Helwan HA-300
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Helwan HA-300, war ein ägyptisches Überschall-Kampfflugzeug.
Anfang der sechziger Jahre kaufte Helwan Aircraft von der spanischen Firma Hispano Aviación die Konstruktionsunterlagen für den Bau eines Mehrzweck-Überschallkampfflugzeuges mit Deltaflügeln in Leichtbauweise. Mit diesen Dokumenten sowie den Ergebnissen aus der Erprobung des Gleitflugzeuges Hispano HA-23P kamen auch Mitarbeiter von Willy Messerschmitt, welcher das Muster entworfen hatte, ins Land, um gemeinsam mit einem ägyptischen Team den Jäger zu bauen. 1963 begann der Bau des ersten Prototyps, der den Einsatzbedingungen in Ägypten angepasst worden war und so deutliche Unterschiede gegenüber dem ursprünglichen Entwurf erfahren hatte. Ursprünglich war die Verwendung eines britischen Bristol Orpheus-12-Triebwerks für die Serie vorgesehen. Nachdem sich abzeichnete, das dieses Triebwerk nicht mehr weiter entwickelt werden sollte, wurde unter Leitung des österreichischen Triebwerkskonstrukteurs Ferdinand Brandner mit der Entwicklung eines eigenen Strahltriebwerks E-300 mit nur 800kg Einbaumasse begonnen. Dieses Triebwerk stand aber nicht rechtzeitig zur Verfügung, so dass der erste Prototyp V1 bei seinem Erstflug am 7. März 1964 mit dem indischen Piloten Kapil Bhargava noch mit einem Bristol Orpheus-703-Triebwerk (2.100 kp) ausgestattet war. Dieser erste Flug dauerte 12,5 Minuten. Auch der zweite Prototyp erhielt ein Orpheus-Triebwerk. Schwierigkeiten mit den dünnen Deltaflügeln, der Kraftstoffzufuhr und viele weitere kleine technische Probleme verzögerten das Projekt immer weiter.
Nach umfangreichen Tests an einer An-12 in Ägypten sowie an einer indischen HF-24 Marut war das E-300-Triebwerk schließlich einsatzbereit und sollte mit dem dritten Prototyp V-3 die Erprobung aufnehmen. Dieser und die ebenfalls fertig gestellte V-4 flogen aber nie, da sich erneut Triebwerksprobleme einstellten.
Nachdem die indische Seite realisierte, das Ägypten nicht am Kauf der HF-24, sondern nur an einer gemeinsamen Triebwerksentwicklung interessiert war, wurde die indische Unterstützung für das E-300 eingestellt. Daher stellte die ägyptische Regierung im Mai 1969 das gesamte HA-300-Projekt endgültig ein, zumal aus der Sowjetunion günstige Angebote zum Kauf bereits erprobter und einsatzfähiger Militärtechnik vorlagen.
Das Flugzeug wurde 1991 aus der ägyptischen Wüste nach Deutschland gebracht und restauriert. Es kann heute in der Willy-Messerschmitt-Halle im Werk Manching der DASA besichtigt werden.
[Bearbeiten] Technische Daten
| HA-300 V3 (Leistungen errechnet): | |
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Länge | 12,40 m |
| Flügelspannweite | 5,84 m |
| Höhe | 3,15 m |
| Tragflügelfläche | 17,29 m² |
| Leermasse | 4.823 kg |
| Startmasse | 5.500 kg |
| Antrieb | 1x EGAO E-300 mit 3.100 kp (4.400 kp mit Nachbrenner) |
| Höchstgeschwindigkeit | 2.125 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 17.985 m |
| Reichweite | 1.800 km |
| Bewaffnung (geplant) | 2 Kanonen 20mm, Raketen |
| Besatzung | ein Pilot |
[Bearbeiten] Literatur
- Rückflug in die Gegenwart, Werner L. Blasel, ISBN 3-8132-0718-8, Verlag Mittler & Sohn
- Against all odds, Kapil Bhargava, Aerospace Testing International, pp.88-92, June 2008

