Helmut Schatz

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Helmut Schatz

Helmut Schatz (* 8. Oktober 1937 in Eisenstadt) ist ein österreichischer Internist, Klinikdirektor und Hochschullehrer.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Nach dem Medizinstudium in Graz und Bonn arbeitete er von 1963 bis 1964 am Karolinska Institut bei Stockholm, dann bis 1970 an der 2. Medizinischen Universitätsklinik in Wien und bis 1976 an der Universität Ulm. Als C3-Professor an der Universität Gießen tätig, folgte er 1989 einem Ruf auf einen Lehrstuhl für Innere Medizin der Ruhr-Universität Bochum, wo er als Direktor der Medizinischen Klinik der „Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil – Universitätsklinik“ wirkte. Nach der Emeritierung ließ er sich in einer Praxis als Internist und Endokrinologe/Diabetologe in Bochum nieder. Schatz veranstaltete von 2003 bis 2009 als Präsident der Zentraleuropäischen Diabetesgesellschaft deren jährliche Kongresse, so 2007 auf der Insel Kos, 2008 in Plovdiv und 2009 in Salzburg. 2009 wurde er in der Funktion des Mediensprechers in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie gewählt und 2012 für eine weitere Amtsperiode bis 2015 wiedergewählt.

Wissenschaftliches Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

An der Wiener Klinik demonstrierte er im Tierversuch die Absenkung des Long-Acting Thyreoid Stimulator (LATS), später als TSH-Rezeptorantikörper identifiziert, durch immunsuppressive Therapie bei Patienten mit Morbus Basedow, in Ulm zeigte er an isolierten Langerhansschen Inseln von Nagern auf, dass nur die Sekretion, nicht aber die Biosynthese von Proinsulin und Insulin durch Sulfonylharnstoffe stimuliert wird, dass aber Glucagon beide Prozesse steigert und eine bevorzugte Sekretion neusynthetisierten Insulins stattfindet. In Gießen gelang ihm der Nachweis, dass Somatomedin/ der Insulin-like Growth Factor-I(IGF-I)im Knochengewebe selbst auf Wachstumshormonreiz synthetisiert werden kann.

Ehrungen[Bearbeiten]

1964 wurde Schatz mit dem Ehrenring des österreichischen Bundespräsidenten ausgezeichnet, 1976 erhielt er den Ferdinand-Bertram-Preis und 1999 die Paul-Langerhans-Medaille der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. 2004 wurde Schatz die Oskar-Minkowski-Medaille der Medizinischen Universität Wroclaw/Breslau verliehen, es folgten 2007 die Hippokrates-Medaille der International Hippokrates Foundation,[1] Kos, Griechenland und 2010 die Jühling-Medaille der Anna-Wunderlich-Ernst-Jühling-Stiftung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf[2]. Schatz ist Ehrenmitglied zahlreicher internationaler und nationaler Fachgesellschaften.Im Jahr 2010 wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Medizinischen und Pharmazeutischen Universität Iuliu Hațieganu in Cluj-Napoca, Rumänien, ausgezeichnet,[3] im Januar 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse.[4] 2015 wurde er zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie gewählt.[5]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Als Autor:

  • Insulin. Biosynthese und Sekretion. Thieme, Stuttgart 1976, ISBN 3-13-151401-9 (Habilitationsschrift).
  • Stoffwechsel und Endokrinologie. Neuere Ergebnisse zur Regulation des Zuckerstoffwechsels und der Schilddrüsenfunktion. Boehlau, Wien 1985, ISBN 3-205-06565-4.
  • mit Michael Mark, Hermann P. T. Ammon: Antidiabetika. Diabetes mellitus und Pharmakotherapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1986, ISBN 3-8047-0823-4.

Als Herausgeber:

  • mit Deborah Doniach: Autoimmunität bei Schilddrüsenerkrankungen. Thieme, Stuttgart 1984, ISBN 3-13-655801-4.
  • mit M. Massi-Benedetti: Pioglitazone: From discovery to clinical practice (= Experimental and clinical endocrinology & diabetes. Vol. 108, Suppl. 2). Barth, Heidelberg 2000.
  • Diabetologie kompakt. Grundlagen und Praxis. Blackwell, Berlin 2001; 5. Auflage, mit Andreas F. H. Pfeiffer: Springer, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-41358-2, doi:10.1007/978-3-642-41358-2.
  • Neues aus Endokrinologie & Diabetologie. Die offiziellen Pressemitteilungen und Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Thieme, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-13-174691-7. 3. Auflage Wecom Gesellschaft für Kommunikation mbH, Hildesheim 2015. ISBN 978-3-00-048569-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung Hippokrates-Medaille
  2. Pressemitteilung Jühling-Medaille
  3. Pressemitteilung Ehrendoktorwürde
  4. Jörg Gromoll: Schatz erhält Bundesverdienstkreuz!, Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, 14. Januar 2014, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  5. Robin Jopp: Prof. Helmut Schatz ist Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie Pressemitteilung Klinikum der Ruhr-Universität Bochum - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH vom 25. März 2015 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 26. März 2015.