Hellingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hellingen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hellingen
Hellingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hellingen hervorgehoben
50.2510.683055555556299Koordinaten: 50° 15′ N, 10° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Hildburghausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Heldburger Unterland
Höhe: 299 m ü. NHN
Fläche: 44,56 km²
Einwohner: 1028 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98663
Vorwahl: 036871
Kfz-Kennzeichen: HBN
Gemeindeschlüssel: 16 0 69 019
Adresse der Verbandsverwaltung: Häfenmarkt 164
98663 Bad Colberg-Heldburg
Webpräsenz: www.heldburg.de
Bürgermeister: Christopher Other (CDU)
Lage der Gemeinde Hellingen im Landkreis Hildburghausen
Ahlstädt Auengrund Bad Colberg-Heldburg Beinerstadt Bischofrod Eisfeld Brünn Dingsleben Ehrenberg Eichenberg Eisfeld Römhild Gompertshausen Grimmelshausen Grub Römhild Hellingen Henfstädt Hildburghausen Kloster Veßra Lengfeld Marisfeld Masserberg Römhild Römhild Nahetal-Waldau Oberstadt Reurieth Römhild Sachsenbrunn Schlechtsart Schleusegrund Schleusingen Schmeheim Schweickershausen St. Bernhard St. Kilian Straufhain Themar Ummerstadt Veilsdorf Römhild Westhausen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Hellingen ist eine Gemeinde im Heldburger Land im Landkreis Hildburghausen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen. Sie ist die südlichste Gemeinde des Bundeslandes.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt an die Stadt Bad Colberg-Heldburg sowie an die Gemeinden Schweickershausen und Gompertshausen in Thüringen, Trappstadt, Sulzdorf an der Lederhecke und Maroldsweisach in Unterfranken sowie an die Stadt Seßlach in Oberfranken.

Geschichte[Bearbeiten]

Hügelgräber und archäologische Funde weisen auf die früheste Besiedlung des Ortes hin. Nach der fränkischen Landnahme werden im Codex Eberhardi, einer Urkundensammlung des Klosters Fulda aus der Regierungszeit Karls des Großen, deren überlieferte Kopien um 1140 entstanden, zahlreiche Orte des Grabfeldgaus erstmals genannt. Darunter helidungum, unser heutiges Hellingen(Urkunde 507 vom 17. Oktober 837 und Urkunde 520 vom 2. Oktober 838). Damit ist Hellingen neben Westhausen(776 uuesthus)die zweitälteste Siedlung des Heldburger Landes.

Ab 1151 sind die begüterten Herren von Hellingen bekannt. Sie standen in Diensten der Herren von Henneberg. Wo sie residierten, ist nicht überliefert. Später sind die Herren von Schott genannt, die 1515 die viertürmige und vierflügelige Wasserburg im Westen des Ortes errichteten. 1562 erwarb Konrad von Grumbach, Sohn von Wilhelm von Grumbach, die Wasserburg, die 1601 an die Russwurmsche Familie überging. Ende des 17. und 18. Jahrhundert wurde die Burg in ein Schloss umgebaut. 1873 brach man Teile der Anlage ab, um an die darunter befindliche Eichenholzgründung heranzukommen und die zu verkaufen. Erhalten blieb der reparaturbedürftige Ost- und Südflügel. Der ehemals befestigte Kirchhof liegt im Süden des Ortes.[2][3][4]

Hellingen war 1672–1693 von Hexenverfolgung betroffen. Eine Frau und ein Mann gerieten in einen Hexenprozess.[5]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Heldburger Unterland an. Der Verwaltungssitz ist in der Stadt Bad Colberg-Heldburg. Ortsteile sind Hellingen, Rieth, Albingshausen, Käßlitz, Poppenhausen und Volkmannshausen.

Der Rat der Gemeinde Hellingen besteht aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • CDU 4 Sitze
  • SPD 2 Sitze
  • FW 4 Sitze
  • FFw 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Zur 1225-Jahrfeier des Ortes 2008 wurde in der alten Schule an der Kirche mit über tausend Stunden Arbeit ein Heimatmuseum eingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Klaus Fuchs: Das Heldburger Land–ein historischer Reiseführer; Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2013, ISBN 978-3-86777-349-2
  • P. Lehfeld: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Heft XXXI, Herzogthum Sachsen-Meiningen, Amtsgerichtsbezirke Heldburg und Römhild, 1904, Reprint, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-86777-378-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 134 u. 135.
  3. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 108.
  4. Befestigungsanlagen
  5. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Hellingen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Egbert Friedrich: Hexenjagd im Raum Rodach und die Hexenprozessordnung von Herzog Johann Casimir (Schriften des Rodacher Rückert-Kreises, Heft 19), Rodach 1995, S. 192–236.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hellingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien