Helma Orosz

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Helma Orosz 2013 in Dresden

Helma Ulrike Orosz [ˈoros] (* 11. Mai 1953 in Görlitz) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Seit August 2008 ist sie gewählte Oberbürgermeisterin von Dresden.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Nach dem Abschluss der POS lernte sie an der Medizinischen Fachschule Görlitz und schloss 1972 mit dem Beruf der Krippenerzieherin ab. Neben der Berufstätigkeit absolvierte sie eine Weiterqualifizierung zur Krippenleiterin an der Betriebsakademie Cottbus (1976–1978). Seit 1975 arbeitete sie als stellvertretende Krippenleiterin in der Stadt Weißwasser in der Oberlausitz, bevor sie 1979 die Leitung einer Kindereinrichtung übernahm. Ab 1989 war sie Leiterin der Kreiskrippenvereinigung Weißwasser. Sie wurde 1990 Gesundheits- und Sozialdezernentin im Landratsamt Weißwasser und wechselte in dieser Funktion 1994 in den neu gegründeten Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Von 1998 bis 2001 studierte sie Verwaltungsbetriebswirtschaft an der Sächsischen Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie in Bautzen und schloss diese berufsbegleitende Ausbildung als Verwaltungsbetriebswirtin (VWA) ab.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Orosz trat 2000 in die CDU ein und wurde 2001 Oberbürgermeisterin in Weißwasser/Oberlausitz. Zwei Jahre später legte sie dieses Amt nieder, um als Sächsische Staatsministerin für Soziales tätig zu werden. Von 2004 bis 2008 gehörte sie als Abgeordnete des Wahlkreises Niederschlesische Oberlausitz 1 dem Sächsischen Landtag an.

In Vorbereitung der Oberbürgermeisterwahl 2008 in Dresden wurde die Sozialministerin von einer parteiinternen Findungskommission und dem damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt als Kandidatin den CDU-Mitgliedern vorgeschlagen. Am 10. November 2007 wählte sie der 33. Kreisparteitag der Dresdner CDU mit 97,8 % der Stimmen zur Oberbürgermeisterkandidatin.

Sie kandidierte im Juni 2008 für die Oberbürgermeisterwahl in Dresden, um den 2001 verlorenen OB-Posten für die CDU zurückzugewinnen. Im ersten Wahlgang am 8. Juni 2008 verfehlte sie mit 47,61 % die absolute Mehrheit. Damit war am 22. Juni 2008 ein erneuter Wahlgang erforderlich, in dem sie sich mit 64,04 % gegen Klaus Sühl (Die Linke, 31,12 %) und drei weitere Kandidaten durchsetzte.[1] Aufgrund einer Wahlanfechtung wurde sie zunächst als Amtsverweserin eingesetzt.[2] Am 20. November 2008 fand ihre endgültige Ernennung durch die feierliche Übergabe der Amtskette statt.

Orosz sprach sich für den Weiterbau der umstrittenen und von der UNESCO abgelehnten Waldschlößchenbrücke aus. Als Vorhaben ihrer Amtszeit benannte sie in der Antrittsrede unter anderem, die UNESCO davon zu überzeugen, dass Waldschlößchenbrücke und Welterbetitel gemeinsam möglich sind, sowie die Schuldenfreiheit Dresdens zu erhalten.[2] Mit Ersterem scheiterte sie letztlich im Juni 2009. Nach der Ernennung von Orosz zur Oberbürgermeisterin übernahm Volker Schimpff ihr Landtagsmandat, Christine Clauß wurde neue Sozialministerin.

Am 14. November 2009 wurde sie auf dem Landesparteitag zu einer der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Sachsen gewählt.

Am 4. Februar 2011 ließ Orosz per Erklärung bekannt geben, dass sie an Brustkrebs erkrankt sei[3]; am 7. Februar erfolgte die Operation.[4] Am 1. März 2012 nahm sie ihre Amtsgeschäfte als Oberbürgermeisterin wieder auf, sie war vom Dresdner Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) vertreten worden.[5][6][7]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der erste der beiden Löwen im Weltkulturerbe Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Helma Orosz war Vorsitzende des Fördervereins Fürst-Pückler-Park Bad Muskau e. V. von dessen Gründung im Mai 2004 bis November 2010.[8] Unter ihrer Leitung hat der Verein über 100.000 Euro zur Wiederaufstellung der beiden Löwenplastiken vor dem Neuen Schloss im Muskauer Park, der einzigen sächsischen Welterbestätte, gesammelt. Am 14. August 2009 wurde der erste der in Lauchhammer gegossenen Löwen aufgestellt, am 1. April 2010 folgte der zweite.[9]

Am 3. Dezember 2009 setzte Helma Orosz vor dem Landgericht Dresden das Verbot des Bildes „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ der Dresdner Malerin Erika Lust durch. Das Gericht entschied im Eilverfahren, das Bild verletze die Persönlichkeitsrechte von Frau Orosz.[10] Am 16. April 2010 hob das Oberlandesgericht Dresden das Verbot auf, da das Gemälde nach Ansicht der Richter „ein Bildnis der Zeitgeschichte und eine satirische Darstellung“ sei. (Az.: 4 U 127/10).[11] Gegen das Urteil war keine Berufung mehr möglich; weil Orosz einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht ablehnte, wurde das Verfahren abgeschlossen.[12][13]

Orosz ist geschieden, hat eine Tochter und zwei Enkel.[14] Sie wohnt im Dresdner Stadtteil Loschwitz.[15]

Kabinette[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helma Orosz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wahlergebnis vom 22. Juni 2008 (dresden.de)
  2. a b Helma Orosz zur Dresdner Amtsverweserin gewählt (mdr.de)
  3. Thilo Alexe: „Ich will kämpfen“. Oberbürgermeisterin Helma Orosz ist an Brustkrebs erkrankt. Sie geht offensiv damit um und macht anderen Mut. In: Sächsische Zeitung, 5. Februar 2011, S. 15.
  4. An Krebs erkrankte Helma Orosz wird heute operiert. In: Sächsische Zeitung, 7. Februar 2011.
  5. Orosz kehrt nach OP 2011 wohl nicht ins Amt zurück
  6. Oberbürgermeisterin Orosz aus Krankenhaus entlassen – Weitere Therapien stehen fest
  7. OB Helma Orosz kehrt im März ins Amt zurück
  8. Regina Weiß: Helma Orosz übergibt Staffelstab an Michael Kretschmer: Förderverein Fürst-Pückler-Park wählt neuen Vorstand. In: Lausitzer Rundschau. 30. November 2010, abgerufen am 5. Juli 2013.
  9. Saisonauftakt mit „Löwengebrüll“ im Park Bad Muskau. Ostdeutsche Sparkassenstiftung, 1. April 2010, abgerufen am 5. Juli 2013.
  10. Gericht verbietet nackte Orosz – Kunst darf eben doch nicht alles! (Bild.de, 4. Dezember 2009)
  11. Bildnis nackter Oberbürgermeisterin von Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt - Urteil Az.: 4 U 127/10 (Oberlandesgericht Dresden, 16. April 2010)
  12. Lust darf Orosz wieder nackt zeigen (Sächsische Zeitung, 17. April 2010)
  13. Orosz verzichtet auf Verfassungsklage
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHelma Orosz: Frauen-Power in Dresden. Superillu, abgerufen am 29. März 2009.
  15. Stephan Lohse, Christoph Springer: Hochwasser in Dresden – Pieschen und Laubegast besonders umkämpft. In: DNN-Online. 5. Juni 2013, abgerufen am 5. Juli 2013 („Sie wohnt in Loschwitz nahe der Elbe, hat ihren Keller leer geräumt und die Waschmaschine in Sicherheit gebracht.“).
Vorgänger Amt Nachfolger
Ingolf Roßberg (2001–2008)
Lutz Vogel (2006–2008)
Oberbürgermeister von Dresden
seit 2008