Helmut Rix

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Helmut Rix (* 4. Juli 1926 in Amberg; † 3. Dezember 2004 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Indogermanist und Etruskologe.

Leben[Bearbeiten]

Helmut Rix wurde 1926 in Amberg als Sohn einer Lehrerfamilie geboren. Nach dem Abitur und Militärdienst bei der Marine studierte er seit 1946 in Würzburg Indogermanistik, Klassische Philologie und Geschichte, seit 1947 in Heidelberg. Dort promovierte er 1950 mit der Dissertation Bausteine zu einer Hydronymie Alt-Italiens. Seit 1951 war er Assistent bei Hans Krahe in Tübingen und seit 1955 Dozent für Latein und Griechisch an der Evangelischen Augustana-Hochschule Neuendettelsau (Mittelfranken). 1959 habilitierte er sich in Tübingen zum Thema Das etruskische Cognomen. Untersuchungen zu System, Morphologie und Verwendung der Personennamen auf den jüngeren Inschriften Nordetruriens (1963 in Wiesbaden erschienen). 1966 wurde Rix an die neu gegründete Universität Regensburg berufen und war ab 1982 Professor an der Universität Freiburg i. Br.. 1993 erfolgte die Emeritierung. Am 3. Dezember 2004 verstarb Helmut Rix an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Helmut Rix war Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, des Comitato Internazionale di Letteratura des Archivio Glottologico Italiano, des Istituto Nazionale di Studi Etruschi, der Société Linguistique de Paris und nicht zuletzt der Indogermanischen Gesellschaft, die er von 1973 bis 1978 als Erster Vorsitzender leitete.

Werke[Bearbeiten]

Indogermanistik allgemein[Bearbeiten]

  • Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formenlehre. Darmstadt 1976. 2.Aufl. Darmstadt 1992.
  • Lexikon der indogermanischen Verben. Die Wurzeln und ihre Primärstammbildungen. Unter Leitung von Helmut Rix und der Mitarbeit vieler anderer bearbeitet von Martin Kümmel, Thomas Zehnder, Reiner Lipp, Brigitte Schirmer. Wiesbaden 1998, 754 S. – Zweite, erweiterte und verbesserte Auflage bearbeitet von Martin Kümmel und Helmut Rix, Wiesbaden 2001, 823 S.
  • Anlautender Laryngal vor Liquida oder Nasalis sonans im Griechischen. In: Münchener Studien zur Sprachwissenschaft 27, 1970, S. 79–110. [Formulierung des Rix’schen Gesetzes]

Die Sprachen und Kulturen Altitaliens (außer Etruskisch)[Bearbeiten]

  • Die lateinische Synkope als historisches und phonologisches Problem. Kratylos 11, 1966, S. 156–165. Wiederabgedruckt in: K. Strunk (Hrsg.), Probleme der lateinischen Grammatik. Darmstadt 1973, S. 90–102.
  • Zum Ursprung des römisch-mittelitalischen Gentilnamensystems. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt (Festschrift Vogt) I 2. Berlin 1972, S. 700–758.
  • Die Termini der Unfreiheit in den Sprachen Altitaliens. Stuttgart 1994.
  • Sabellische Texte, Heidelberg 2002 [Gesamtausgabe aller sabellischen (oskisch-umbrischen) Inschriften].

Etruskologie[Bearbeiten]

  • Das etruskische Cognomen. Untersuchungen zu System, Morphologie und Verwendung der Personennamen auf den jüngeren Inschriften Nordetruriens. Wiesbaden 1963.
  • La scrittura e la lingua. In: M. Cristofani (ed.), Gli Etruschi. Una nuova immagine. Firenze 1984, p. 210–238. 245. (Dt.: Schrift und Sprache. In: M. Cristofani (Hrsg.), Die Etrusker. Stuttgart u. Zürich 1985, S. 210–238. 245). [Kurzgrammatik des Etruskischen]
  • Etruskisch culs ‘Tor’ und der Abschnitt VIII 1–2 des Zagreber liber linteus, Vjesnik Arheološkog Muzeja u Zagrebu, 3. Serie 19, 1986, S. 17–40.
  • Etrusco un, une, unuc ‘te, tibi, vos’ e le preghiere dei rituali paralleli nel liber linteus. Archeologia Classica 43 (1991), S. 665–691.
  • Etruskische Texte. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit G. Meiser. 2 Bde, Tübingen 1991
  • Les prières du Liber Linteus de Zagreb. Les Etrusques, les plus religieux des hommes. Actes ... publiées sous la direction de Fr. Gaultier et D. Briquel. Paris 1997, S. 391–397.
  • Rätisch und Etruskisch. Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft, Vorträge und Kleinere Schriften 68. Innsbruck 1998.

Weblinks[Bearbeiten]