Hellmuth Karasek

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Hellmuth Karasek, 2011

Hellmuth Karasek (* 4. Januar 1934 in Brünn, Mähren, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Journalist, Buchautor, Film- und Literaturkritiker und Professor für Theaterwissenschaft. Karasek schrieb auch drei Theaterstücke unter dem Pseudonym „Daniel Doppler“.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie Karasek floh 1944 während des Zweiten Weltkriegs vor der Roten Armee aus dem schlesischen Bielitz nach Mitteldeutschland und gelangte über Zwischenstationen nach Bernburg (Saale). Zuvor war Hellmuth Karasek einige Monate Schüler einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) gewesen.

Seiner Zeit von 1948 bis 1952 an der Oberschule in Bernburg (heute wieder Gymnasium Carolinum) hat er in seinem Buch "Auf der Flucht" als Zeitdokument ein literarisches Denkmal gesetzt.[1] Hierin schildert er insbesondere zeittypische Erlebnisse in der politisch schwierigen Zeit des Stalinismus mit seinen Lehrern "Mope" Kersten, Kämpfe, Kühlhorn und Mehlhose.

Nach dem Abiturabschluss 1952 als bester Schüler übersiedelte Karasek aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Sein Studium der Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen beendete er mit der Promotion.

Karasek begann seine journalistische Laufbahn bei der Stuttgarter Zeitung. Danach war er ein Jahr lang Chefdramaturg am Württembergischen Staatstheater Stuttgart und ab 1968 Theaterkritiker bei der Wochenzeitung Die Zeit.

Von 1974 bis 1996 leitete Karasek beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel das Kulturressort. Seine Erfahrungen verarbeitete er 1998 in dem Roman Das Magazin. Nach der Tätigkeit beim Spiegel war er bis 2004 Mitherausgeber der Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel.

Karasek lebt in Hamburg und arbeitet heute unter anderem für die Zeitungen Die Welt, Welt am Sonntag und Berliner Morgenpost der Axel Springer SE, ist aber auch häufig in verschiedenen Fernsehsendungen zu sehen. So war er unter anderem in jeder bisherigen Ausgabe der RTL-Show Die 5 Millionen SKL Show als prominenter Pate der Kandidaten dabei.

Über den langen Zeitraum von 1988 bis 2001 war Karasek ständiger Teilnehmer der ZDF-Sendung Das Literarische Quartett, das unter der dominierenden Leitung von Marcel Reich-Ranicki stand.

1992 wurde Karasek Honorarprofessor am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg. Außerdem ist er Unterstützer des Zentrums gegen Vertreibungen.[2]

Hellmuth Karasek ist in zweiter Ehe mit Armgard Seegers verheiratet und hat vier Kinder, darunter den Theaterregisseur und Intendanten Daniel Karasek und die Anwältin und Schriftstellerin Laura Karasek. Sein jüngerer Bruder war der Schriftsteller Horst Karasek.

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten]

Als Herausgeber[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hellmuth Karasek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auf der Flucht. Erinnerungen. Ullstein, Berlin, Taschenbuchausgabe 2006, ISBN 3-548-36817-4, S. 176–189 und 200–225.
  2. www.z-g-v.de: Menschen an unserer Seite, abgerufen am 10. August 2011.