Helmut Nordhaus

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Helmut Nordhaus (* 10. Oktober 1922 in Erfurt; † 14. Oktober 2014 ebenda) war ein deutscher Fußballspieler, der nahezu seine gesamte Laufbahn beim FC Rot-Weiß Erfurt und dessen Vorgängervereinen bestritten hat. Der langjährige Kapitän und Abwehrorganisator gewann mit Erfurt in den Jahren 1954 und 1955 zweimal die Meisterschaft in der DDR-Oberliga.

Laufbahn im Verein[Bearbeiten]

Als Schüler begann Helmut Nordhaus zwischen 1933 und 1935 bei Wacker Erfurt, ehe es ab 1935 beim VfB Erfurt weiter ging, wo der talentierte Nachwuchsakteur bereits im Alter von 17 Jahren sein Debüt in der ersten Mannschaft gab. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stoppte einstweilen die Karriere des technisch versierten Defensivstrategen. Er wurde im Jahr 1941 nach Bremerhaven zur Marine eingezogen, wo er für Bremerhaven 93 einige Monate auflaufen konnte. Danach folgten Zeiten in Belgien und Amsterdam (1942), ehe er Ende des Jahres in Norwegen auf einem Landungsboot seinen Dienst versehen musste. In Italien (dort war er ab 1943 stationiert) geriet er im Mai 1945 in englische Gefangenschaft. Die Engländer brachten ihn nach Ägypten in die Nähe von Ismalia, wo er eine dreijährige Kriegsgefangenschaft in einem 15.000-Mann Zeltlager in der Wüste verbrachte. Während der Gefangenschaft konnte er wieder regelmäßig Fußball spielen, aber auf Sand. Im April 1948 wurde er nach Hamburg entlassen und schloss sich kurzzeitig dem Hamburger SV an. Aufgrund der familiären Verbundenheit kehrte er jedoch nach kurzer Zeit nach Erfurt zurück.[1]

Dort spielte er als Mittelläufer bis 1956 bei Fortuna, KWU und Turbine Erfurt, allesamt Vorgängervereine des FC Rot-Weiß Erfurt. In den Jahren 1954 und 1955 wurde Nordhaus als Mannschaftskapitän und Spielgestalter mit Turbine Erfurt DDR-Meister und krönte damit seine fußballerische Laufbahn. Der Beginn der Erfolgsära war der 26. Juni 1949. Nordhaus stand mit Fortuna Erfurt im zweiten Endspiel um die Ostzonenmeisterschaft. Am 3. September 1950 folgte das zweite Finale um den FDGB-Pokal; er verlor aber wiederum mit KWU Erfurt das Endspiel mit 0:4-Toren. Die DDR-Oberliga beendete er mit Turbine Erfurt 1950/51 punktgleich mit Chemie Leipzig - beide je 50:18-Punkte - auf dem ersten Platz. Das Entscheidungsspiel am 20. Mai 1951 verlor Turbine ohne die gesperrten Nordhaus sowie Mittelstürmer und Torjäger Wolfgang Nitsche (19 Tore) mit 0:2-Toren. Nach zwei Runden im Mittelfeld der Tabelle - zum Jahreswechsel 1951/52 verlor Erfurt mit Heinz Senftleben, Winfried Herz und Heinz Wozniakowski drei Leistungsträger an Eintracht Braunschweig -, gelang Nordhaus mit seinen Mannschaftskameraden die Doppelmeisterschaft 1954 und 1955. Neben Nordhaus war das Mittelfeldtandem mit Jochen Müller und Georg Rosbigalle ein weiterer Grundstein der Meistermannschaften.

Aufgrund seines Spielstils wurde Nordhaus in Erfurt „Der Elegante“ genannt. Insgesamt bestritt Helmut Nordhaus 178 Oberligaspiele und erzielte dabei 33 Tore.

Laufbahn in der Nationalmannschaft[Bearbeiten]

1953 und 1954 spielte Nordhaus dreimal in der Fußballnationalmannschaft der DDR. Sein Debüt gab er am 14. Juni 1953 beim 0:0 gegen Bulgarien in Dresden. Im folgenden Jahr kam er beim 0:1 gegen Polen in Rostock, sowie am 24. Oktober 1954 in Sofia beim 1:3 gegen Bulgarien zum Einsatz. Daneben kam er auch noch am 7. Mai 1953 bei einem Länderspiel gegen Polen (3:0) in der B-Nationalelf zum Einsatz.

Laufbahn als Trainer[Bearbeiten]

Nach seiner aktiven Laufbahn war Helmut Nordhaus als Trainer tätig. Bis 1964 trainierte er den unterklassig spielenden Verein Dynamo Erfurt und übernahm 1964 das Traineramt beim gerade aus der DDR-Oberliga abgestiegenen SC Turbine Erfurt. Er führte den Verein zum direkten Wiederaufstieg und konnte im folgenden Jahr die Spielklasse halten. Anschließend trainierte er die zweite Mannschaft der Erfurter und war in den folgenden Jahren Trainer der BSG Umformtechnik Erfurt, BSG Zentronik Sömmerda und Motor Gotha.

In einem Gothaer Betrieb für Rationalisierung/Projektierung war Nordhaus als wissenschaftlicher Mitarbeiter bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1983 beruflich tätig gewesen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Erfurter Spieler des Jahrhunderts im Jahr 2000 wurde Helmut Nordhaus Zweiter hinter Jürgen Heun. Im Jahre 2012 wurde er anlässlich seines 90. Geburtstages zum 1. Ehrenspielführer von Rot-Weiß Erfurt ernannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Horn, Gottfried Weise: Das große Lexikon des DDR-Fußballs. Schwarzkopf/Schwarzkopf. Berlin 2004. ISBN 3-89602-536-8
  • Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2007. ISBN 978-3-89533-556-3
  • Lorenz Knieriem, Hardy Grüne: Spielerlexikon 1890-1963. Agon Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-148-2
  • IFFHS: LIBERO. Spezial Deutsch. Nr. D 1. 1991. Wiesbaden. S. 65-70

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Marco Alles: Helmut Nordhaus wird erster Ehrenspielführer von Rot-Weiß. Thüringer Allgemeine, 10. Oktober 2012.