Helvetas Swiss Intercooperation

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Helvetas Swiss Intercooperation
Helvetas Swiss Intercooperation
Gründung 1955
Sitz Zürich, Schweiz
Aktionsraum 32 Länder weltweit
Schwerpunkt Entwicklungshilfe, Katastrophenhilfe
Website www.helvetas.ch

Helvetas Swiss Intercooperation ist eine Entwicklungsorganisation der Schweiz. Sie ist 2011 aus einem Zusammenschluss der beiden Organisationen Helvetas (gegründet 1955) und Intercooperation (gegründet 1982) entstanden.

Die Schweizer Entwicklungsorganisation ist in 32 der ärmsten Länder Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas aktiv. Sie setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe zugunsten benachteiligter Menschen und Gemeinschaften in ländlichen Regionen. Im Zentrum stehen Grundbedürfnisse wie Trinkwasser, Ernährungssicherheit, Bildung und Einkommensförderung. HELVETAS Swiss Intercooperation ist ein politisch und konfessionell unabhängiger Verein, der von rund 100'000 Mitgliedern, Gönnerinnen und Gönnern sowie 12 ehrenamtlich tätigen Regionalgruppen getragen wird. In der Schweiz (Zürich, Bern, Lausanne und Balerna) arbeiten rund 130, in den Projektländern über 1200 (vor allem lokale) Mitarbeitende.

Geschichte[Bearbeiten]

1947 wies der Leiter der Schweizer Spende (ab 1948 Schweizer Europahilfe (SEH)), Rodolfo Olgiati, in deren Mitteilungsblatt darauf hin, dass es an der Zeit sei, von der Nachkriegshilfe zur Friedensarbeit weiterzuschreiten. Er erkannte in der Unterstützung der wirtschaftlich wenig entwickelten Länder ausserhalb Europas eine neue Aufgabe der schweizerischen Hilfstätigkeit. Olgiati gilt als der erste Schweizer, der internationale Solidarität in einen globalen Rahmen stellte und vom Wohlergehen aller Völker sprach. 1954 entstand eine Initiantengruppe mit dem Memorandum Die Schweiz hilft wirtschaftlich benachteiligten Ländern, die 1955, nach der erfolglosen Suche nach einem bestehenden Träger unter den Hilfswerken, beschloss, selbst einen Verein zu gründen. Rodolfo Olgiati und Regina Kägi-Fuchsmann können als die beiden wichtigsten Gründerpersönlichkeiten des Hilfswerkes betrachtet werden. Am 18. Juni 1955 gründeten im Hotel Limmathaus, Zürich rund 70 Personen unterschiedlicher ideeller Herkunft den Verein Schweizerisches Hilfswerk für aussereuropäische Gebiete (SHAG). 1965 wurde der Namen in Helvetas geändert. 2011 erfolgte der Zusammenschluss mit Intercooperation zu HELVETAS Swiss Intercooperation.

Vision[Bearbeiten]

Helvetas hat sie die Vision einer Gesellschaft,

  • welche die Grundversorgung aller Menschen sicherstellt und ihnen ein Leben in Würde und Sicherheit garantiert;
  • die allen – Frauen und Männern – das Recht auf Selbstbestimmung zugesteht und es ihnen ermöglicht, ihr soziales und politisches Umfeld mitzugestalten;
  • die ihren natürlichen Ressourcen nachhaltig Sorge trägt;
  • die auf Organisationen und Institutionen basiert, in denen die Grundsätze der Transparenz, Verantwortlichkeit, Qualität und Effizienz verankert sind.

Arbeitsbereiche im Ausland[Bearbeiten]

Der Schwerpunkt der Tätigkeit von Helvetas liegt in der Projektarbeit im Ausland. Diese konzentriert sich auf folgende Bereiche:

  • Wasser und Infrastruktur (Wasser- und Sanitärversorgung, Brücken und Wege)
  • Landwirtschaft und Markt (Ernährung, Biolandbau und Fairer Handel)
  • Umwelt und Klima (Boden, Wald und Wasser)
  • Bildung (Alphabetisierung und Berufsbildung)
  • Demokratie und Frieden (Menschenrechte und Kultur)

Engagement in der Schweiz[Bearbeiten]

Als Verein engagiert sich Helvetas auch im Inland in allen Sprachregionen. Mit Informations- und Sensibilisierungsarbeit sowie über die Tätigkeit des FairShops will Helvetas die Schweizer Bevölkerung auf die Lebenssituation und Anliegen der Menschen in Entwicklungsländern aufmerksam machen und sie anregen, das Engagement zugunsten benachteiligter Gemeinschaften im Süden mitzutragen und auf die Entwicklungspolitik der Schweiz einzuwirken.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Möckli: 50 Jahre Helvetas. Inspiratorin schweizerischer Entwicklungszusammenarbeit im Spannungsfeld von struktureller Abhängigkeit und entwicklungspolitischer Vision. Lizentiatsarbeit, eingereicht bei der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg (CH) im Fach Zeitgeschichte bei Urs Altermatt, Juli 2004

Weblinks[Bearbeiten]