Helga Schuchardt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Helga Schuchardt, geb. Meyer (* 2. August 1939 in Hannover) ist eine liberale Politikerin, die 1982 aus der FDP austrat. Sie war nach ihrem Parteiaustritt Hamburger Kultursenatorin und niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Helga Schuchardt auf dem FDP-Bundesparteitag 1977

Leben[Bearbeiten]

Nachdem Schuchardt 1964 das Staatsexamen zur Ingenieurin für technische Physik erreicht hatte, arbeitete sie von 1965 bis zur Wahl in den Deutschen Bundestag 1972 bei der Deutschen Lufthansa.

Von 1970 bis 1982 war Schuchardt Mitglied des Bundesvorstandes der FDP, ab 1975 Landesvorsitzende der FDP Hamburg. Von 1972 bis 1983 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie war die bildungspolitische und entwicklungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Mitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Vorsitzende des Unterausschusses für humanitäre Hilfe, Mitglied des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft.

Schuchardt war von 1981 bis 1983 Präsidentin des Kuratoriums der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung (DSE).

1982 trat sie im Zuge der innerparteilichen Auseinandersetzungen über den Koalitionswechsel der FDP in der neunten Legislaturperiode des Deutschen Bundestages aus der FDP aus, seit dieser Zeit ist sie parteilos und Vorsitzende der parteiunabhängigen Liberalen Vereinigung. Von 1983 bis 1987 war sie Kultursenatorin von Hamburg und übernahm die damalige Pressereferentin Inge Volk, welche bald ihre Lebensgefährtin wurde.[1]

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt gründete Schuchardt mit Volk eine Agentur für Kulturveranstaltungen, bis sie nach Hannover berufen wurde und dort mit Volk zusammenzog. Sie hat ihre Lebensgefährtin nie verschwiegen, aber auch nie öffentlich über sie geredet. Im Jahre 1992 wurde sie als erste lesbische Spitzenpolitikerin von einer Zeitung mit „Deutsche Ministerin liebt eine Frau“ als Schlagzeile „geoutet“.[2]

In den 1970er Jahren war sie mit dem Juristen Wolfgang Schuchardt verheiratet[3], der von 1975 bis 1978 Pressesprecher des Hamburger Justizsenators Ulrich Klug[4] und von 2002 bis 2006 Leiter der Justizvollzugsanstalt Glasmoor[5] war.

Vom 21. Juni 1990 bis 30. März 1998 war Schuchardt Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, von 1992 bis 2002 Mitglied des Kuratoriums der Volkswagenstiftung, seit 1994 als Vorsitzende. Sie ist Beiratsmitglied der Humanistischen Union (HU), Mitbegründerin der ifu (Internationale Frauenuniversität), Vorsitzende des Hochschulrates der Hochschule für Musik und Theater Hannover und Vorsitzende des Stiftungsrates der Hochschule Osnabrück.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helga Schuchardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Axel Schock & Karen-Susan Fessel: OUT! - 800 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle, Querverlag, Berlin 2004, ISBN 3-89656-111-1
  2. Miriam Hollstein: „Warum sich lesbische und schwule Politiker selten outen“, Die Welt vom 8. Juli 2007
  3. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40616131.html
  4. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40941952.html
  5. http://www.hamburg.de/justizbehoerde/pressearchiv/nofl/28278/2006-02-24-jb-wechsel.html
  6. Hochschule Osnabrück: Stiftungsrat konstituiert sich neu unter Vorsitz von Helga Schuchardt vom 7. Juli 2011. Abgerufen am 22. Juli 2011.