Helium Vola

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Helium Vola
Allgemeine Informationen
Genre(s) Mittelalter-Elektronik, Avantgarde
Gründung 2001
Website www.helium-vola.de
Aktuelle Besetzung
Instrumente
Ernst Horn
Sabine Lutzenberger

Helium Vola ist eine Mittelalter-Elektronik-Band, die aus Ernst Horn und Sabine Lutzenberger besteht.

Geschichte[Bearbeiten]

Helium Vola wurde 2001 von Ernst Horn gegründet, nachdem er das Vorläuferprojekt Qntal verlassen hatte. Horn bestand im Vertrag mit der Plattenfirma darauf, dass Helium Vola weder als Qntal-Nachfolger gesehen noch als solcher vermarktet werden soll. Der Name der Band ist lateinisch und bedeutet „Helium, flieg!“ – in Anspielung auf das Edelgas Helium, das auch benutzt wird, um Ballons fliegen zu lassen.[1]

Helium Vola besteht aus dem Deine-Lakaien-Musiker Ernst Horn sowie der klassisch ausgebildeten Sängerin Sabine Lutzenberger (zuvor bei dem Ensemble für frühe Musik Augsburg). Daneben kommen bei den Aufnahmen mehrere Sänger und Instrumentalisten mit meist ebenfalls klassischem Hintergrund zum Einsatz.

Stil[Bearbeiten]

Helium Vola interpretiert mittelalterliche Lyrik in alt- und mittelhochdeutscher, lateinischer, italienischer, provenzalischer und mittelfranzösischer Sprache in einem modernen, elektronischen Klangumfeld. Dabei entstehen sowohl sehr tanzbare Lieder wie die Single In lichter Farbe steht der Wald als auch Stücke, die stark auf Samples basieren (wie z. B. Funerali und Iuvenes auf Helium Vola).

Alle Alben von Helium Vola verstehen sich als Konzeptalben mit einem durchgehenden Thema. Das Album Helium Vola thematisiert mit weitgehend mittelalterlichen Texten und Nachrichten-Samples den Untergang des Atom-U-Boots K-141 Kursk. Liod (althochdeutsch für „Lied“) hat als Thema den Lebensweg einer Frau im Mittelalter.

Für Euch, die Ihr liebt reflektiert verschiedene Facetten der Liebe und die mit ihr verbundenen Emotionen. Dabei bezieht sich die erste CD dieses Doppelalbums auf die persönlichen Aspekte, während sich die zweite eher abstrakteren Konzepten zuwendet. Die beiden Vertonungen von Petrarca-Sonetten im modernen Madrigalstil[2] zeigen einen deutlichen Bezug auf Monteverdi, der für Ernst Horn ein musikalisches Vorbild ist[3]. Auf Wohin? setzt sich der Trend zu mehrstimmigen, komplexeren Stücken fort bis hin zur Verwendung der ars subtilior im letzten Stück.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das 2001 veröffentlichte erste Album gehörte zu den ersten CDs mit Kopierschutz (namentlich DOC.loc). [4] Sie war daher auf PCs und auf einigen Audiogeräten (z. B. Autoradios, die auf den billigen CD-ROM Laufwerken basierten) nicht abspielbar. Spätere Auflagen enthielten keinen Kopierschutz mehr; zum Teil wurden CDs mit Kopierschutz umgetauscht. Auf Wohin? ist das erste Mal eine Komposition von Sabine Lutzenberger enthalten. Im Stück Aquil altera sind Referenzen zu allen Alben von Ernst Horn mit Ausnahme von Johnny Bumm's wake enthalten, dabei werden die Sequenzen teils rückwärts gespielt.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 2001: Helium Vola
  • 2004: Liod
  • 2009: Für Euch, die Ihr liebt (Doppelalbum)
  • 2013: Wohin? (Doppelalbum)

Singles[Bearbeiten]

  • 2001: Omnis Mundi Creatura
  • 2004: Veni Veni
  • 2004: In lichter Farbe steht der Wald

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Namenserklärung auf der Band-Website (archivierte Version auf archive.org)
  2. „HELIUM VOLA, Für Euch, die ihr liebt“ Helium Vola. Ernst Horn, Chrom Records. Abgerufen am 18. August 2012.
  3. Sonic Seducer, Sonderedition Mittelalter-Musik 3, 2011.
  4. [1] (PDF; 213 kB) „Analyse und Bewertung von Kopierschutzverfahren für Audio-CDs“