Helmkasuar

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Helmkasuar
Helmkasuar (Casuarius casuarius)

Helmkasuar (Casuarius casuarius)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Urkiefervögel (Palaeognathae)
Ordnung: Laufvögel (Struthioniformes)
Familie: Kasuare (Casuariidae)
Gattung: Kasuare (Casuarius)
Art: Helmkasuar
Wissenschaftlicher Name
Casuarius casuarius
(Linnaeus, 1758)

Der Helmkasuar (Casuarius casuarius) ist eine große flugunfähige Vogelart aus der Familie der Kasuare (Casuariidae), die zu den Laufvögeln (Struthioniformes) gehört.

Kopf und Hals

Merkmale[Bearbeiten]

Der Helmkasuar ist der zweitgrößte Vogel Australiens und der drittgrößte heute noch lebende Vogel weltweit; nur der Afrikanische Strauß (Struthio camelus) und der Große Emu (Dromaius novaehollandiae) sind größer. Ausgewachsene Kasuare sind bis zu 1,70 Meter hoch und wiegen bis zu 70 Kilogramm. Die Weibchen sind größer als die Männchen, aber ansonsten nicht zu unterscheiden.

Helmkasuare haben ein großes, helmartiges, mit Horngewebe überzogenes Gebilde auf dem Kopf, das vermutlich zum Schutz dient, wenn die Tiere durchs Unterholz brechen. Kopf und Hals sind unbefiedert; die nackte Haut ist großteils leuchtend blau gefärbt, nur ein Streifen an der Hinterseite des Halses und mehrere Hautlappen vorne und hinten am Hals sind rot gefärbt. Das Gefieder ist bei ausgewachsenen Tieren glänzend schwarz. Junge, halb ausgewachsene Kasuare haben braunes Gefieder, blasser gefärbte Hautpartien sowie kürzere Hautlappen am Hals.

Ihre dreizehigen Füße besitzen scharfe Krallen; die dolchartige innere Kralle wird bis zu 12 Zentimeter lang.

Sie können eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/h erreichen und bis 1,5 m hoch springen. Außerdem sind sie gute Schwimmer.

Verbreitungsgebiet des Helmkasuars

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Helmkasuare kommen in Neuguinea und in Queensland im Nordosten Australiens vor. Sie führen dort in unterholzreicher Vegetation, in Regenwäldern und Savannenwäldern, ein scheues und unauffälliges Leben.

Frischer Kot des Helmkasuars im Regenwald
Der Schädel eines Casuarius casuarius, in der Sammlung des Kinder-Museums von Indianapolis.

Ernährung und Lebensweise[Bearbeiten]

Kasuare ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Pilzen, Insekten, Kleinsäugern, Kleinvögeln und Eiern. Außer in der Brutzeit leben sie einzeln und sind sehr reviertreu. Wenn die Vögel in die Enge getrieben werden, können sie kräftige Tritte austeilen, die wegen der langen, dolchartigen, inneren Krallen auch für einen Menschen lebensgefährlich sein können.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Kasuare brüten vorzugsweise in der Trockenzeit von Juni bis Oktober. Das Männchen baut das Nest, eine seichte Bodenvertiefung, die mit Gras und Blättern ausgekleidet und gut getarnt ist. Es paart sich nur mit einem einzigen Weibchen, das dann drei bis acht große, hell grün-blaue Eier in das Nest legt. Die Eier messen etwa 9 cm × 14 cm. Das Weibchen zieht anschließend weiter und kann sich noch mit weiteren Männchen paaren. Das Männchen bebrütet die Eier etwa zwei Monate lang und sorgt dann noch weitere neun Monate für die braun gestreiften Küken. Diese sind Nestflüchter.

Gefährdung[Bearbeiten]

Straßenschild in den Atherton Tablelands, Queensland, Australien.

Der Helmkasuar ist eine gefährdete Art. Schätzungen über die aktuellen Bestände in freier Wildbahn reichen von 1.500 bis zu 10.000 Tieren. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Schwund des Lebensraumes. In Australien, wo den Tieren ohnehin nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, kommt auch noch die Bedrohung durch verwilderte Schweine dazu, die die Gelege und Küken rauben. Der ärgste Feind ist aber der Straßenverkehr, selbst in manchen Nationalparks gehen die größten Verluste auf das Konto der zu schnell fahrenden Autos und Lastwagen. Jährlich sterben etwa 10 Kasuare als sogenannte Roadkills. Ebenfalls problematisch ist die immer wieder vorkommende Fütterung von Kasuaren durch Touristen: Sobald diese Menschen als potenzielle Nahrungsquelle sehen, entwickeln sie ein forderndes, aggressives Verhalten, verlieren die natürliche Scheu und sterben oft als Roadkill. Gelegentlich werden durch die menschliche Nahrung auch Krankheiten hervorgerufen. In seltenen Fällen stellen Helmkasuare auch für Menschen eine Bedrohung dar, speziell Männchen, welche ihre Küken oft sehr aggressiv mit Tritten ihrer Klauen verteidigen.[1] In Neuguinea werden Helmkasuare wegen ihrer Federn, die als zeremonieller Kopfschmuck verwendet werden, stark bejagt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Infotafeln des Queensland Governments

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helmkasuar – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien