Hella (Unternehmen)

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HELLA KGaA Hueck & Co.
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Rechtsform KGaA & Co.
Gründung 1899
Sitz Lippstadt
Mitarbeiter 29.030[1]
Umsatz 5,0 Mrd. EUR (2012/13)[2]
Branche Zulieferer der Automobilindustrie
Website www.hella.de

Die Hella KGaA Hueck & Co. (Eigenschreibweise HELLA) ist ein international operierender deutscher Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Lippstadt, Nordrhein-Westfalen. Kerngeschäfte sind Lichtsysteme, Fahrzeug-Elektronik und Aftermarket & Special OE (spezielle Erstausrüstung). Zusätzlich überträgt Hella im Geschäftsfeld Industries bestehendes Know-how sukzessiv auf neue Geschäftssegmente; Beispiele sind hier LED-Straßenbeleuchtung und LED-Flughafenbefeuerung.

Allgemein[Bearbeiten]

Hella zählt zu den Top 50 der weltweiten Automobilzulieferer sowie zu den 100 größten deutschen Industrieunternehmen und verfügt über eine der größten Handelsorganisationen für Kfz-Teile, Zubehör, Diagnose und Serviceleistungen in Europa.[3] Weltweit sind rund 29.000 Menschen in mehr als 70 Fertigungsstätten, Produktions-Tochtergesellschaften, Handelsgesellschaften und Joint Ventures in über 30 Ländern[4] beschäftigt. Davon arbeiten mehr als 5.500 Ingenieure und Techniker in Forschung und Entwicklung.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1899 von Sally Windmüller unter dem Namen „Westfälische Metall-Industrie Aktien-Gesellschaft (WMI)“ gegründet. Zu dieser Zeit bestand das Produktprogramm aus Ballhupen und Kerzen- und Petroleum-Lampen für Kutschen.

Der Name Hella wurde erstmals 1908 als Warenzeichen für einen Acetylen-Scheinwerfer verwendet. 1923 übernahm die Lüdenscheider Fabrikantenfamilie Hueck die Aktienmehrheit. 1986 wurde der Name Hella schließlich in die Firmenbezeichnung aufgenommen. Die wahrscheinlichste Erklärung für den Markennamen Hella wird Sally Windmüller persönlich zugeschrieben, der damit seine Frau Helene, in Kurzform Hella, ehren wollte, gleichzeitig aber die spielerische Assoziation zwischen dem Namen und dem Wort „heller“ nutzen wollte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit der Erweiterung des Unternehmens begonnen, sodass im Jahr 1951 die erste deutsche Tochtergesellschaft in Wembach gegründet wurde. Heute verfügt das Unternehmen über insgesamt sieben Fertigungsstandorte in Deutschland. Diese befinden sich in Lippstadt, Paderborn (wird Ende 2013 geschlossen), Bremen, Recklinghausen, Hamm (Bockum-Hövel), Nellingen und Wembach. Das seit 1973 bestehende Zentrallager in Erwitte firmiert heute als Hella Distribution GmbH. In den frühen 1960er-Jahren wurde ebenso mit der Internationalisierung des Unternehmens begonnen und im Jahr 1961 die erste ausländische Produktionsstätte in Mentone, Australien, gegründet. Heute verfügt Hella über 70 Standorte in 30 Ländern und ist in den Wirtschaftsräumen Europa, NAFTA/Südamerika, Afrika sowie Asien/Pazifik vertreten.

Seit den 1990er Jahren ist Hella zudem an mehreren Joint Ventures mit anderen Automobilzulieferern beteiligt. Diese dienen dazu, über die Kerngeschäftsbereiche hinaus, Kompetenzen in weiteren Bereichen aufzubauen. Zurzeit ist Hella an sieben verschiedenen Kooperationen mit Behr, Plastic Omnium, Samlip, Leoni, Gutmann[5] und Mando[6] beteiligt (Stand: 09/2011). Diese Joint Ventures sind beispielsweise HBPO GmbH und BHTC GmbH in Lippstadt oder auch Intedis GmbH[7] in Würzburg. Die unterschiedlichen Joint Ventures beschäftigen sich u.a. mit der Architektur von Elektronik-Bordnetzen (Joint Venture Intedis) oder der Entwicklung von Diagnose-Hardware (Joint Venture Hella Gutmann Solutions, Ihringen). Des Weiteren wurde im Jahr 2002 die gemeinsame Holdinggesellschaft „Hella Stanley Ltd Pty“ mit Stanley Electric Co., Ltd. als Partner und mit Sitz in Melbourne gegründet.[8]


Aufgrund starker wirtschaftlicher Schwankungen musste Hella im Geschäftsjahr 2005/06 Einbußen beim Gewinn verzeichnen. Ein durch die Geschäftsführung beschlossenes Programm zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zeigte allerdings sehr schnell Wirkung, so dass Hella bereits im darauf folgenden Geschäftsjahr 2006/07 wieder einen operativen Gewinn erwirtschaftete. Im Geschäftsjahr 2007/08, das am 31. Mai 2008 endete, konnte der operative Gewinn weiterhin deutlich gesteigert werden. Dazu verzeichnete Hella mit 3,9 Mrd. den zweithöchsten Konzernumsatz der Firmengeschichte, der erst im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 übertroffen wurde. Hier betrug der Umsatz rund 4,4 Milliarden Euro. Damit wurde zum ersten Mal in der Konzerngeschichte ein Umsatz von über 4 Milliarden Euro generiert. Im darauf folgenden Geschäftsjahr 2011/2012 konnte der Umsatz weiter gesteigert werden auf 4,8 Mrd. Euro.

Produkte[Bearbeiten]

Hella besteht aus zwei Geschäftssegmenten: Zum Geschäftssegment Automotive gehörte das Erstausrüstungsgeschäft mit den Geschäftsbereichen Licht und Elektronik. Hier gehören alle namhaften Automobilhersteller zum Kundenkreis. Das zweite Geschäftssegment ist Aftermarket mit den Geschäftsbereichen Aftermarket & Special OE. Dazu hat Hella noch ein Geschäftsfeld: Industries.

  • Im Geschäftsbereich Licht entwickelt und fertigt Hella Scheinwerfer, Leuchten und Innenbeleuchtung. Aktuelle Innovationen sind sensorengesteuerte Scheinwerfersysteme, die sich der jeweiligen Fahr- und Wettersituation anpassen, sowie Blendfreies Fernlicht. Scheinwerfer mit LEDs als Lichtquellen für Abblendlicht und Fernlicht werden bereits in Serie produziert, so etwa für den Cadillac Escalade Platinum. Als Positions- und Tagfahrlicht sind sie in vielen Mittel- und Oberklassefahrzeugen bereits oftmals serienmäßig vorhanden.
  • Kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme schaffen neue Möglichkeiten für eine optimale Lichtverteilung in Abhängigkeit von der jeweiligen Verkehrssituation. Aus diesem Grund hat das Unternehmen im Jahr 2006 den in Berlin ansässigen Spezialisten AGLAIA für visuelle Sensorsysteme übernommen.
  • Systeme zur Effizienzsteigerung sowie Sicherheits- und Komfortsysteme prägen das Elektronik-Produktportfolio. Dazu gehören Datenbus-fähige elektronische Steuergeräte sowie Dachbedieneinheiten in Form von Licht-Elektronik-Modulen, aber auch Fahrzugangs- und Fahrberechtigungssysteme. Module für das Strommanagement optimieren den Energiehaushalt des Bordnetzes und verbessern die Batterie-Ladebilanz. Weitere Produktfelder sind elektronische Fahrerassistenzsysteme, u.a. gestützt auf 24-GHz-Radar-sensoren. Wichtige Produkte sind hier Spurwechselassistenten und Ausparkhilfen. Weitere wichtige Produktbereiche sind elektronische Komponenten wie Aktuatoren, Fahrpedalgeber, Lenksteuergeräte für EPS-Systeme, Ölsensoren, Positionssensoren, Regen/Lichtsensoren, Scheinwerferreinigungsanlagen und Vakuumpumpen.
  • Hella verfügt über eine der größten Handelsorganisationen Europas für Kfz-Teile und Zubehör mit eigenen Vertriebsgesellschaften und Partnern in mehr als 100 Ländern. Damit versorgt Hella den Kfz-Teilehandel und die Werkstätten mit umfassenden und ständig wachsenden Teilesortimenten aus dem Produktportfolio. Darüber hinaus erhalten Handel und Werkstatt Verkaufsunterstützung sowie technischen Service. Das Joint Venture Behr Hella Service wurde 2005 für die gemeinsame Bearbeitung des weltweiten freien Teilemarktes für Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung gegründet.
  • Neben Fahrzeugzubehör für zivile PKW entwickelt und fertigt Hella auch Sondersignalanlagen für behördliche Einsatzfahrzeuge. Dazu gehören Rundumkennleuchten und Blitzkennleuchten (in blau und gelb), optische Warnsysteme (OWS) sowie Rundum-Ton-Kombinationen (RTK). Dies sind kompakte Dachaufbauten, die zwei Blaulichter, Folgetonhorn und evtl. verschiedene Zusatzelemente vereinen. Sie werden von Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und zahlreichen anderen Betreibern von Einsatz- und Sonderfahrzeugen verwendet. Außerdem gehören zur Produkt-Palette für Behörden noch Scheinwerfer, sog. Straßenräumer (Blitzleuchten am Stoßfänger) und einige weitere Produkte, wie z.B. verdeckte Sondersignalanlagen für zivile Einsatzfahrzeuge.
  • Durch strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie Plastic Omnium und Behr ist Hella auch in anderen Bereichen etabliert, zum Beispiel Frontends (Joint Venture HBPO GmbH, Lippstadt) sowie Klimaregelsysteme und Sensoren (Joint Venture BHTC GmbH, Stuttgart).
  • Das neuseeländische Tochterunternehmen Hella-New Zealand Limited liefert mit dem Hella-Marine-Programm Leuchten für den Schiffseinsatz. Dazu gehören neben Mast- und Innenleuchten in LED-Technik auch Leuchtensysteme für Bootstrailer.
  • Im Geschäftsfeld „Industries“ überträgt Hella vorhandene Technologien aus dem Automobilsektor auf neue Kundenzielgruppen. Als erstes Pilotprojekt wurden in der Stadt Lippstadt, dem Stammsitz des Unternehmens, einige Straßenzüge mit einer neu entwickelten LED-Straßenbeleuchtung ausgestattet. Auch mehrere Städte in China sind mittlerweile mit dieser Art der energieeffizienten Straßenbeleuchtung ausgestattet. Ein weiteres Projekt ist die LED-Flughafenbefeuerung, diese kommt bisher unter anderem auf den Flughäfen Luxemburg, Paderborn/Lippstadt und Stavanger zum Einsatz. Zudem werden in diesem Geschäftsfeld neuartige Personenzählgeräte und LED-Innenbeleuchtungen, u.a. für den Küchenbereich, angeboten.
  • 2012 ging Hella mit dem chinesischen Automobilhersteller BAIC eine Kooperation ein, um auf den chinesischen Markt speziell zugeschnittene Lichtsysteme zu entwickeln und zu produzieren[9].

Meilensteine der Produktentwicklung[Bearbeiten]

Produktentwicklung

um
1908 erste elektrische Scheinwerfer
1915 Erstes Abblendlicht
1936 Scheinwerfer für den Volkswagen Prototyp
1957 Asymmetrische Lichtverteilung
1965 Erster vollelektronischer Blinkgeber
1971 H4-Halogenlicht
1983 Erster DE-Projektionsscheinwerfer
1988 Freiformreflektor
1992 Gasentladungs-Xenon-Scheinwerfer der ersten Generation geht in Serie
1993 Zulassung des ersten Europäischen Hauptscheinwerfers mit Kunststoffstreuscheibe
1999 Erster Bi-Xenon-Scheinwerfer geht in Serie
Mit dem "Contactless Inductive Position Sensor" (CIPOS) führt HELLA einen eigenen Positionssensor ein, der sich bis heute millionenfach bewährt hat.
Serieneinführung integrierte Regen-Licht-Sensoren
2002 Erste spezielle Tagfahrleuchte
2003 Weltweit erste Serienanwendung von weißen LEDs im Scheinwerfer (Tagfahrlicht)
Abbiegelicht und dynamisches Kurvenlicht
Einführung des Intelligenten Batteriesensor (IBS)
2007 Erste Front-Kamera mit Verkehrszeichenerkennung
2008 Hella stellt seinen ersten Voll-LED-Scheinwerfer für den Cadillac Escalade Platinum vor. Dieser wird im Januar 2009 auf dem US Markt eingeführt.
Hella erhält weltweite Zulassung für den Spurwechselassistenten im neuen Audi A4.
2010 Entwicklung eines Lenksteuergerätes für EPS-Systeme (elektrische Servolenkung)
Erster kamerabasierter Scheinwerfer mit adaptierter Hell-Dunkel-Grenze
2012 Erster Scheinwerfer mit LED-Hauptlichtfunktionen für das Truck-Segment

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Hella, Daten & Fakten. Abgerufen am 21. November 2013.
  2. Hella, Pressemitteilung vom 26. Juni 2013. Abgerufen am 28. August 2013.
  3. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  4. Hella KGaA Heck & Co.: Übersicht über weltweite Hella Standorte (abgerufen am 14. Juli 2012)
  5. Hella Gutmann Solutions GmbH: Historie (abgerufen am 14. Juli 2012)
  6. Mando-Hella Electronics Corp.: About MHE (abgerufen am 14. Juli 2012)
  7. Intedis Intedis GmbH Co. KG: Unternehmen (abgerufen am 14. Juli 2012)
  8. Hella und Stanley gründen Holding in Melbourne. Motor Talk, 1. März 2002, abgerufen am 12. September 2013.
  9. http://www.automobilwoche.de/article/20120605/REPOSITORY/120609971/hella-schlie%C3%9Ft-joint-venture-mit-baic

51.6743498.356809Koordinaten: 51° 40′ 28″ N, 8° 21′ 25″ O