Helmut Pfleger
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dr. Helmut Pfleger (* 6. August 1943 in Teplitz-Schönau) ist ein bekannter deutscher Schachspieler.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben
Den meisten Schachinteressierten ist er durch seine Schachsendungen im WDR, die mehrere Jahrzehnte gleichbedeutend mit Schach im deutschen Fernsehen waren, bekannt. Früher moderierte der 1971 an der Universität München promovierte Mediziner, der hauptberuflich Internist und Psychotherapeut mit eigener Praxis ist, Telekollegsendungen im bayerischen Fernsehen über Chemie, Biologie oder Bewegungstherapie. Schachsendungen moderiert er seit 1977, oft zusammen mit Vlastimil Hort. Besonderen Stellenwert hatte dabei Schach der Großmeister, die live ausgestrahlte Übertragung der Partie um den Fernsehschachpreis, an der sich seit 1983 Größen wie Anatoli Karpow oder Wladimir Kramnik beteiligten. In der letzten Ausgabe am 22. August 2005 standen sich Pfleger und Hort selbst gegenüber und kommentierten für die Zuschauer ihre Züge.
Den Titel eines Großmeisters errang er 1975. Bis Mitte der 1980er-Jahre gehörte er zu den besten Schachspielern Deutschlands und war bis in die Neunziger aktiver Spieler für den SC 1868 Bamberg in der Schachbundesliga. Pfleger ist vielfacher deutscher Nationalspieler. 1968 und 1970 spielte er bei den Mannschaftsweltmeisterschaften der Studenten jeweils am 1. Brett für Deutschland und erreichte 13 Punkte aus 19 Partien. Zwischen 1964 und 1982 nahm er an sieben Schacholympiaden teil und erzielte dabei 55 Punkte aus 80 Partien. Als bestes Ergebnis seiner Schachkarriere schätzt er seine 12,5 Punkte aus 15 Partien bei der Olympiade 1964 in Tel Aviv-Jaffa ein, bei der die nur aus Amateuren bestehende deutsche Mannschaft einen dritten Platz erreichte.[1] Außerdem spielte er von 1965 bis 1983 bei vier Mannschafts-Europameisterschaften (12,5 Punkte aus 27 Partien) sowie 1985 bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft (3,5 Punkte aus 9 Partien).
1981 führte er während eines eigens zu diesem Zweck durchgeführten Schachturniers in Grünwald sportmedizinische Untersuchungen an den Spielern durch, um zu belegen, dass es sich bei Schach um Leistungssport handelt.
Seine Elo-Zahl beträgt 2477 (Stand: Februar 2009). Er nimmt jedoch seit 1998 kaum noch am Turniergeschehen teil.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1976 - Goldene Ehrennadel des Deutschen Schachbundes [2]
- 1981 - Goldener Gong für „Schach zum Anfassen“ [3]
- 2009 - Breitensport-Ehrenpreis des Deutschen Schachbundes [4]
[Bearbeiten] Veröffentlichungen
In der Zeitung Die Zeit hat er seit Jahren eine beliebte wöchentliche Kolumne zum Thema Schach [5]. Diese wurden auch in Buchform veröffentlicht:
- Schachkabinett (1987, ISBN 3-8068-0877-5)
- Taktik und Witz im Schach (1992, ISBN 3-283-00252-5)
- Schwupps, da war der Bauer weg (1998, ISBN 3-283-00354-8)
- Schachpuzzle-Buch (2002, ISBN 3-283-00450-1)
- Schach Knockouts (2006, ISBN 3-283-00456-0)
Regelmäßige Schachkolumnen erscheinen auch im Deutschen Ärzteblatt. Außerdem veröffentlichte er (zusammen mit Eugen Kurz und Gerd Treppner) ein vom Deutschen Schachbund empfohlenes Lehrbuch Schach Zug um Zug (ISBN 3-8094-1643-6) sowie für ChessBase zwei DVDs Die schönsten Partien der Schachgeschichte.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Helmut Pfleger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Porträt Pflegers in der ZEIT vom 23. November 2006
- Helmut Pfleger beim Weltschachbund FIDE (englisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ New In Chess 2008,5, S. 98
- ↑ http://www.schachbund.de/intern/ordnung/ordehrungen.html
- ↑ http://www.gong.de/goldener-gong.php?s=Pfleger&suchen=suchen
- ↑ http://ramada-cup.de/kassel/
- ↑ Schachspalte Pflegers in der ZEIT
Appel | Aronjan | Baramidze | Berelowitsch | Bezold | Bindrich | Bischoff | Bönsch | Braun | Brunner | Buhmann | Bunzmann | Darga | Dautov | Döttling | Enders | Espig | Fish | D. Fridman | Gabriel | Ginsburg | Glek | Graf | Gustafsson | Gutman | Handke | Hecht | Hertneck | Hickl | Holzke | Hort | Hübner | Jussupow | Kalinitschew | Keitlinghaus | Kindermann | Khenkin | Knaak | Kritz | Kunin | Lau | Levin | Lobron | Luther | Lutz | R. Mainka | Maiwald | Malich | Meier | J. Meister | Mohr | Movsesjan | M. Muše | Müller | A. Naiditsch | Naumann | T. Pähtz | Pfleger | Polzin | Prusikin | Rabiega | A. Rotstein | Schebler | Schlosser | Schmaltz | Schmid | Schmittdiel | Shalnev | Siebrecht | Slobodjan | Stangl | Teske | Tischbierek | Uhlmann | Vogt | Wahls | Zeitlin
Verstorbene Großmeister
Bogoljubow | Lasker | Lehmann (ehrenhalber) | Mieses | Pachman | Pietzsch | Sämisch | Tarrasch | Teschner (ehrenhalber) | Unzicker
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pfleger, Helmut |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schachspieler |
| GEBURTSDATUM | 6. August 1943 |
| GEBURTSORT | Teplitz-Schönau |

