Helmholtz-Gymnasium Heidelberg

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Helmholtz-Gymnasium Heidelberg
Schulform Gymnasium
Gründung 1835
Adresse

Rohrbacher Straße 102

Ort Heidelberg
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 23′ 41,5″ N, 8° 41′ 22,6″ O49.394858.6896194444444Koordinaten: 49° 23′ 41,5″ N, 8° 41′ 22,6″ O
Träger Stadt Heidelberg
Schüler etwa 1.060
Lehrkräfte etwa 90
Website www.helmholtz-heidelberg.de

Das Helmholtz-Gymnasium Heidelberg (kurz: HGH) ist ein Gymnasium in der Neckarstadt Heidelberg. Die Schule ist nach dem Naturwissenschaftler Hermann von Helmholtz benannt. Sie ist Teil des Verbundsystems Eliteschule des Sports, Partnerschule für Olympia des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar, weshalb es auch ein Sportprofil gibt. Als Schule mit bilingual Englisch im Angebot (Erdkunde, Geschichte, Biologie) darf sie sich als Partnerschule für Europa bezeichnen. Auch im naturwissenschaftlichen Bereich gibt es ein Prädikat: das Helmholtz ist Stützpunktschule für Molekularbiologie.

Geschichte[Bearbeiten]

Helmholtz-Gymnasium von Osten

Am 23. November 1835 wurde das Helmholtz als Höhere Bürgerschule gegründet. Es wurde im Gebäude des ehemaligen Jesuitenkollegs in der Kettengasse der Heidelberger Altstadt untergebracht. Am 31. Dezember 1884 bekam das damalige Helmholtz den Status Realschule zugesprochen. 1896 erfolgte die Umwandlung zur Oberrealschule, die zur Berechtigung des Studiums der Mathematik und Naturwissenschaften führte. Nach der Angliederung einer realgymnasialen Abteilung (1922), führte die Schule ab 1927 die Bezeichnung „Oberrealschule mit Gymnasium“. 1937 erhielt die Schule zum ersten Mal einen Namen: Philipp-Lenard-Schule, nach dem Physiker Philipp Lenard. In der Zeit des Dritten Reiches wurde die Schule im Zuge der Reichsschulreform 1938 in eine Oberschule für Jungen umgestaltet. Am 11. September 1945 wurde sie schließlich in Helmholtz-Gymnasium umbenannt. Aufgrund der Entnazifizierungsbestimmungen war der tief in nationalsozialistisches Gedankengut verstrickte Philipp Lenard als Namenspatron nicht mehr tragbar. Im Schuljahr 1968/1969 zog die Schule schließlich in ihr heutiges Schulhaus um.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Astronomisches Lehrzentrum[Bearbeiten]

Das Helmholtz-Gymnasium besitzt ein astronomisches Lehrzentrum. Hier werden auch Schüler von anderen Heidelberger Schulen in Astronomie unterrichtet. Das Helmholtz besitzt auch ein Mini-Planetarium und eine Weltzeituhr. Auf dem Schuldach befindet sich eine Kuppel, in der ein Teleskop untergebracht ist. Im Helmholtz gibt es auch ein großes Foucaultsches Pendel, das bis zur Erneuerung 2011 die größte Schwungmasse der Welt besaß.

Sprachen[Bearbeiten]

Wenn ein Schüler Englisch bilingual gewählt hat, bekommt dieser ab Klasse 5 zu den fünf Unterrichtsstunden eine Stunde und in Klasse 6 zu den vier Unterrichtsstunden zwei Stunden mehr in englischer Sprache unterrichtet. Es gibt es einen propädeutischen Vorkurs als Vorbereitung auf den Erdkundeunterricht in Klasse 6 und 7. In Klasse 8 wird auch Geschichte und in Klasse 9 und 10 Biologie auf Englisch unterrichtet. In der Oberstufe kann ein fünfstündiger Biologiekurs auf Englisch gewählt werden. Am Ende gibt es ein Bilingual-Zertifikat oder das internationale Abitur Baden-Württemberg. An der Schule finden auch AP-Prüfungen (Advanced Placement) statt. Das Austauschprogramm führt die Schülerinnen und Schüler nach England und Frankreich.

Sport[Bearbeiten]

Das Helmholtz-Gymnasium bietet ab Klasse 8 neben dem NwT-Profil, das sprachliche Schulprofil (Spanisch) und das Sportprofil. Wird das Sportprofil in Klasse 8 gewählt, bedeutet dies fünf Wochenstunden Sportunterricht, der zum Teil als Projektunterricht erteilt wird und eine Stunde Sporttheorie (Trainingslehre, Bewegungslehre, Physiologie, etc.). Sport ist dann drei Jahre lang Kernfach. Zusätzlich zum „normalen“ Unterricht in den Mannschaftssportarten Basketball, Fußball, Handball und Volleyball sowie den Einzelsportarten Gerätturnen, Leichtathletik und Schwimmen, wird in Klasse 8 ein Skilandheimaufenthalt in Mayrhofen als verlagerter Unterricht angeboten (alpiner Skilauf, Snowboarding, Langlauf), außerdem gibt es die Möglichkeit eine Schülermentorenausbildung zu absolvieren. In der Kursstufe 1 und 2 kann Sport als vierstündiges Fach gewählt werden.

Landheim[Bearbeiten]

Das Helmholtz-Gymnasium besitzt ein schuleigenes Landheim in Unterhöllgrund im Odenwald. Die Klassen 5 und 6 besuchen es regelmäßig einmal im Jahr.

Ehemalige Schüler[Bearbeiten]

Der Tennisspieler Boris Becker aus Leimen besuchte das Helmholtz-Gymnasium. Seine Schulkarriere beendete er vorzeitig zugunsten seiner Sportkarriere mit der mittleren Reife. Nobelpreisträger Theodor Hänsch besuchte das Gymnasium von 1952 bis 1961 und machte dort Abitur.[1] Der Architekt, Reichsminister für Bewaffnung und Munition und verurteilte Kriegsverbrecher Albert Speer (1905–1981) war nach 1918 bis zur Reifeprüfung Schüler der damaligen Oberrealschule.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Autobiografie von Theodor Hänsch

Weblinks[Bearbeiten]