Helga Amesberger

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Helga Amesberger (* 1960 in Waizenkirchen, Oberösterreich) ist eine österreichische Ethnologin, Soziologin und Politikwissenschaftlerin. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist sie am Wiener Institut für Konfliktforschung (IKF) tätig.

Leben[Bearbeiten]

Helga Amesberger studierte Ethnologie und Soziologie an der Universität Wien und schloss mit dem Magister ab. Zudem machte sie ein Doktoratsstudium an dem Institut für Politikwissenschaft der Wiener Universität und promovierte 2005 mit einer Arbeit über den Dominanzkultur-Ansatz in Gegenüberstellung zu den Critical Whiteness Studies (CWS) in den USA und im deutschsprachigen Raum. Seit 1993 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konfliktforschung in Wien, wo sie öfters mit der Sozialwissenschaftlerin Brigitte Halbmayr zusammenarbeitet und teils zusammen mit ihr publiziert. Darüber hinaus ist Amesberger an der Wiener Universität als Lektorin am Institut für Politikwissenschaft sowie am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie tätig. Sie ist Gründungsmitglied der ARGE Wiener Ethnologinnen.[1]

Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Rassismus, Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und Holocaust, sowie feministische Forschung.[1] Am IKF betreut sie seit 2000 unter anderem das „ZeitzeugInnen-Projekt Mauthausen“, bei dem unter wissenschaftlicher Leitung des Historikers Gerhard Botz vom Wiener Ludwig Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft rund 800 Interviews mit Überlebenden des KZ Mauthausen in insgesamt 15 Ländern geführt werden.[2] Das von ihr gemeínsam mit Halbmayr und der Sozialwissenschaftlerin Kerstin Lercher durchgeführte Forschungsprojekt zur „namentlichen Erfassung von ehemals inhaftierten ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück“ kam 2009 zum Abschluss.[3]

Neben verschiedenen wissenschaftlichen Studien (siehe Publikationen) veröffentlichte Amesberger zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften und Sammelwerken.[4] Sie engagiert sich unter anderem in der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen e. V. (ÖLGRF), dessen Vorstand sie angehört. Amesberger setzte sich auch mit der Rolle von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinander, wie in ihrem Fachaufsatz Vergessen und unter den Teppich gekehrt – Frauen im Widerstand, der in dem von Sabine Aschauer-Smolik und Alexander Neunherz 2006 herausgegebenen Sammelwerk Dagegenhalten. Zivilcourage und widerständisches Verhalten veröffentlicht wurde. Darin kommt Amesberger zu dem Schluss:

„Frauen waren nicht zuletzt aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung nicht in führenden Positionen tätig. Dennoch wäre Widerstand – so wie er statt gefunden hat – nicht ohne die Leistungen, den Einfallsreichtum und die Risikobereitschaft dieser Frauen möglich gewesen.“

Helga Amesberger: Vergessen […] Frauen im Widerstand. In: Dagegenhalten […]. Innsbruck 2006[5]

Helga Amesberger lebt in Wien.

Schriften[Bearbeiten]

  • Das Privileg der Unsichtbarkeit. Rassismus unter dem Blickwinkel von Weißsein und Dominanzkultur. Braumüller, Wien 2008 (= Studienreihe Konfliktforschung, Bd. 22), ISBN 978-3-7003-1673-2. (Mit: Brigitte Halbmayr)
  • Lebendiges Gedächtnis. Die Geschichte der österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück. Mandelbaum-Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85476-254-6. (Mit: Kerstin Lercher)
  • Sexualisierte Gewalt. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern. 3. Auflage, Mandelbaum-Verlag, Wien 2007, ISBN 978-3-85476-219-5. (Mit: Katrin Auer, Brigitte Halbmayr; mit einem Essay von Elfriede Jelinek; Rezension auf www.socialnet.de)
  • Vergessen und unter den Teppich gekehrt – Frauen im Widerstand. In: Sabine Aschauer-Smolik/Alexander Neunherz (Hrsg.): Dagegenhalten. Zivilcourage und widerständisches Verhalten. Studien-Verlag, Innsbruck 2006, ISBN 3-7065-4183-1, S. 51–74.
  • Rechtsextreme Parteien – eine mögliche Heimat für Frauen? Leske und Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3366-9. (Herausgeberschaft, zusammen mit: Brigitte Halbmayr; Aufsatzsammlung, Beiträge teilweise dt., teilw. engl.)
  • Vom Leben und Überleben – Wege nach Ravensbrück. Das Frauenkonzentrationslager in der Erinnerung. Verlag Promedia, Wien 2001 (= Edition Spuren); Band 1: Dokumentation und Analyse, ISBN 3-85371-175-8; Band 2: Lebensgeschichten, ISBN 3-85371-176-6. (Wissenschaftliche Studie, mit: Brigitte Halbmayr)
  • Rassismen. Ausgewählte Analysen afrikanisch-amerikanischer Wissenschafterinnen. Braumüller, Wien 1998 (= Studienreihe Konfliktforschung, Bd. 12), ISBN 3-7003-1239-3. (Mit: Brigitte Halbmayr)
  • „Schindlers Liste“. Spielfilme als Instrument politischer Bildung an österreichischen Schulen. Braumüller, Wien 1995 (= Studienreihe Konfliktforschung, Bd. 9), ISBN 3-7003-1107-9. (Mit: Brigitte Halbmayr u. a.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mag.a Dr.in Helga Amesberger. In: MitarbeiterInnen […] Institut für Konfliktforschung (IKF), Wien, abgerufen am 22. April 2010.
  2. Helga Amesberger. Perlentaucher, abgerufen am 22. April 2010.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNamentliche Erfassung der ehemals inhaftierten ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück – Ausweitung der Archivrecherchen. In: Abgeschlossene Projekte 2009. Institut für Konfliktforschung (IKF), Wien, Stand: 27. Februar 2007, abgerufen am 22. April 2010.
  4. Helga Amesberger: Publikationen. In: MitarbeiterInnen […] Institut für Konfliktforschung (IKF), Wien, abgerufen am 22. April 2010.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKarl Pfeifer: Dagegenhalten: Zivilcourage und widerständisches Verhalten. haGalil, 15. Februar 2007, abgerufen am 22. April 2010 (Rezension).