Hellmuth Felmy

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Hellmuth Felmy (* 28. Mai 1885 in Berlin; † 14. Dezember 1965 in Darmstadt) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Flieger im Zweiten Weltkrieg.

[Bearbeiten] Leben

Felmy trat am 18. Oktober 1904 als Fähnrich in das 61. Infanterie-Regiment ein. Nach Beförderungen am 18. August 1905 zum Leutnant und am 21. Januar 1913 zum Oberleutnant wurde er nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 24. Dezember 1914 zum Hauptmann ernannt.

Während des Ersten Weltkrieges war Felmy Fliegeroffizier u. a. Führer der Fliegerabteilung 300, die den Beinamen "Pascha" trug. Die Abteilung flog 1916 bis 1918 in Palästina. Als ein 'Nebenprodukt' militärischer Aufklärungstätigkeit (Aufklärungs-Fotografie) entstand die 'Flug-Archäologie', da sich antike Bauwerke aus der Luft eindeutig abzeichneten, während sie vom Boden aus nicht zu erkennen waren. Während seiner Zeit im Nahen Osten kappte Felmy - zusammen mit einem Kameraden - eine britische Frischwasserleitung. Das Britische Expeditionskorps hatte dadurch kurzfristige Versorgungsprobleme.

Gegen Endes des Ersten Weltkrieges wurde Felmy 1918 zum Oberkommando der Schutztruppen im Reichskolonialamt versetzt.

Da die Reichswehr laut den Bestimmungen des Versailler Vertrages keine Flugzeuge mehr besitzen durfte, diente Felmy während der Weimarer Republik bei den Kraftfahrtruppen und in der Infanterie, in der er am 1. Januar 1927 zum Major ernannt wurde. Am 1. November 1933 trat er als Oberst in die noch getarnte, im Aufbau befindliche Luftwaffe ein und war zunächst Kommandeur der Fliegerwaffenschulen. Am 1. Januar 1936 zum Generalmajor befördert, wurde er Kommandierender General im Luftkreis VII. Nach seiner Beförderung zum Generalleutnant am 20. April 1937 und am 4. Februar 1938 zum General der Flieger, wird er am 1. April 1938 Befehlshaber des Gruppenkommandos 2.

Bei Kriegsbeginn war Felmy Oberbefehlshaber der Luftflotte 2. Er wurde jedoch am 12. Januar 1940 seines Kommandos enthoben und aus der Wehrmacht entlassen, weil zwei zu seinem Stab gehörende Offiziere sich bei schlechtem Wetter verflogen hatten und mit ihrem Flugzeug in Belgien notgelandet waren. An Bord hatten sie Unterlagen über die geplante Westoffensive (durch die neutralen Benelux-Staaten), die dadurch zum Teil in die Hände des Gegners gelangten.

Nach der Ausweitung der Krieges in den Mittelmeerraum wurde Felmy wegen seiner Nahost-Erfahrung reaktiviert, diesmal jedoch nicht in der Luftwaffe, sondern im Heer. Vom 20. Mai bis 20. Juni 1941 leitete Felmy von Griechenland aus die deutsche Militärmission im Irak (Sonderstab Felmy), die jedoch scheiterte. Die beabsichtigte Unterstützung des anglofeindlichen Putschisten Raschid Ali al Gailani schlug fehl. Gailani floh am 29. Mai 1941 in den Iran.

Felmy wurde dann vom 21. Juni 1941 bis Oktober 1944 Wehrmachtsbefehlshaber in Südgriechenland. In konspirativer Vereinbarung mit dem Archäologen Hampe,Kunstschutz Deutsches Archäologisches Institut Athen, und einem griechischen Rechtsanwalt aus Kreta wurden von Felmy die Modalitäten des deutschen Rückzuges gegenüber dem Sicherheitsdienst der NSDAP mit einem Junctim festgelegt: Demontage der bereits montierten Sprengladungen am Marathonstausee und am Elektrizitätswerk in Piräus sowie Freilassung der Insassen des Konzentrationslagers Chaidari bei Athen, u.a. des Erzbischofes Damaskinos Papandreou, Erklärung Athens zur "offenen Stadt" gegen ein Geleit des "SD" durch die Wehrmacht zurück nach Deutschland durch die bereits zusammengebrochene Südostfront. Die Männer des "SD" in Athen stimmten zu. Damaskinos konnte die griechischen Banden dahingehend einigen, daß Athen im Oktober 1944 beim Abzug der Deutschen und Einzug der Briten nicht durch Gefechte zerstört wurde .[1] Winston Churchill ist Weihnachten 1944 nach Athen aufgebrochen, er konnte mit Hilfe von Damaskinos die erste Wahl nach dem Kriege in Griechenland durchführen.[2]

Nach Kriegsende wurde Felmy in den Nürnberger Prozessen 1948 als Kriegsverbrecher im Prozess Generäle in Südosteuropa angeklagt und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Man warf ihm vor, an Kriegsverbrechen in Griechenland beteiligt gewesen zu sein. Der amerikanische Hochkommissar John Jay McCloy entschied sich am 31. Januar 1951 nach einer Empfehlung des Beratenden Ausschuss für Gnadengesuche für eine Kürzung des Strafmaßes von 15 auf 10 Jahren Haft. Felmy wurde jedoch bereits am 15. Dezember 1951 aus der Haftanstalt Landsberg entlassen.

In Darmstadt war er Vorsitzender der Traditionsgemeinschaft Alte Adler.

Hellmuth Felmy ist der Vater des deutschen Schauspielers Hansjörg Felmy.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Roland Hampe, Die Rettung Athens im Oktober 1944, Heidelberg Vowinkel 1955, Wiesbaden Steiner 1955
  2. Winston S.Churchill, Der zweite Weltkrieg, Bern München Wien, Scherz 1989 S.1012ff
  3. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  4. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  5. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  6. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  7. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  8. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  9. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  10. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
  11. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.121
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