Heller (Sieg)

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Heller
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Heller bei Hochwasser in Betzdorf

Heller bei Hochwasser in Betzdorf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2722
Lage Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz; Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Sieg → Rhein → Nordsee
Quelle Nördlich von Würgendorf
50° 46′ 50″ N, 8° 8′ 36″ O50.7805555555568.1433333333333490
Quellhöhe ca. 490 m ü. NN[1]
Mündung Bei Betzdorf in die Sieg50.7893444444447.8715944444444190Koordinaten: 50° 47′ 22″ N, 7° 52′ 18″ O
50° 47′ 22″ N, 7° 52′ 18″ O50.7893444444447.8715944444444190
Mündungshöhe ca. 190 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 300 m
Länge 30,2 km[2]
Einzugsgebiet 204,231 km²[2]
Abfluss am Pegel Alsdorf[3]
AEo: 196,5 km²
NNQ (23.07.1971)
MNQ 1957–2007
MQ 1957–2007
Mq 1957–2007
MHQ 1957–2007
HHQ (07.02.1984)
30 l/s
400 l/s
3,72 m³/s
18,9 l/s km²
50,9 m³/s
154 m³/s

Die Heller ist ein 30,2 km langer, linker bzw. südöstlicher Nebenfluss der Sieg in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz (Deutschland). Ihr Einzugsgebiet umfasst 204,231 km² Fläche. Diese Fläche deckt sich, vom Quellgebiet der Hauptflüsse abgesehen, weitgehend mit der des Hellerberglandes, dem südlichsten Teil des naturräumlichen Siegerlandes an der Nordabdachung des Hohen Westerwaldes. Bereits am 24. Juni 1350 wurde die Heller in einer Urkunde als „Helre“ erwähnt.[4]

Verlauf[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

Der Fluss Heller entsteht im westlichen Teil von Hessen, im Lahn-Dill-Kreis, unweit östlich der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, am Sattel zwischen dem 560,7 m ü. NN hohen Donnerhain im Westen und dem rund 578 m ü. NN hohen Sinnerhöfchen im Osten. Beide Gipfel gehören zum Massiv der Kalteiche, dem südwestlichsten Ausläufer des Rothaargebirges, dessen Hauptgipfel nördlich der Quelle liegt. Das Sinnerhöfchen liegt auf der Lahn-Sieg-Wasserscheide, d. h. unmittelbar östlich entspringende Bäche entwässern bereits über die Dill zur Lahn.

Das Quellgebiet der Heller befindet sich im „Staatsforst Haiger“ etwa 2,5 km nördlich des Gewerbe- und Industriegebiets „Haiger-Kalteiche“, das nordwestlich von Haiger liegt, unweit nordöstlich des nordrhein-westfälischen Würgendorf (Kreis Siegen-Wittgenstein), einem östlichen Ortsteil von Burbach. Unmittelbar am Quellgebiet, das auf rund 490 m ü. NN liegt, befindet sich eine von mehreren Kreuzungspunkten der B 54 mit der A 45, die etwas weiter südlich über die Anschlussstelle „Haiger-Burbach“ miteinander verbunden sind.

Ober- und Mittellauf[Bearbeiten]

Anfangs fließt die Heller etwa parallel zur Grenze von Nordrhein-Westfalen und Hessen durch den Süden des Kalteiche-Massivs nach Süden, um am nordöstlichen Ortsrand Würgendorfs auf 430 m ü. NN die Grenze zu Nordrhein-Westfalen zu überqueren, in Richtung Westen abzuknicken und damit das Mittlere Hellertal zu betreten, das entgegen seinem Namen bereits deutlich im Oberlauf beginnt. Links und damit in etwa südlich des Flusslaufes wird es fortan vom mit dem Lipper Nürr bis zu 616,9 m ü. NN hohen Südlichen Hellerbergland begleitet, rechts weiterhin vom Massiv der Kalteiche.

Die Heller bei Burbach
Die Heller am nördlichen Ortsrand von Burbach

Fortan fließt die Heller durch den sogenannten Freien Grund in zunächst westliche bis südwestliche, später in nordwestliche Richtungen durch den Süden des Siegerlandes von Würgendorf über den Kernort von Burbach in den Ortsteil Wahlbach, wo ihr von links die Buchheller zufließt. Sie erreicht schließlich Neunkirchen, wo sich das Mittlere Hellertal wie auch der Freie Grund nach Osten bis Nordosten zum von dort kommenden Wildebach ausweitet.

Unterlauf und Mündung[Bearbeiten]

Mit dem Zufließen des Wildebachs in Neunkirchen dreht die Heller wieder in westliche bis zunächst sogar südwestliche Richtungen ab. Rechts des Flusstales erhebt sich fortan das Nördliche Hellerbergland, das auch unter dem Namen seiner höchsten Erhebung, dem rund 517 m ü. NN hohen Windhahn, bekannt ist.

Nach 16,59 km übertritt die Heller die Grenze zu Rheinland-Pfalz, wo sie im Landkreis Altenkirchen die Orte Herdorf, Grünebach und, mit der Einmündung ihres größten Nebenflusses Daade von links, Alsdorf erreicht.

Oberhalb Betzdorfs erreicht sie schließlich das Niederschelden-Betzdorfer Siegtal, um im Kernort auf etwa 210 m ü. NN von links in die von Nordosten kommende Sieg zu münden. Ihre Wasserführung erreicht hier im Mittel rund 3,8 m³/s[5]

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die größten Nebenflüsse der Heller, angefangen bei der Quelle.

Name Seite Länge (km)[2] Einzugsgebiet (km²)[2] Mündungshöhe[6][7] DGKZ[2] Durchflossene Orte (* Mündung)
Siegenbach rechts 0,81 0,76 414 m ü. NN 2722132 Würgendorf *
Höhbörnchen links 1,12 - 400 m ü. NN Würgendorf *
Bachseifen rechts 2,27 1,84 390 m ü. NN 272214
Zufluss links 1,58 - 373 m ü. NN 2722152 Burbach (Industrie)
Zufluss rechts 1,25 - 373 m ü. NN
Ginnerbach links 2,21 2,51 355 m ü. NN 272216 Burbach *
Burbach links 4,10 3,24 352 m ü. NN 272218 Burbach *
Buchheller links 8,93 14,38 325 m ü. NN 272229 Lippe, Burbach *
Gilsbach rechts 4,34 7,25 310 m ü. NN 272232 Gilsbach, Wahlbach *
Mischebach links 5,68 7,41 296 m ü. NN 27224 Wiederstein *
Ballenbach rechts 1,27 - 290 m ü. NN
Volkersbach rechts 3,21 5,35 285 m ü. NN 272252
Wildebach rechts 11,67 28,94 257 m ü. NN 27226 Wilden, Salchendorf, Neunkirchen *
Seelbach links 4,59 5,95 254 m ü. NN 272272 Altenseelbach, Neunkirchen *
Daadenbach links 3,05 3,02 248 m ü. NN 2722732 Altenseelbach, Struthütten *
Dermbach rechts 2,28 8,49 240 m ü. NN 272274 Dermbach, Struthütten *
Sottersbach links 6,07 8,00 238 m ü. NN 272276 Herdorf *
Zufluss rechts 1,97 - 220 m ü. NN
Hohlgrünebach rechts 2,54 2,31 200 m ü. NN 272278 Grünebach *
Daade links 16,03 53,28 196 m ü. NN 27228 Emmerzhausen, Daaden, Schutzbach, Alsdorf *
Steinrother Bach links 3,70 5,75 189 m ü. NN 2722929 Alsdorf *
Imhäuserbach rechts 4,96 5,05 188 m ü. NN 272294 Offhausen, Herkersdorf, Alsdorf *

Umgebung[Bearbeiten]

Charakteristisch für das Hellerbergland sind tief eingeschnittenen Täler der Heller und ihrer Zuflüsse und eine starke Bewaldung mit Laubwald in den Tälern und Fichtenforsten in Höhenlagen. Der höchste Berg dieser Landschaft ist mit 616,9 m ü. NN der an der Landesgrenze gelegene Lipper Nürr südwestlich von Burbach.

Längs des Wildebachs mit dem Ort Wilden und der Daade, an welcher der größere Ort Daaden liegt, setzen sich die Besiedlungen des Hellertals fort.

Südwestlich der Heller schließt sich das Einzugsgebiet des Elbbachs an, nordöstlich jenes des Eisernbachs und in östliche Richtungen jenes der Dill bzw. ihres Nebenflusses Haigerbach. An die bereits im Hohen Westerwald gelegenen Quellgebiete von Daade und Buchheller grenzt im Süden jenes der Nister.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Vom Pfannenbergturm, der im Nördlichen Hellerbergland auf dem Pfannenberg südlich von Eiserfeld (südlicher Stadtteil von Siegen) steht, kann man beispielsweise Großteile des Hellertals überblicken. Sehenswert ist auch der im rheinland-pfälzischen Teil des gleichen Höhenzuges gelegene befindliche Druidenstein.

Über die Berge südlich des Hellertals führt der etwa 39 km lange Hellerhöhenweg (Wegzeichen „H“), der Haiger über Burbach-Lippe mit Betzdorf verbindet, wobei er zum Beispiel über den Berg Malscheid führt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Das Hellertal ist über die von den Bundesstraßen 62 (im Westen) und 54 im Osten abzweigenden Landesstraßen zu erreichen. Durch das Flusstal führt die Bahnstrecke Betzdorf–Haiger.

Ortschaften[Bearbeiten]

Zu den Ortschaften an der Heller gehören:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Topografische Karte 1:25.000
  2. a b c d e Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW
  3. Heller - Daten am Pegel Alsdorf
  4. Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 201–204, Nr. 332.
  5. Mq-Wert bezogen auf das gesamte Einzugsgebiet (abgerundet)
  6. Nordrhein-Westfalen 3D. Das interaktive Kartenwerk Version 1.5
  7. Rheinland-Pfalz - Landschaftsinformationssystem LANIS