Helmut Markwort

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Markwort im Jahr 2005 in Berlin

Helmut Markwort (* 8. Dezember 1936 in Darmstadt) ist ein deutscher Journalist, Verlagsmanager sowie ehemaliger Chefredakteur und heutiger (Mit-)Herausgeber des Nachrichtenmagazins Focus.

Leben[Bearbeiten]

Anfangszeit als Journalist[Bearbeiten]

Helmut Markwort bei der Landtagswahl Niedersachsen 2013 in Hannover

Im Zweiten Weltkrieg kam seine Familie bei Verwandten in Rodach unter. Dort besuchte er die Volksschule, anschließend für zwei Jahre das Gymnasium Casimirianum in Coburg. Nach dem Abitur am humanistischen Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt war Markwort 1956 bis 1966 im Lokaljournalismus bei verschiedenen Zeitungen in Darmstadt, Wuppertal, Nürnberg und Düsseldorf tätig, schrieb für Die Zeitung des Verlegers Waldemar Schweitzer und stand der Düsseldorfer Stern-Redaktion vor.

1966 bis 1970 leitete er die Programmzeitschrift Bild + Funk, danach wechselte er zu Gong. Markwort entwickelte während der Tätigkeit beim Gong Printmedien wie die aktuelle und Ein Herz für Tiere.[1]

Von 1985 bis 1991 war Markwort Geschäftsführer von Radio Gong 2000 und wurde 1985 geschäftsführender Gesellschafter der Medienpool GmbH, die sich 1988 an Antenne Bayern beteiligte.[2]

Haupttätigkeit bei Burda Media[Bearbeiten]

Im Juni 1992 wechselte Markwort zu Hubert Burda Media. Als Vorstandsmitglied prägte er die Schweriner Volkszeitung und ab 1993 als Chefredakteur das Nachrichtenmagazin Focus, das als Alternative zum Spiegel konzipiert wurde. Focus erzielte eine relativ hohe Auflage[3] und wurde durch das Wirtschaftsblatt Focus-Money[4], dessen Herausgeber er ist, sowie Focus TV und Focus Online, deren Geschäftsführer er seit 1996 ist[5], ergänzt. Der Werbespruch des Focus „Fakten, Fakten, Fakten“ wurde zum geflügelten Wort. Dieser wurde vom Satiremagazin Titanic im Rahmen einer Karikatur als "Ficken, Ficken, Ficken" humoristisch verarbeitet, was schließlich eine erfolglose[6] Klage seitens Markworts nach sich zog.[7]

Seit 1994 hat Markwort die Position des alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführers der Burda Broadcast Media GmbH inne. Dezember 2001 bis Juli 2004 war er Aufsichtsratsvorsitzender der „Tomorrow Focus AG“. Von Juni 2002 bis Herbst 2010 [8] war er Aufsichtsratsvorsitzender der Playboy Deutschland Publishing.[9]

Laudatio von Markwort auf Henryk Broder, 2007

Markwort hat sich im Herbst 2010 als Focus-Chefredakteur zurückgezogen. Sein Nachfolger wurde Wolfram Weimer, der vom politischen Magazin Cicero kam. Markwort blieb Herausgeber von Focus.[10] Seit Jahresbeginn 2013 ist der bisherige Chefredakteur Uli Baur Mitherausgeber.

Weitere Tätigkeiten[Bearbeiten]

Markwort ist seit 1968 Mitglied der FDP.[11] Seit 1989 ist Markwort regelmäßig im Fernsehen präsent, zum Beispiel als Stammgast beim „Stammtisch“ von 3Sat oder bis 2003 als Co-Moderator von Gerd Ruge in „NeunzehnZehn“ sowie bis 2007 in der Sendung „bookmark“.[12] Bei der ZDF-Suche nach dem wichtigsten Deutschen 2003 präsentierte Markwort Otto von Bismarck.[13]

Aufsehen erregte er am 12. Juni 2005 in der Sendung „Sabine Christiansen“, als er den politisch Linken generell und seinem Nebenmann Ottmar Schreiner (SPD) im Besonderen vorwarf, ihre Wirtschaftspolitik sei „nationaler Sozialismus“. Schreiner warf Markwort daraufhin vor, mit der Aussage diffamierend auf die Bezeichnung „Nationalsozialismus“ anzuspielen.

2007 wählte Markwort als alleiniger Preisrichter des Ludwig-Börne-Preises den „geborenen Polemiker[14] Henryk Broder zum Preisträger.

Neben diesen Positionen leitet Markwort seit Oktober 2007 die Fernsehdiskussionsrunde Sonntags-Stammtisch im Bayerischen Fernsehen.[15] Im November 2010 beteiligte sich Markwort als Business Angel bei dem virtuellen Trauerportal Stayalive.com[16], für die Zeit ab Frühjahr 2011 wurde er ausgewählt als neuer Moderator der Sat 1 Talkshow Talk im Turm, was jedoch vom Bayerischen Fernsehen vereitelt wurde.[17]

Leben[Bearbeiten]

Als Sportfan spielt Markwort Tennis und Fußball und begleitet als Mitglied des Verwaltungsbeirats des FC Bayern München die Mannschaft mitunter zu Spielen.[18][19] Er gilt als ein Freund des Theaters; so war er mit Günter Strack befreundet[20] und ist mitunter im Darmstädter „Datterich“ auf der Bühne zu sehen.[21][22] 2010 spielte Markwort in Freilichtaufführungen des Volkstheaters Frankfurt den „Tod“ in „Der hessische Jedermann“.[23] und in der Aufführung des Musicals „My Fair Lady“ auf der Freilichtbühne Altusried die Rolle des „Oberst Pickering“.[24]

Aus seiner Ehe mit Elke Wolters hat Markwort einen Sohn, Moritz. Seit 1996 ist seine Lebensgefährtin Patricia Riekel;[25] sie ist Chefredakteurin der Zeitschriften „Bunte“, „Amica“ und der deutschen „InStyle“, die ebenfalls von Hubert Burda Media herausgegeben werden.[26]

Ende Mai 2012 unterzog sich Markwort einer Herzoperation und bekam dabei Bypässe gelegt.[27]

Sonstiges[Bearbeiten]

Im April 2013 machte der Focus die Ermittlungen gegen Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung bekannt. Hans Leyendecker schrieb in einem am 6. Juni 2013 veröffentlichten Süddeutsche Zeitung-Artikel dazu:

„Was für ein absurder Fall: Ausgerechnet Focus, dessen Herausgeber Helmut Markwort seit der Gründung der FC Bayern München AG im Aufsichtsrat sitzt, brach als erstes Blatt im Fall Hoeneß das Steuergeheimnis, und alles, was dann medial folgte, kam danach: "Jeder, jeder, jeder redet über ihn, weil das Steuergeheimnis verletzt worden ist", lamentierte Markwort im Deutschlandfunk. Man kann Mitleid mit dem Alten haben oder nicht [...].[28]

Helmut Markwort ist Mitglied des Aufsichtsrats des FC Bayern.[29]

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie im who's who
  2. GQ Magazin: Starporträt Helmut Markwort
  3. Fakten, Fakten, Fakten - Vor 15 Jahren erschien die erste Nummer des Nachrichtenmagazins „Focus“
  4. Medien-Macher: Helmut Markwort
  5. www.planetpraktika.de:markwort
  6. Die verbotenste Zeitschrift Deutschlands. 20min.ch (7. Oktober 2009)
  7. Der Focus Chefredakteur verklagt die Frankfurter Satirezeitschrift Titanic auf 60 000 Mark Schmerzensgeld. Berliner Zeitung (28. Oktober 1996)
  8. http://www.tomorrow-focus.de/investor-relations/fest/investor-relations-unternehmensberichte_aid_399.html, Geschäftsbericht 2010, S. 199: "Aufsichtsratsvorsitzender der Playboy Deutschland Publishing GmbH, München (bis zum 23. September 2010)
  9. kressköpfeID:HTMT3017 Helmut Markwort - Chefredakteur, Geschäftsführer, Herausgeber
  10. FAZ.NET Im Gespräch: Helmut Markwort
  11. |Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: „Freiheit, Freiheit, Freiheit…!“ - Auszeichnung für Markwort vom 12. September 2008
  12. „bookmark“: Helmut Markwort verlässt 3sat
  13. http://www.imdb.com/name/nm0549052/filmotype
  14. „Henryk M. Broder: Das Ungetüm vom Dienst“, FAZ, 2. Februar 2007
  15. Meyers Lexikoneintrag zu Helmut Markwort, Sichtungsdatum 26. Februar 2009
  16. Pressebereich Stayalive.com
  17. Talkmaster gesucht! Helmut Markwort geht nicht zu Sat.1. FAZ. 1. Januar 2011. Abgerufen am 1. Januar 2011.
  18. Helmut Markwort: Die Bayern sind ein Segen
  19. BR: Sonntags-Stammtisch Die Stammtischler
  20. Eine Nacht für … Günter Strack
  21. Der Vater des „Datterich“ feiert 2005 seinen 190. Geburtstag
  22. «Diese Drombuschs»-Autor Robert Stromberger ist tot
  23. http://www.volkstheater-frankfurt.de/de/jedermann.html
  24. http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Helmut-Markwort-Journalist-und-Tausendsassa-id17844966.html
  25. Helmut Markwort - Der Faktenschaffer
  26. Interview mit „Bunte“-Chefin Patricia Riekel: „Wir Menschen brauchen Klatsch“ vom 21. November 2007
  27. Abendzeitung vom 29.05 2012 Bypässe: Helmut Markwort wird am Herz operiert
  28. sueddeutsche.de: Harakiri in Bad Wiessee
  29. www.fcbayer.telekom.de
  30. „So ein Schlamassel“: Helmut Markwort spielt in ARD-Komödie mit, 28. Januar 2010, wuv.de.
  31. Omamamia in der Internet Movie Database.