Heliskiing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Einstieg in den Helikopter

Heliskiing bezeichnet eine Art des Skifahrens bzw. Snowboardens. Dabei lassen sich Skifahrer mit einem Helikopter auf einen Berg fliegen und fahren von dort durch unberührten Tiefschnee ab. Angefangen wurde mit dem Heliskiing in den 1960er Jahren in Kanada durch den Österreicher Hans Gmoser. Heliskiing hat sich aus Skitouren und der Idee entwickelt exklusiven Gästen ein besonderes Skierlebnis zu bieten.

Inhaltsverzeichnis

Durchführung/Sicherheit [Bearbeiten]

Meist kommen Hubschrauber der Marke Bell 205 und Bell 212 zum Einsatz. Diese zuverlässigen Maschinen werden von erfahrenen Piloten im Sichtflug eingesetzt und befördern bis zu 11 Skifahrer plus Heliguide und Pilot. Ebenso werden exklusive Heliprogramme mit kleineren Hubschraubern (max. 4–5 Gäste) angeboten – sogenannte Privatprogramme. Aufgrund der Gebirgssituation ist Instrumentenflug nicht möglich. Entgegengesetzt dieser Situation ist Heliskiing bei weitem nicht in dem Maß vom Wetter abhängig wie zu vermuten wäre. Selbst bei Schneefall kann im Normalfall wenigstens bis zur Baumgrenze geflogen werden.

Die Skifahrergruppen werden immer von einem Heliguide geführt (keine Ausnahmen). Dieser ist oftmals Bergführer, aber immer als Heliguide zertifiziert. Dem Heliskiing geht eine gewissenhafte, obligatorische Sicherheitsschulung voraus.

Kanada [Bearbeiten]

Heliskiing ist vor allem in schneereichen und schwer zugänglichen Gebieten in Kanada verbreitet. Mittlerweile bieten ca. 30 Helifirmen dort Heliskiing-Programme an. Hauptregionen sind die westlichen Rocky Mountains (Whistler, Revelstoke, Blue River) sowie die nördlichen Küstenregionen British Columbias.

Russland [Bearbeiten]

Eine weitere beliebte Heliskiregion, aber bei weitem noch nicht so stark frequentiert wie Kanada, ist Kamtschatka im äußersten Nordosten Russlands. Hier kann man über teils aktive Vulkane bis zu 2.000 Höhenmeter am Stück abfahren. Die beste Reisezeit für Kamtschatka ist Mitte Februar bis Mitte Mai. Schneehöhen von bis zu 10 Metern während dieses Zeitraums sind keine Seltenheit und viele Berge in dem fast endlosen Gebiet sind noch nie mit Ski befahren worden.

Eine weitere Heliskiing-Region ist der Kaukasus, insbesondere ist dies im Wintersportort Sotschi populär, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014.

Alpen [Bearbeiten]

Aufgrund von Lärm- und Naturschutzgründen steht Heliskiing in Europa in der Kritik und wird in den Alpen aufgrund hoher Auflagen oder Verboten nur wenig angeboten.

In der Schweiz ist das Anfliegen von genau definierten Gebirgs-Landeplätzen möglich. Jede Landung über 1100 Metern über Meer außerhalb dieser abschließend genannten Plätze ist verboten. Das Parlament befasst sich im Sommer 2011 mit der Revision dieser Auflistung. Derzeit gibt es in der Schweiz 42 Gebirgslandeplätze, von denen an 18 dieser Landeplätze Personen zum Heliskiing abseits skitouristischer Infrastruktur abgesetzt werden dürfen.[1]

In Österreich ist Heliskiing nur in Vorarlberg erlaubt und ist auch dort nur an zwei Orten im Lechquellengebirge, vom Gipfel des Mehlsacks und vom oberen Ende des Schneetällis unterhalb der Orgelspitze, möglich.[2]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Heliskiing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1.  Bundesamt für Zivilluftfahrt (Hrsg.): Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL). Teil III B6a – Gebirgslandeplätze. 27. Juni 2007, S. 4 (online).
  2. ORF: Heliskiing in Österreich. Abgerufen am 18. Dezember 2011.