Helmut Mauró

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Helmut Mauró (* 1969 in München) ist ein deutscher Musikkritiker, Journalist, Publizist, Übersetzer und Fotograf.

Leben[Bearbeiten]

Mauró ist Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung. Er studierte Klavier bei Walter Krafft, der bei Florica Musicescu, Lehrerin von Dinu Lipatti und Radu Lupu, studiert hat. An der Ludwig-Maximilians-Universität München belegte er Musikwissenschaft, Neuere Deutsche Literatur, Linguistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft (Mag. über die frühen Opernouvertüren von Mozart im Hinblick auf die Entstehung der klassischen Symphonie). Er war in musikalischer Beratung und kaufm. Management für das New York Harlem Dance Theatre tätig.

Im Verlagsbereich übernahm er Lektorate für den Carl Hanser Verlag und übersetzte den Roman „Zeit der Nähe“ von William Maxwell (1991) aus dem Amerikanischen (mehrere Auflagen bei Hanser, gebunden. Weitere Auflagen: bei dtv und S. Fischer Verlag 1993, Taschenbuch; bei SV SZ-Edition 2008, Band 91, geb.). Für den Heyne-Verlag übersetzte er das Buch „Die geheime Welt des Opus Dei“ von Michael Walsh (1992).

Als Journalist schrieb Mauró Artikel u. a. für die taz, den Playboy, die Süddeutsche Zeitung, die Kieler Nachrichten, die Badische Zeitung, den Standard, den Tagesspiegel, den Focus u. v. a. m. Außerdem verfasste er diverse Buchbeiträge (z. B. für: U.Kuehne (Hrsg.): Mutige Menschen. Sandmann Verlag, München 2006), schrieb und produzierte zahlreiche Rundfunksendungen (z. B. über die von den Nazis vertriebenen oder ermordeten Komponisten und den damit verbundenen Bruch in der Entwicklung der musikalischen Moderne), ebenso TV-Beiträge und -Kommentare. Er arbeitete als Schlussredakteur beim ersten und größten europäischen Snowboardmagazin SNOW und beim Surfermagazin SURF. Zu seinen Tätigkeiten gehören auch TV-Diskussionen, Moderationen und Vorträge bei Siemens (Siemens Arts Program), der Hypo-Kulturstiftung und der Donau-Universität Krems.

Mauró war bis Verlagsende produzierender Chefredakteur des Klassik-Magazins Oper und Konzert (Textredaktion, Autorenkontakte, Bildredaktion, Layout, Gesamtkonzept). Seit 1991 ist Helmut Mauró Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung. Dort schrieb er über viele völlig unbekannte, inzwischen renommierte klassische Musikerinnen und Musiker (Ewa Kupiec, Anna Gourari, Joshua Bell, Julia Fischer, Jörg Widmann, Daniel Müller-Schott, Julian Bliss, Max Emanuel Cencic, Arcadi Volodos, Fazil Say, Nikolai Tokarew, Lang Lang, Martin Stadtfeld, Harriet Krijgh, Jan Lisiecki, Daniil Trifonov u.v.a.). Seine folgenreichsten Artikel aber waren zum einen ein groß aufgemachter Bericht über eine Schlagerveranstaltung in München („Wouhouhouhou – du bist die Frau aus meinem Traum“, SZ vom 10. Januar 1996), der im Zuge weiterer Berichterstattung in Stern, Spiegel und anderen Medien die Neue Deutsche Schlagerwelle auslöste, sowie zwei ganzseitige Berichte über Wunderkinder und über den Zusammenhang von Musikerziehung und Intelligenzentwicklung („New York, London, Bietigheim“, Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 15./16. März 1997 und: „Warum spielte Einstein Geige?“, SZ vom 31. Dezember 1998/1. Januar 1999), die für eine lang anhaltende Diskussion in Medien und Politik sorgte und schließlich auch für Schwerpunktverlagerungen in der Bildungspolitik. Mehrere Berichte über die Lage der Yanomami-Indianer in Brasilien aufgrund eines Aufenthaltes im Regenwald im Jahr 2010 mit dem französischen Ethnologen Bruce Albert und eine vom Münchner Völkerkundemuseum angekaufte Sammlung mit Yanomami-Objekten sorgten für Aufregung. Mauró ist Mitglied / Unterstützer von Amnesty International, Greenpeace, Survival International zur Hilfe bedrohter Völker.

Weblinks[Bearbeiten]