Hemma (Ostfrankenreich)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grabmal der Hemma

Hemma (auch Emma von Altdorf genannt, * 808; † 31. Januar 876) war ab 827 die Gemahlin Ludwigs des Deutschen und somit ostfränkische Königin. Sie war die Tochter des Grafen Welf I.[1] und seiner Frau Heilwig aus Sachsen († nach 835) und dadurch die Schwester von Kaiserin Judith. Da diese ihren Schwiegervater Ludwig den Frommen heiratete, war Hemma nicht nur Judiths Schwester, sondern auch ihre Stiefschwiegertochter.

Hemma und Ludwig hatten sieben Kinder, drei Söhne, Karlmann, Ludwig, genannt der Jüngere, und Karl III., auch der Dicke genannt, und vier Töchter namens Hildegard, Irmgard und Bertha, die in den Kirchendienst traten, und Gisla, von der nichts weiter bekannt ist.

Die Quellen zu Hemma betonen ihre Tugendhaftigkeit und Schönheit sowie die beiderseitige Vorbildlichkeit des Ehelebens.[2] Während sie in den Urkunden nur äußerst selten erwähnt wird und daher keinen besonderen Einfluss auf die Regierung genommen zu haben scheint, wirft ihr der Geschichtsschreiber Hinkmar vor, den ältesten Sohn Karlmann zu sehr bevorzugt zu haben.[3] Da der König - angeblich durch diesen Einfluss - das Unterkönigreich Karlmanns auf Kosten der Herrschaftsgebiete seiner anderen Söhne stark vergrößerte, brach ein Aufstand unter der Führung Karls III. und Ludwigs III. aus, der jedoch mit einer Versöhnung endete.

Gegen Ende des Jahres 874 wurde Hemma durch eine Lähmung stumm[4] und starb im Januar 876 in Abwesenheit ihres Mannes, der sie ihm Jahr zuvor das letzte Mal besucht hatte.[5]

Der Begräbnisort Hemmas ist umstritten. Widersprüchliche Angaben in mittelalterlichen Quellen sowie eine durch Fälschungen erschwerte Quellenlage führten schon im Spätmittelalter zu Konflikten zwischen dem Kloster St. Emmeram und dem Stift Obermünster in Regensburg, die beide das Grab der Hemma für sich beanspruchten. Bis heute kann keine eindeutige Aussagen getroffen werden. Sowohl St. Emmeram als auch Obermünster haben gute Argumente auf ihrer Seite (siehe Literaturliste). Aufgrund des engen Verhältnisses, das zwischen Hemma und Obermünster existierte, ist es aber wahrscheinlicher, dass diese Verbundenheit nicht mit dem Tod Hemmas enden sollte, sondern dass vielmehr entsprechende Quellenstellen den tatsächlichen Ort der Bestattung belegen.

Dennoch gilt ihr Grabmal in St. Emmeram als eines der bedeutendsten deutschen Monumente des 13. Jahrhunderts.

Literatur[Bearbeiten]

Die beiden ersten Titel fassen den jeweiligen Forschungsstand zur Grablege zusammen:

  • Für eine Bestattung in St. Emmeram: Franz Fuchs: Das Grab der Königin Hemma zu St. Emmeram in Regensburg. In: Franz Karg (Hrsg.): Regensburg und Ostbayern. Max Piendl zum Gedächtnis. Kallmünz 1991, S. 1–12.
  • Für eine Bestattung in Obermünster: Peter Schmid: Königin Hemma und Obermünster in Regensburg. In: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg 42 (2008), S. 23–40, bes. 36-40.
  • Ernst Dümmler: Geschichte des Ostfränkischen Reiches, Bd. 2: Ludwig der Deutsche vom Koblenzer Frieden bis zu seinem Tode (860-876) (Jahrbücher der Deutschen Geschichte). Duncker & Humblot, Leipzig 1887.
  • Gerhard Hartmann, Karl Schnith (Hrsg.): Die Kaiser. 1200 Jahre Europäische Geschichte. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 3-86539-074-9, S. 61.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerhard Hartmann, Karl Schnith (Hrsg.): Die Kaiser. 1200 Jahre Europäische Geschichte. Marixverlag, Wiesbaden 2006, S. 61.
  2. Ernst Dümmler: Geschichte des Ostfränkischen Reiches, Bd. 2: Ludwig der Deutsche vom Koblenzer Frieden bis zu seinem Tode (860-876) (Jahrbücher der Deutschen Geschichte). Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 424.
  3. Hinkmar von Reims: Annalen von St. Bertin, 870, S. 114.
  4. Annales Fuldenses, Einträge zu den Jahren 874 und 875
  5. Ernst Dümmler: Geschichte des Ostfränkischen Reiches, Bd. 2: Ludwig der Deutsche vom Koblenzer Frieden bis zu seinem Tode (860-876) (Jahrbücher der Deutschen Geschichte). Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 425.