Rommelspargel

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Rommelspargel zur Verhinderung von Luftlandungen mit Lastenseglern in Frankreich, 1944.
Rommelspargel hinter einem Fallschirmjäger mit MG zur Fliegerabwehr, 1944
Rommel bei einer Inspektion von Hemmbalken am Atlantikwall, April 1944.
Ein Sherman-Panzer ausgerüstet mit Krallen aus Resten von Rommelspargeln

Rommelspargel, Hochpfähle oder Hemmbalken waren vier bis fünf Meter lange Baumstämme, die an den Stränden des Ärmelkanals und des Atlantiks aufgestellt wurden, um die Anlandung von Truppen zu erschweren, sowie im Hinterland auf Feldern und Wiesen gegen alliierte Luftlandungen.

Die mit oben montierten Minen ausgestatteten oder manchmal auch zugespitzten Pfähle wurden an den Stränden bis zu zwei Meter tief eingegraben und teils mit seitlichen Stützen fixiert. Besonders an den Stränden saßen die Stämme in Stahlröhren, die den eingegrabenen Teil vor dem Verrotten bewahren sollten. Sie wurden so postiert, dass sie bei Flut möglichst knapp unter der Wasserlinie verschwanden und den anlaufenden feindlichen Schiffen und Booten Schäden am Rumpf zufügen konnten. Während der Invasion an den Normandiestränden wurden sie einigen alliierten Landungsbooten zum Verhängnis. Sie wurden in Abständen von etwa 50 Metern aufgestellt, im Hinterland konnten die Abstände auf für Lastensegler geeignetem Gelände auch kürzer ausfallen.

Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der im November 1943 das Kommando als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B übernahm, hatte auch das Kommando über den Atlantikwall an der französischen Atlantik- und Kanalküste inne. Er ließ die dortigen Befestigungsanlagen überprüfen, nahm öfters auch selbst an Inspektionsreisen teil und kam zu dem Schluss, dass die Verteidigungsanlagen deutlich schneller und stärker ausgebaut werden müssten. Nach ihm wurden die in die Luft ragenden Baumstämme als Rommelspargel benannt.

Um an die Stahlröhren zu kommen, die an der Küste einen begehrten Rohstoff für die Alliierten darstellten, gruben diese nach der erfolgreichen Invasion Hunderte Rommelspargel aus. Der Stahl wurde hauptsächlich zu Zinken für die Sherman-Panzer umgeformt, die sich damit durch die Hecken des Bocage-Hinterlands „fraßen“. Derart modifizierte Panzer wurden „Rhinoceros“ genannt, die Zinken „Culin Cutter“, nach Sergeant Curtis G. Culin.[1]

Der Begriff Rommelspargel wurde von Günter Grass in seinem Roman „Die Blechtrommel“ in einem Gedicht von Oskar Matzerath zitiert, der am Vorabend der alliierten Landung Mitglied in einer Fronttheatertruppe am Atlantikwall ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sonja Wetzig: Panzerhindernisse im 2. Weltkrieg. Höcker, Rommelspargel etc. Podzun-Pallas-Verlag GmbH, 2000, ISBN 3790906980.
  • Harry Lippmann: Panzersperren und andere Hindernisse. Köln 1987–97.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ospreypublishing.com/content2.php/cid=133