Einsatzersthelfer sind befähigt Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe durchzuführen und die persönliche Sanitätsausstattung (inkl. Auto-Injektionen) fachgerecht einzusetzen. Sie hat einen Umfang von 30 Unterrichtsstunden an in der Regel vier Ausbildungstagen. Die Ausbildungsinhalte beinhalten nur Maßnahmen im Rahmen der Regelkompetenz. Einsatzersthelfer A führen im Rahmen der Selbst- und Kameradenhilfe die Erstversorgung durch und unterstützen im Bedarfsfall den Truppensanitätsdienst oder die Sanitätstruppe in der Durchführung der sanitätsdienstlichen Hilfe. Diese Ausbildungsstufe ist Voraussetzung für die Ausbildung „Einzelkämpfer Grundlehrgang Überleben und Durchschlagen und Einzelkämpfer 2 Jagdkampf“. Durch die Weiterentwicklung des Helfer im Sanitätsdienst zum Einsatzersthelfer A wurde die Ausbildung didaktisch aufbereitet und durch einen besonderen Fokus auf schwer blutende Wunden, Bewusstlosigkeit und Atemstillstand erweitert. Im zivilen Bereich wird die Einsatzersthelferausbildung A als (erweiterter) Erste-Hilfe-Kurs anerkannt.

Einsatzersthelfer bekommen wie auch die damaligen Helfer im Sanitätsdienst nach erfolgreicher Teilnahme durch den für die Durchführung der Ausbildung verantwortlichen Truppenarzt einen entsprechenden Ausweis ausgestellt. Während der Durchführung von Maßnahmen der Selbst- und Kameradenhilfe im Gefecht tragen Helfer im Sanitätsdienst eine Armbinde mit verkleinertem Schutzzeichen (3 cm × 3 cm) und sind während der Durchführung dieser Aufgaben als Hilfskrankenträger nach den Genfer Konventionen geschützt, soweit die Gegenseite dieses anerkennt und ratifiziert hat.[2]

Einsatzersthelfer B[Bearbeiten]

Die erweiterte sanitätsdienstliche Ausbildung der Einsatzersthelfer B (zusätzliche 40 Unterrichtsstunden) dient der qualifizierten care under fire. Die Einsatzersthelfer B werden informell auch „Bravos“ genannt (pluralisierte Form von Bravo, des Buchstabens „B“, gemäß Buchstabiertafel der ITU/ICAO/NATO). Ziel der Ausbildung zum Einsatzhelfer B ist, diese mit sanitäts- und rettungsdienstlichen Ausrüstungsgegenständen vertraut zu machen sowie im Durchführen eines Bodychecks zu schulen. Des Weiteren werden sie u. a. befähigt, eine Nadelentlastung des Brustraumes (nach Monaldi) gemäß Algorithmus für nichtärztliches Personal (Stechen Pneumothorax) und Venenpunktion nebst Anlegen peripherer intravenöser Zugänge sowie intraossärer Zugänge zur Gabe von Volumenersatzmitteln (Legen einer Infusion) durchzuführen. Diese invasiven Maßnahmen dürfen als Notkompetenzen grundsätzlich nur unter gewissen Umständen während des Gefechts und nicht im zivilen Bereich durchgeführt werden. Die Ausbildungen zum Einsatzersthelfer B qualifizieren auch nach den DA zu § 10 BGV A5 Abs. 1 Nr. 1 zur Verwendung als Betriebssanitäter (Grundlehrgang Betriebssanitäter).[3] Je Gruppe führte ein Soldat (meist der Militärkraftfahrer) eine erweiterte Sanitätsausstattung mit und hatte eine umfangreichere sanitätsdienstliche Ausbildung absolviert. Diese Qualifikationsstufe ist nun für den Einsatzsanitäter B neu gefasst worden.

Einsatzersthelfer C[Bearbeiten]

Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer C bzw. Combat First Responder C ist spezialisierten Einsatzkräften und Spezialkräften vorbehalten. Der CFR-C durchläuft in Deutschland den viermonatigen Lehrgang „Einsatzsanitäter“, der fachlich der Qualifikationsstufe des Rettungssanitäters im zivilen Bereich gleichzusetzen ist.[4] Dementsprechend umfasst die Ausbildung eine siebenwöchige Theorieschulung, zusätzliche Praktika in einer Klinik sowie im Rettungsdienst und einen Abschlusslehrgang mit Prüfung. In der Regel erwerben die Auszubildenden ebenfalls die notwendige Fahrerlaubnis. Eine Besonderheit der Ausbildung ist die sogenannte „Grüne Woche“, während der Rettungs- und Bergungstechniken praktisch geübt werden. Die Einsatzsanitäter arbeiten unter anderem in den Notaufnahmen der militärischen Rettungszentren, unterstützen die Ärzte sowie Rettungsassistenten und warten die medizinische Ausrüstung.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Helfer vor Ort

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundeswehr Sanitätsdienst (abgerufen am 8. März 2011)
  2. Art. 25 I. Genfer Abkommen
  3. BGV/UVV § 10 BGV A5 Aus- und Fortbildung für den betrieblichen Sanitätsdienst
  4. Bundeswehr-Karriere: Einsatzsanitäter als Rettungssanitäter
  5. Bundeswehr-Karriere: Aufgaben des Einsatzsanitäters

Weblinks[Bearbeiten]